Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Osterräderlauf von Lügde trotzt Missbrauchsskandal

17.04.2019 - Osterbrauch, Kulturerbe und Jahrhunderte altes Spektakel: In Lügde rasen auch in diesem Jahr wieder riesige Flammenräder einen Hang hinunter. Dem Missbrauchsskandal, der die kleine Stadt erschüttert, will man so auch etwas entgegensetzen.

  • Ein brennendes Osterrad aus Holz rollt den Osterberg herunter. Foto: Friso Gentsch/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein brennendes Osterrad aus Holz rollt den Osterberg herunter. Foto: Friso Gentsch/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Lügde (dpa/lnw) - Ungeachtet nicht abreißender Negativschlagzeilen über den Missbrauchs- und Polizeiskandal von Lügde rollen am Ostersonntag wieder die traditionsreichen Feuerräder ins Tal. «Lügde ist und bleibt die Stadt der Osterräder. In diesem Jahr ist das fast schon eine Trotzreaktion, um das Image der Stadt aufzupolieren», sagte Dieter Stumpe, Sprecher des Vereins, der das Brauchtums-Spektakel veranstaltet.

Nach einer mehrere Jahrhunderte alten Tradition stopfen die Lügder Stroh in riesige Holzräder und lassen sie in der Dunkelheit brennend und mit großer Geschwindigkeit einen Berg herunterrollen. Seit Dezember 2018 ist der Osterräderlauf als immaterielles Kulturerbe Deutschlands bei der Unesco gelistet - auch weil der Brauch für die Bewohner der Stadt ein stark identitätsstiftendes Ereignis sei.

Der Ort Lügde an der Grenze zu Niedersachsen hat zuletzt vor allem durch vielfachen Kindesmissbrauch auf einem Campingplatz bundesweite Bekanntheit erfahren. Dort soll ein 56-jähriger Dauercamper mit einem Komplizen (33) über Jahre hinweg Kinder missbraucht und dabei gefilmt haben. Die beiden Verdächtigen sowie ein 48-Jähriger aus dem niedersächsischen Stade sitzen in Untersuchungshaft.

Eine Absage des Osterräderlaufs habe für den Dechenverein, der das Spektakel alljährlich ausrichtet, nicht zur Debatte gestanden. «Das sind doch zweierlei Paar Schuhe», sagte Stumpe. «Wir können ja nicht die ganze Bevölkerung verantwortlich machen für die verabscheuungswürdigen Taten Einzelner.» Stattdessen werde die Stadt den bis zu 20 000 erwarteten Besuchern ein besonders freundliches Gesicht zeigen. «Vielleicht legen wir beim Abschlussfeuerwerk in diesem Jahr noch ein bisschen obendrauf», kündigte Stumpe an.

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren