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Krankenhausgesellschaft: NRW für Virus-Ausbreitung gerüstet

27.02.2020 - Krankenhäuser im Land bereiten sich auf eine mögliche Ausbreitung des Coronavirus vor. Während Isolierbetten offenbar ausreichend zur Verfügung stehen, sorgen sich manche um Nachschub an Atemschutzmasken oder das eigene Personal.

  • Ein Arzt trägt ein Stethoskop um den Hals. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Arzt trägt ein Stethoskop um den Hals. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Düsseldorf (dpa/lnw) - Aus Sicht der Krankenhausgesellschaft NRW sind die Kliniken im Land grundsätzlich für eine mögliche Ausbreitung des neuartigen Coronavirus gerüstet - doch es zeichnen sich auch Probleme ab. Für eine Isolation von Kranken seien die Häuser vorbereitet, sagte der Präsident der Krankenhausgesellschaft NRW, Jochen Brink der «Rheinischen Post» am Donnerstag. Größere Herausforderungen stelle aber eine mögliche Erkrankung des Personals dar. Auch Betreuungsprobleme durch geschlossene Kindergärten könnten die angespannte Personalsituation in Kliniken verschärfen, sagte Brink weiter. «Hierfür müssen Lösungen her», sagte er.

Wie gut Kliniken mit Materialien wie Schutzkleidung für Ärzte und Pflegekräfte ausgestattet sei, schwanke erheblich und hänge unter anderem von Lagerkapazitäten ab. Beatmungsgeräte stünden auf Intensivstationen in ausreichender Zahl zur Verfügung. «Die Beschaffung von Masken und Schutzkitteln stellt derzeit aufgrund der weltweit hohen Nachfrage das größte Problem dar, wobei noch keine manifeste Unterversorgung besteht», sagte Brink. Auch Apothekenverbände und der Bundesverband des pharmazeutischen Großhandels hatte bereits Anfang der Woche von Lieferengpässen bei Masken berichtet.

Aus Sorge davor, dass verunsicherte aber nicht notwendigerweise Erkrankte die Notaufnahmen fluten könnten, appellieren viele Kliniken an die Menschen bei Fragen oder Infektionsverdacht telefonisch Rat beim Arzt oder den Gesundheitsbehörden zu suchen. «Wir sind nicht erste Anlaufstelle, wenn Menschen Sorge haben, sich angesteckt zu haben», sagte eine Sprecherin des Universitätsklinikums Aachen.

«Wir müssen uns auf die Aufnahmepflichtigen konzentrieren», mahnte auch der Geschäftsführer der Evangelischen Kliniken Bethel Matthias Ernst in Bielefeld am Donnerstag. Wie in anderen Häusern auch, passe man das Handeln tagesaktuell an die vom Robert Koch-Institut ausgegeben Richtlinien an und sensibilisiere das Personal für den richtigen Umgang mit Verdachtsfällen. «Der Umgang mit Infektionskrankheiten ist aber für uns nichts Neues», betonte er. Auch am Uniklinikum Münster berate man kontinuierlich in einem Krisenstab mit Medizinern, Hygienikern und dem Pflegepersonal über das Vorgehen im Ernstfall, so eine Sprecherin. Eine solche «Task-Force», die schnell auf veränderte Lagen reagieren soll, hat auch das Universitätsklinikum Bonn eingesetzt. In den Laboren habe man zudem die Kapazitäten erhöht, um eine steigende Anzahl von Tests schnellstmöglich analysieren zu können, hieß es weiter.

Das Universitätsklinikum Düsseldorf, in dem das erkrankte Ehepaar aus Gangelt behandelt wird, betonte in einer Mitteilung, das Personal sei im Umgang mit Infektionskrankheiten sehr gut geschult. Andere Patienten sollten sich keine Sorgen wegen einer Ansteckung machen: Die Infizierten würden streng isoliert und von anderen getrennt. Die Beschäftigten verfügten über «höchste Expertise mit Infektionskrankheiten und vielfache Erfahrungen aus früheren Infektionswellen» auch unabhängig vom Coronavirus.

Landesweit halten die Krankenhäuser nach Angaben der Krankenhausgesellschaft 1900 Zimmer vor, in denen Patienten isoliert werden können. Das Klinikum Bethel beispielsweise hat nach eigenen Angaben begonnen, über das übliche Maß hinaus Stationsbereiche zu identifizieren und vorzubereiten, die für ansteckende Patienten genutzt werden können. «Wir wissen ja nicht was kommt und wollen möglichst einen Schritt voraus sein», sagte Ernst.

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