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Prozessauftakt gegen Kölnerin im Juni

15.04.2020 - Gegen die in der Türkei unter Hausarrest festgehaltene Kölnerin Gönül Örs ist wegen Terrorvorwürfen Anklage erhoben worden. Prozessauftakt sei am 16. Juni in Istanbul, sagte ihre Anwältin, Ayse Celik, der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch.

  • Eine modellhafte Nachbildung der Justitia steht neben Akten und einem Richterhammer auf einem Tisch. Foto: Volker Hartmann/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine modellhafte Nachbildung der Justitia steht neben Akten und einem Richterhammer auf einem Tisch. Foto: Volker Hartmann/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In der Anklageschrift, die bereits im Februar fertiggestellt worden war, werden Örs (38) Terrorpropaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK, Freiheitsberaubung unter Gewaltanwendung oder Täuschung und «Entführung oder Beschlagnahmung» von Beförderungsmitteln vorgeworfen.

Örs hat die deutsche und türkische Staatsbürgerschaft. Hintergrund der Anklage ist eine Protestaktion im Jahr 2012 auf einem Schiff in Köln. In Deutschland wurde nach Angaben der Anwältin eine Ermittlung gegen Örs in diesem Fall eingestellt. Die türkische Ermittlungsakte stütze sich auf damalige Informationen eines BKA-Kontaktbeamten.

Örs ist die Tochter der Kölner Sängerin Hozan Cane (Künstlername), die im November 2018 wegen Mitgliedschaft in einer Terrororganisation zu sechs Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden war. Örs war im vergangenen Jahr in die Türkei gereist, um ihre Mutter in der Haft im westtürkischen Edirne zu besuchen. Sie wurde selbst festgenommen und saß zwei Monate in Istanbul in Untersuchungshaft. Anfang Dezember wurde Örs unter Hausarrest gestellt, den sie im westtürkischen Manisa bei ihrem Onkel absitzt. Die Kölnerin muss eine elektronische Fußfessel tragen und darf das Haus nicht verlassen.

Anwältin Celik sagte, es gehe ihrer Mandantin nicht gut. Örs habe zwei Mal versucht, sich das Leben zu nehmen. Sie mache sich große Sorgen um ihre inhaftierte Mutter Cane (57), die an Bluthochdruck und neurologischen Problemen leide und damit zur Coronavirus-Risikogruppe zähle.

Celik forderte die deutsche Botschaft auf, sich einzuschalten. «Eine deutsche Staatsbürgerin ist dem Risiko ausgesetzt, im türkischen Gefängnis an Covid-19 zu erkranken und zu sterben», sagte sie.

Ein Gesetz zur Entlassung Inhaftierter, das am Mittwoch in der Türkei in Kraft trat, schließt wegen Terrorvorwürfen Verurteilte aus.

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