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Polizei-Mitarbeiter unter Kinderpornografie-Verdacht

21.11.2019 - Ein Regierungsbeschäftigter sollte die Polizei in Paderborn bei ihren Ermittlungen auch gegen sexuellen Kindesmissbrauch unterstützen. Nun ist er in Verdacht geraten, kinderpornografisches Material zu besitzen.

  • In Polizei-Westen gekleidete Polizisten. Foto: Silas Stein/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    In Polizei-Westen gekleidete Polizisten. Foto: Silas Stein/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Paderborn (dpa/lnw) - Gegen einen Mitarbeiter der Polizei in Paderborn wird ermittelt, weil der 34-Jährige kinderpornografisches Material besitzen soll. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Detmold sagte auf dpa-Anfrage, es werde «wegen Kinderpornografie gegen einen Regierungsbeschäftigten der Kreispolizeibehörde Paderborn» ermittelt. Auch die Bielefelder Polizei bestätigte am Donnerstag die gemeinsamen Ermittlungen, machte aber ebenfalls keine weiteren Angaben. Die Polizei in Paderborn teilte mit, ein 34-jähriger Mitarbeiter sei mit sofortiger Wirkung freigestellt worden. Hinweise gegen den Mann «wegen des Verdachts auf den Besitz von Kinderpornografie» hätten sich erhärtet.

Zuvor hatten «Westfalen-Blatt» und «Neue Westfälische» über den Verdacht berichtet. Der Paderborner Polizei zufolge hat sich bei einer internen Untersuchung herausgestellt, dass gegen den Mann ein Strafverfahren im Kreis Lippe anhängig sei. Ein Polizeisprecher betonte: «Es gibt keine Anzeichen dafür, dass er sich über uns Material besorgt haben könnte.» Der Mann sei im Juli in der Direktion Kriminalität als IT-Ermittlungsunterstützer eingestellt worden. Aufgabe des 34-Jährigen sei gewesen, dort Material aus Datenträgern so aufzubereiten, dass es Polizeibeamte im Anschluss sichten konnten, erläuterte der Sprecher. Die Direktion Kriminalität sei auch mit der Bekämpfung von Kinderpornografie befasst.

Laut Zeitungsberichten sollte der Verdächtige die Auswertung von kinderpornografischem Material unterstützen. Er habe in einem Freibad im Kreis Lippe aber selbst «entsprechende Fotos» angefertigt. Von Ermittlerseite gab es dazu keine Angaben. Der Paderborner Polizei zufolge ergab sich erst nach der Einstellung des Mannes, dass gegen ihn das Strafverfahren im Kreis Lippe laufe. Im Bewerbungsgespräch habe der 34-Jährige das nicht zur Sprache gebracht.

Auf die Frage, warum der Mann nicht bei einer Überprüfung vor seiner Einstellung aufgefallen sei, sagte der Behördensprecher in Paderborn, im polizeilichen Führungszeugnis habe «nichts Entsprechendes» gestanden. Aus dem Innenministerium hieß es allerdings, dass im entsprechenden Bundeszentralregister nur rechtskräftige Verurteilungen aufgeführt werden, Ermittlungen nicht.

Bei Regierungsbeschäftigten handele es sich um Mitarbeiter, die zur Unterstützung der Polizei vom Land bezahlt würden, sagte Ministeriumssprecher Wolfgang Beus. Die Entscheidung, wer für welche Tätigkeit eingestellt werde, treffe aber immer die Polizeibehörde vor Ort.

Bereits im März hatte die Polizeibehörde Paderborn einen damals 53-jährigen Polizeihauptkommissar suspendiert, weil er kinderpornografisches Material besessen haben soll. Das Amtsgericht Paderborn berichtete am Donnerstag auf Anfrage, dieser Polizeibeamte sei vor einigen Wochen wegen Besitzes und Verschaffens kinder- und jugendpornografischer Dateien in drei Fällen zu einer Geldstrafe - nämlich 160 Tagessätzen zu je 50 Euro - verurteilt worden.

Im aktuellen Verdachtsfall hat die Polizei bereits Schritte eingeleitet, um das Arbeitsverhältnis mit dem Mann zu beenden. «Wir haben umgehend gehandelt», betonte der Sprecher. Man beschäftigte noch drei weitere externe IT-Ermittlungsunterstützer. Laut Innenministerium werde die Paderborner Behörde «nacharbeiten» müssen, wie der Mann eingestellt werden konnte und «wie sich die Wiederholung eines solchen Falles künftig verhindern lässt».

In der Vergangenheit waren erschütternde Missbrauchsfälle von gewaltigem Ausmaß bekannt geworden. Die Ermittler stehen vor enormen Aufgaben. Erst vor wenigen Wochen war - ausgehend von einer Festnahme in Bergisch Gladbach - ein Fall aufgedeckt worden, bei dem Verdächtige aus NRW, Hessen und Rheinland-Pfalz auch ihre eigenen Kinder sexuell missbraucht haben sollen. Sie sollen Fotos und Videos von den Gewalttaten in Chat-Gruppen mit bis zu 1800 Mitgliedern verbreitet haben. Es gab bisher zehn Festnahmen.

Im Fall Lügde waren vor kurzem zwei Männer zu hohen Freiheitsstrafen mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Sie hatten Kinder und Jugendliche in mehreren hundert Fällen auf dem Campingplatz in NRW sexuell missbraucht und das teilweise gefilmt.

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