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Missbrauchsfall: Polizei sucht weitere mögliche Opfer

05.04.2019 - Der NRW-Innenminister wollte nicht ausschließen, dass es im Missbrauchsfall von Bad Oeynhausen noch «viele weitere Opfer» gibt. Mit einiger Verspätung unternimmt die Polizei jetzt alles Mögliche, um weitere potenzielle Opfer ausfindig zu machen.

  • Der Schriftzug "Polizei" steht auf einer Uniform. Foto: Jens Büttner/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Schriftzug "Polizei" steht auf einer Uniform. Foto: Jens Büttner/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bad Oeynhausen/Minden (dpa/lnw) - Im Missbrauchsfall von Bad Oeynhausen hat die Polizei am Freitag ihre Suche nach weiteren möglichen Opfern fortgesetzt. Wie am Vortag wurden dazu in Bad Oeynhausen und Minden mobile Anlaufstellen eingerichtet. Am Donnerstag seien die Infomobile gut frequentiert gewesen, sagte eine Sprecherin der Polizei Dortmund: «Die Ermittler und Opferschutzbeauftragten haben viele Gespräche geführt.» Sie machte keine näheren Angaben darüber, wie viele Kontakte es gab und ob sich die Zahl potenzieller Opfer erhöht habe.

In dem Fall wird gegen einen 60-jährigen Physiotherapeuten und Heilpraktiker aus Bad Oeynhausen ermittelt. Der auf die Therapie von Kindern und Jugendlichen spezialisierte Mann soll in seiner Praxis bei Behandlungen unter anderem kinderpornografische Fotos von Patienten gemacht haben. Außerdem soll er zahlreiche kinder- und jugendpornografische Bilder besessen haben. Ermittelt wird unter anderem wegen des Verdachts sexuellen Kindesmissbrauchs. Er sitzt in Untersuchungshaft.

Laut Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) gibt es bislang eine «mittlere einstellige Zahl von Opfern». Erste Vorwürfe hatte es bereits im Herbst 2017 gegeben, eine Durchsuchung bei dem Beschuldigten gab es aber erst Anfang März 2019. Reul hatte am Donnerstag in Bezug auf das Ermittlungstempo von einem «klaren Fehler» der Polizei gesprochen.

Die Polizei hat auch die Kundendatei des Therapeuten ausgewertet und am Donnerstag damit begonnen, mögliche Opfer zu kontaktieren. «Viele Angehörige von potenziellen Opfern sind bereits erreicht worden», sagte die Sprecherin weiter. Die Ermittler richteten überdies eine Hotline ein, unter der sich Betroffene melden können. Die Hotline sei bislang aber nur verhalten angenommen worden. Die Sprecherin rief mögliche Opfer, Angehörige und Zeugen erneut dazu auf, sich bei der Polizei zu melden. Die Infomobile sollen auch am Samstag vor Ort sein.

Der Landkreis Minden-Lübbecke wies auf ein Info-Telefon der Erziehungs- und Familienberatungsstelle hin. «Das Wichtigste für ein Kind ist, dass die Eltern ruhig bleiben», sagte die Leiterin der Beratungsstelle für Schul- und Familienfragen, Regina Reichart-Corbach, laut einer Mitteilung. «Wenn sich Ihr Kind normal verhält, ist dies immer erst einmal ein gutes Zeichen.» Sollte es aber Anlass zur Sorge geben, stünden die Mitarbeiter der Beratungsstelle zur Verfügung.

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