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NRW startet mit Corona-Impfungen für Klinik-Beschäftigte

04.01.2021 - Die weiterhin alarmierenden Corona-Infektionszahlen halten den Druck auf Politiker und Mediziner hoch: Werden die richtigen Gruppen zuerst geimpft und hätte alles schneller gehen können? Gesundheitsminister Laumann sieht keine Fehler.

  • Karl-Josef Laumann (CDU), Minister für Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen. Foto: Guido Kirchner/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Karl-Josef Laumann (CDU), Minister für Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen. Foto: Guido Kirchner/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach eindringlichen Appellen aus der Ärzteschaft bietet Nordrhein-Westfalen ab dem 18. Januar Corona-Schutzimpfungen auch für Beschäftigte in Krankenhäusern an. Wie NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Montag in Düsseldorf ankündigte, soll es dann losgehen mit Impfungen für alle Krankenhaus-Beschäftigten, die nah an Covid-Patienten arbeiten. Bis zum 24. Januar werde es für alle rund 90 000 Beschäftigten dieser Gruppe in den Krankenhäusern ein Angebot geben.

Kritik an einem zu zögerlichen Einkauf von Impfstoffen wies der Minister zurück. «Ich sehe da überhaupt keine Fehler», sagte er. Es sei völlig richtig gewesen, zunächst auf verschiedene Hersteller zu setzen. Problematisch seien die begrenzten Produktionskapazitäten.

Laumann verteidigte die Entscheidung, noch vor dem medizinischen Personal zunächst sehr alte Menschen zu impfen. Schließlich seien über 70 Prozent der Menschen, die an oder mit Corona gestorben seien, über 80 Jahre alt gewesen. «Deshalb ist klar, dass die oben anstehen.» Das Impfangebot für besonders gefährdetes Klinikpersonal folge ja nun ab der dritten Kalenderwoche. «Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen, wie viele das annehmen.»

Laumann betonte, auch wenn die Infektionszahlen nach wie vor zu hoch seien, könne noch jeder in jedem Regierungsbezirk des Landes, auch unabhängig von Corona, in den Krankenhäusern versorgt werden.

Der Gesundheitsminister wollte sich nicht konkret dazu äußern, wie es nach dem 10. Januar an den Kitas und Schulen weitergehen solle. Einen Tag vor der Konferenz der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin an diesem Dienstag wolle er dazu keine Ratschläge erteilen, sagte Laumann. «Man muss sich ja nur die Infektionszahlen ansehen und normalen Menschenverstand haben, dann weiß man, dass für Öffnungen nicht sehr viel Spielraum ist.» Wichtig sei eine möglichst einheitliche Regelung in Deutschland.

Voraussichtlich sollen die Schulen zur Eindämmung der Corona-Pandemie länger als bislang geplant geschlossen bleiben. Das beschlossen jedenfalls die Kultusminister der Länder am Montag in einer Schaltkonferenz. Sollte es die Situation in einzelnen Ländern erlauben, sei die Wiederaufnahme des Schulbetriebs in Stufen möglich, teilte die Kultusministerkonferenz (KMK) in Berlin mit.

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) unterstrich, damit leisteten die Schulen angesichts einer weiterhin angespannten Infektionslage ihren Beitrag zur Kontaktminderung. Dennoch bleibe «das Ziel aller Kultusminister, mit wirksamen Maßnahmen für den Infektionsschutz so schnell und so viel Präsenzunterricht wie möglich anzubieten». Schule bleibe - vor allem für die Jüngeren - «der beste Lernort».

In den Kitas nutzten nach Angaben des NRW-Familienministeriums Mitte Dezember nur noch rund 30 Prozent der Kinder in NRW ein Betreuungsangebot - «mit weiter fallender Tendenz». Der Oppositionsführer im Düsseldorfer Landtag, Thomas Kutschaty (SPD), forderte von NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) eine klare Ansage, wie es in den Kitas weitergehe. Die Einrichtungen grundsätzlich offen zu halten, Eltern aber zu bitten, ihre Kinder nicht hinzuschicken, sei inkonsequent.

Nach Angaben des Gesundheitsministers sind in NRW bis zum Montagvormittag bereits rund 81 300 Menschen geimpft worden - fast alle in stationären Pflege-Einrichtungen. Bis zum Ende dieser Woche werde alles verimpft, was NRW bislang an Dosen zur Verfügung gestellt bekommen habe.

Ab Februar würden die Impfzentren in Betrieb genommen, um unter anderem den über 80-Jährigen im Land eine Impfung anzubieten, kündigte Laumann an. Die Betroffenen bekämen in den nächsten Tagen einen entsprechenden Brief.

In dieser zweiten Welle werde auch Mitarbeitern in ambulanten Pflegediensten ein entsprechendes Angebot gemacht. Laumann rechnet damit, dass die Impfungen der mehr als 1,2 Millionen über 80-Jährigen den Februar und März in Anspruch nehmen.

Bislang habe NRW rund 280 000 Impfdosen bekommen. Eine Hälfte davon werde für die zweite Impfung zurückbehalten. Mit der Zweit-Impfung werde am 18. Januar begonnen. Alle nur einmal zu impfen, um damit den Mangel zu lindern, sei durch die Bestimmungen der Impfstoff-Zulassung ausgeschlossen, erklärte Laumann.

Nach Angaben seines Ministeriums wird NRW bis zum 21. Februar rund 930 000 zusätzliche Dosen erhalten. Damit könnten dann weitere 460 000 Menschen geimpft werden, sagte Laumann. Derzeit werde nicht mehr bloß mit fünf Dosen pro Ampulle gerechnet, sondern bereits mit 5,5.

Es müsse dafür Sorge getragen, dass keine Impfstoffe mehr verschwendet würden, forderte Kutschaty. Außerdem müsse die Bund-Länder-Runde über zusätzliche Produktionsstätten für Impfstoffe, eine verzahnte Impf- und Teststrategie sowie einen rechtssicheren Stufenplan beraten, ab welcher Infektionsrate was zu tun sei.

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