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NRW-Hochschulen starten im Online-Betrieb in das Semester

20.04.2020 - Rund 780 000 Studierende in NRW starten unter ungewöhnlichen Umständen in das Sommersemester 2020. Wegen der Corona-Pandemie ist in den kommenden Wochen Lehren und Lernen nur im Online-Modus möglich. Für Unis, Lehrkräfte und Studierende eine Herausforderung.

  • Lehramtsstudent (l.) verfolgt im Online-Modus eine Mathematikvorlesung, Studienfreund kocht Essen. Foto: Roland Weihrauch/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Lehramtsstudent (l.) verfolgt im Online-Modus eine Mathematikvorlesung, Studienfreund kocht Essen. Foto: Roland Weihrauch/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Thomas Bein, Germanistikprofessor zeichnet in einem Studio in der RWTH Aachen, eine Vorlesung auf. Foto: Henning Kaiser/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Thomas Bein, Germanistikprofessor zeichnet in einem Studio in der RWTH Aachen, eine Vorlesung auf. Foto: Henning Kaiser/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Video-Lehrveranstaltungen, vertonte Folien, Übungen auf Online-Plattformen, Chats mit den Kommilitonen - so sieht von diesem Montag an der Alltag von knapp 780 000 Studierenden in Nordrhein-Westfalen aus. Während auf den Geländen der 70 Hochschulen auch nach dem Ende der vorlesungsfreien Zeit fast gähnende Leere herrschte, rauchten die Internet-Server und Köpfe von Professoren und Studierenden gleichermaßen.

«Es sind sowohl von den Lehrenden als auch von den Studierenden große Flexibilität und viel Kreativität gefordert. Zwar fällt der Präsenz-Unterricht komplett aus, aber wir sind guten Mutes, dass der digitale Betrieb gut läuft», sagte Matthias Jaroch, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit beim Deutschen Hochschulverband in Bonn, auf dpa-Anfrage. Alle Beteiligten hätten sich angesichts der Coronavirus-Pandemie seit Wochen auf einen Semesterstart im Mobil-Modus einstellen können. «Auch wenn sich einiges in den nächsten Tagen sicher erst ein wenig zurechtruckeln muss», sagte Jaroch.

Laut Landesrektorenkonferenz, zuständig für die 14 Universitäten unter der Trägerschaft des Landes NRW sowie die Universität Witten/Herdecke und die Deutsche Hochschule der Polizei in Münster, starteten allerorten die Online-Angebote. Mensas blieben dagegen vorerst geschlossen. Nach und nach sollen unter den bestehenden Hygienevorschriften zumindest Bibliotheken den Betrieb wieder aufnehmen. Klar sei aber auch, dass nicht einhundert Prozent der üblichen Lehrveranstaltungen digital angeboten werden könnten.

Die Ruhr-Universität in Bochum (RUB) erwartet trotz der schwierigen Umstände ein «vollwertiges Semester». Keine der erworbenen Studienleistungen ginge verloren, Studierende könnten «regulär Credit-Points erwerben», heißt es auf der RUB-Website. Gleichwohl gab es bereits Berichte von zusammengebrochenen Servern an einigen Lehrstätten. So war auch die Online-Plattform «Moodle», auf der die RUB-Studierenden ihre Zugangscodes für Lehrveranstaltungen oder Video-Konferenzen abrufen müssen, dem Ansturm phasenweise nicht gewachsen. «Es war zum Teil schwierig, auf die Plattform zu kommen. Da hieß es häufiger, dass der Server überlastet ist», berichtete ein Mathematikstudent aus Bochum. «Die Seminare und Übungen per Zoom klappten dann aber gut.»

Alle Hochschulen haben ihre Studien-Angebote und Veranstaltungen auf Digital-Angebote umgestellt. Praktika, Experimente oder Exkursionen würden zunächst verschoben oder durch gleichwertige, kontaktlose Veranstaltungen ersetzt, hieß es. «Die Fakultäten und zentralen wissenschaftlichen Einheiten mit all ihren Lehrenden sind hoch engagiert und erarbeiten kreative Lösungen, um den online-gestützten Lehrbetrieb für ihre Bereiche vorzubereiten und dies auch zu kommunizieren», sagte Kornelia Freitag vom Lehrstuhl für Amerikanistik und RUB-Prorektorin. Axel Freimuth, Rektor der Universität zu Köln, forderte kurz vor dem Semesterstart per Videoansprache dazu auf, sich auf der Uni-Homepage regelmäßig zu informieren und mit der digitalen Lehre vertraut zu machen.

Einer Umfrage der privaten Internationalen Hochschule IUBH zufolge befürchten viele Studenten und Studentinnen negative Auswirkungen der der Corona-Krise. Unter bundesweit befragten 7600 Studierenden sorgen sich fast zwei Drittel (62 Prozent), dass die Pandemie Einfluss auf ihre Prüfungen haben und ihr Studium verlängern könnte, teilte die IUBH mit. 78 Prozent der Befragten gaben an, dass Corona sich negativ auf ihre Einnahmesituation auswirke. Häufig fielen «typische Studentenjobs» weg, weil Cafés und Geschäfte teilweise geschlossen sind.

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