Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Maskenverweigerer in Supermarkt verletzt zwei Polizisten

12.08.2020 - Ein Kunde trägt im Supermarkt keine Schutzmaske, zettelt Streit mit dem Personal an und verletzt dazu gerufene Polizisten. Wie bei einem ähnlichen Fall in Troisdorf hat der Mann wohl Bezüge zur Reichsbürgerszene. Die Gewerkschaft macht auf ein Problem aufmerksam.

  • Das Blaulicht eines Streifenwagens der Polizei leuchtet. Foto: Stefan Puchner/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Blaulicht eines Streifenwagens der Polizei leuchtet. Foto: Stefan Puchner/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ein Maskenverweigerer hat in einem Dortmunder Supermarkt zwei Polizisten verletzt, die ihn abführen wollten. Der Staatsschutz ermittelt, da der 44-Jährige laut Polizei offenbar dem Reichsbürger-Milieu zuzuordnen ist. Er selbst hatte die Situation gefilmt. Der Vorfall erinnert stark an einen ähnlichen in Troisdorf im Mai.

Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, hatte sich der Mann ohne Mund-Nasen-Schutz am Vorabend gegen 22 Uhr zunächst mit dem Supermarkt-Personal angelegt und einen Mitarbeiter mit einem Einkaufswagen gerammt. Als die Beamten eintrafen, beobachteten bereits zahlreiche weitere Kunden das Geschehen. Der 44-Jährige habe in der Mitte gestanden und gefilmt. «Den Polizisten erklärte er, dass er nicht verpflichtet sei, eine Abdeckung zu tragen», so die Beamten. Er habe dann eine Reihe von Paragrafen aufgelistet, «die jedoch nicht mit den Gesetzen der Bundesrepublik Deutschland übereinstimmen».

Als die Polizisten den 44-Jährigen aus dem Supermarkt bringen wollten, habe er sich so stark gewehrt, dass zwei Beamte verletzt worden seien. Sie kamen ins Krankenhaus. Verstärkung sei eingetroffen und der Mann überwältigt und gefesselt worden: «Auf der Fahrt zum Polizeigewahrsam versuchte er im Streifenwagen weiter, einen Polizisten anzugreifen.»

In Haft kam der Mann nicht. Der Staatsschutz ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung, Widerstands, Hausfriedensbruch, dem Filmen und der Masken-Verweigerung. Der Mann war laut Polizei vorher schon einmal wegen eines Verstoßes gegen die Corona-Schutzverordnung aufgefallen. Neben Kontakten zur Reichsbürgerszene überprüft der Staatsschutz auch Verbindungen zur rechtsextremen Szene.

In Troisdorf hatten im Mai zwei Männer (35/37) ohne Masken in einem Supermarkt Streit angezettelt und zwei Polizisten schwer verletzt. Einer der beiden hatte alles gefilmt, das Video landete im Internet. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte später im Innenausschuss des Landtags, dass der eskalierte Streit «ganz bewusst provoziert worden ist». Einer der beiden Verdächtigen sei den Ermittlungsbehörden «ganz klar» als Reichsbürger bekannt.

Ob es im aktuellen Fall genauso war, ist laut den Ermittlern noch unklar. Der Film ist bislang offenbar auch nicht im Internet zu sehen. Die Polizei beschlagnahmte die Kamera. Im Fall Troisdorf hatte eine dritte Person das Gerät aus dem Supermarkt gebracht und es so möglich gemacht, dass das Video publik wurde. Die Kamera wurde später bei einer Razzia gefunden. Laut der zuständigen Bonner Staatsanwaltschaft dauern die Ermittlungen gegen die Tatverdächtigen aus dem Troisdorfer Supermarkt noch an.

Zum aktuellen Fall verwies Michael Mertens, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in NRW, auf immer mehr Kontakte der Einsatzkräfte mit Coronaschutz-Verweigerern: «Die Berührungspunkte mit diesen Menschen werden immer häufiger. Die Beamtinnen und Beamten müssen natürlich an diese Regelbrecher herangehen und mit ihnen kommunizieren. Das erhöht die Infektionsgefahr für die Kolleginnen und Kollegen.» Mertens forderte daher erneut regelmäßige und vom Land bezahlte Corona-Tests: «Der Schutz der Polizei muss gewährleistet werden.» Bislang können sich in NRW Kita-Personal und Lehrkräfte kostenfrei testen lassen.

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren