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Jugendherbergen brauchen Hilfe: «Sind hoch motiviert»

19.07.2020 - Ausbleibende Klassenreisen in Corona-Zeiten machen auch den Jugendherbergen in Nordrhein-Westfalen schwer zu schaffen. Diese tragen im Rheinland zu rund 60 Prozent zum Umsatz der dortigen insgesamt 34 DJH-Jugendherbergen bei, sagte eine Sprecherin des Deutschen Jugendherbergswerks Rheinland der Deutschen Presse-Agentur. Pfingsten hätten die ersten zwölf Häuser nach wochenlanger Zwangspause geöffnet, bis zu Beginn der Sommerferien seien weitere zehn hinzugekommen. Die finanzielle Lage sei dramatisch. Nur wenige könnten kostendeckend arbeiten.

  • Ein leeres Zimmer in der Jugendherberge in Köln-Deutz. Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein leeres Zimmer in der Jugendherberge in Köln-Deutz. Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

«Wir öffnen trotzdem so weit wir können, denn wir wollen auch in Corona-Zeiten ein Gemeinschaftserlebnis anbieten. Von Familien wie Gesundheitsbehörden bekommen wir ein sehr positives Feedback und sind überaus motiviert», schilderte Sprecherin Cathrin Arnemann, Leiterin Marketing und Vertrieb im Verband Rheinland. Das Bild sei uneinheitlich: So laufe es rund in Xanten, wo die Herberge am See liege, und in einigen Großstadthäusern etwa in Düsseldorf oder Köln.

In den meisten Häusern könnten aber die Kosten nicht gedeckt werden und zwölf Herbergen seien noch geschlossen. «Wir brauchen auf jeden Fall Hilfe», betonte Arnemann. Mit einer Unterstützung vom Land werde man voraussichtlich bis August über die Runden kommen, die Zukunft sei damit aber keinesfalls abgesichert.

In den Ferien seien Kinderfreizeiten aktuell fast komplett ausgebucht. «Die Nachfrage nach der Corona-Isolation ist riesig», schilderte sie mit Verweis auf die zurückliegenden Wochen, in denen die Kinder zuhause waren. Ob Klettern, Kanu, Walderlebnis oder Filme-Drehen - man habe neue Konzepte unter Berücksichtigung aller Infektionsschutzaspekte entwickelt. Sie hoffe, dass stornierte Klassenfahrten nach den Sommerfrien nun doch angetreten würden, da diese in NRW wieder erlaubt seien.

Der DJH-Verband Westfalen-Lippe mit etwas weniger Häusern ist Arnemann zufolge in einer ähnlichen Lage. Bundesweit sieht DJH-Hauptgeschäftsführer Julian Schmitz zahlreiche Standorte in ihrer Existenz bedroht. Deutschlandweit seien bisher 288 der rund 450 Jugendherbergen wieder geöffnet.

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