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Leyendecker: Strache-Video zeigt wahres Gesicht der Rechten

20.05.2019 - Dortmund (dpa) - Das Vorgehen der Medien bei bei Veröffentlichung des Strache-Videos hält der renommierte Journalist Hans Leyendecker für vorbildlich. «Das war rundherum begeisternd gut gemacht», sagte der langjährige Investigativ-Journalist von «Spiegel» und «Süddeutscher Zeitung» (SZ) der Deutschen Presse-Agentur am Montag in Dortmund. «Man hat die Veröffentlichung auf Wesentliches beschränkt: Auf den Verdacht, dass jemand käuflich ist und keinerlei Verhältnis zur Pressefreiheit hat.» Es sei richtig, Ausschnitte rein privater Natur nicht zu veröffentlichen.

  • Der Journalist und Kirchentagspräsident Hans Leyendecker spricht bei einem Interview. Foto: Oliver Berg/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Journalist und Kirchentagspräsident Hans Leyendecker spricht bei einem Interview. Foto: Oliver Berg/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach der Veröffentlichung der brisanten heimlichen Aufnahmen war Österreichs Vize-Kanzler und Chef der rechtspopulistischen FPÖ, Heinz-Christian Strache, zurückgetreten. In dem von «Spiegel» und «SZ» veröffentlichten Video hatte Strache einer vermeintlichen russischen Oligarchen-Nichte unter anderem öffentliche Aufträge in Aussicht gestellt, sollte sie der FPÖ zum Erfolg bei den Nationalratswahlen 2017 verhelfen. Die Aufnahmen haben zum Bruch der rechtskonservativen Koalition und zur Ankündigung von Neuwahlen geführt.

Wer das wahre Gesicht des Rechtspopulismus genauer kennenlernen wolle, solle sich das entlarvende Video immer wieder anschauen, meinte Leyendecker (70). Es sei ein Lehrstück, «wie über Demokratie und Pressefreiheit gedacht wird, wenn man sich im privaten Raum glaubt» - und das habe viel mit der europäischen Rechten insgesamt zu tun. An Spekulationen, wer die Aufnahmen gemacht habe, wolle er sich nicht beteiligen.

Dass «SZ» und «Spiegel» auch die österreichische Wochenzeitung «Falter» einbezogen haben, zeige einen positiven Team-Trend: Guter Journalismus könne heute «so was wie Ökumene sein», sagte Leyendecker, der auch Präsident des Evangelischen Kirchentags im Juni in Dortmund ist.

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