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NRW-Asylbilanz 2018: Weniger Anträge, hohe Abschiebe-Quote

03.04.2019 - Bilder überfüllter Flüchtlingsquartiere gehören in NRW der Vergangenheit an. Inzwischen läuft die Bewältigung der Asylbewerberverfahren in geregelteren Bahnen. Viele formal Ausreisepflichtige bleiben aber weiterhin im Land.

  • Joachim Stamp (FDP), der nordrhein-westfälische Integrationsminister. Foto: Christophe Gateau/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Joachim Stamp (FDP), der nordrhein-westfälische Integrationsminister. Foto: Christophe Gateau/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Düsseldorf (dpa/lnw) - Rückläufige Bewerberzahlen und steigende Abschiebungsquoten weist die Asyl-Jahresbilanz 2018 für Nordrhein-Westfalen auf. Landesflüchtlingsminister Joachim Stamp (FDP) legte dem Integrationsausschuss des Düsseldorfer Landtags am Mittwoch den aktuellen Sachstandsbericht mit den wichtigsten Ergebnissen vor.

ASYLSUCHENDE:Der europaweite Trend zu sinkenden Asylbewerberzahlen setzt sich auch in NRW fort. Im vergangenen Jahr wurden NRW rund 30 200 Erstantragsteller über das bundesweite Verteilsystem zugewiesen. 2017 waren es fast 4500 mehr. Seit Inkrafttreten einer Wohnsitzregelung Ende November 2016 wurden den Kommunen in NRW fast 109 000 anerkannte Schutzberechtigte zugewiesen.

HERKUNFTSLÄNDER: Sowohl die Bundes- als auch die Landesstatistik weist Syrien mit mehr als einem Fünftel aller Neuzugänge als Hauptherkunftsland aus. Bundesweit kamen über 30 000 Erstantragsteller aus Syrien, davon entfielen fast 7200 auf NRW. Zu den fünf Hauptherkunftsländern zählten bundes- wie landesweit der Irak, Iran, Afghanistan und die Türkei. In NRW nimmt die Türkei aber mit fast elf Prozent der Neuzugänge (rund 3300) den zweiten Rang ein, bundesweit hingegen mit nur rund sieben Prozent (rund 10 300) den fünften Platz.

ASYLVERFAHREN: NRW hatte Ende Dezember mit fast 29 Prozent der bundesweit 58 300 offenen Asylverfahren einen überdurchschnittlich hohen Anteil. Nach dem üblichen Verteilungsschlüssel wären nur rund 21 Prozent zu erwarten gewesen.

GESAMTSCHUTZQUOTE: Besonders hoch war hier zum Jahresende mit 43 Prozent auch die Quote derjenigen Antragsteller, die entweder als Asylbewerber anerkannt wurden oder aber aus anderen Gründen Flüchtlingsschutz genießen und nicht abgeschoben werden durften. Bundesweit lag diese Quote nur bei 38 Prozent.

AUSREISEPFLICHTIGE:Eigentlich wären in NRW rund 70 700 Personen ausreisepflichtig. Hauptherkunftsländer sind Serbien, Albanien, der Kosovo und der Irak. Allerdings werden mehr als 55 000 formal Ausreisepflichtige aus humanitären Gründen geduldet. Bundesweit trifft das auf rund 180 000 von fast 236 000 Ausreisepflichtigen zu.

FREIWILLIGE AUSREISEN: Die Zahl der mit bundesweiten Förderprogrammen unterstützten freiwilligen Ausreisen hat bundes- wie landesweit drastisch abgenommen. Wurden 2017 noch 11 355 freiwillige Ausreisen aus NRW gefördert (rund 38,5 der bundesweiten Fälle), waren es 2018 nur noch 4815 (rund 30,2 Prozent). Die Innenminister der Länder hatten diese Entwicklung im vergangenen Jahr unter anderem damit begründet, dass viele Menschen aus wirtschaftlichen Gründen kämen, die nur schwer zur Rückkehr zu bewegen seien.

ABSCHIEBUNGEN: Der Anteil der Abschiebungen aus NRW steigt: 2018 waren davon 6603 Personen betroffen - 295 mehr als ein Jahr zuvor. Mit einem Anteil von fast 28 Prozent an allen bundesweiten Abschiebungen ist die Quote in NRW überdurchschnittlich hoch (2017: 26 Prozent). Die größte Gruppe stellen die nach Albanien Abgeschobenen (1026 oder rund 16 Prozent), gefolgt von Serbien (561 - 8,5 Prozent) und Makedonien (509 - 7,7 Prozent).

KOSTEN:2018 zahlte das Land den Kommunen rund 629 Millionen Euro Flüchtlingspauschale - im Jahr zuvor war es etwa eine Milliarde.

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