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Corona-Werte in Hamm steigen weiter: Bundesweiter Rekord

23.09.2020 - In Hamm steigt der Neuinfektionswert auf den höchsten Wert bundesweit. Nun greifen dort neue Maßnahmen einer Corona-Bremse. Der OB ist verärgert. Auch in Remscheid und im Kreis Steinfurt hat man tiefe Sorgenfalten.

  • Ein Mann zeigt einen Abstrich für das Testverfahren auf das Virus SARS-CoV-2. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Mann zeigt einen Abstrich für das Testverfahren auf das Virus SARS-CoV-2. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In der Stadt Hamm mit den bundesweit höchsten Corona-Neuinfektionszahlen klettert der Wert weiter. Am Mittwoch wurden 94,9 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen verzeichnet, wie ein Sprecher der Stadt sagte. Am Dienstag hatte die 182 000-Einwohner-Stadt bei dieser zentralen sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz noch 87,1 genannt. Laut Robert Koch-Institut lag Hamm am Mittwoch deutschlandweit mit einem gestiegenen Wert von 80,4 an der Spitze. Die Differenz kommt durch unterschiedliche Meldewege und -zeiten zustande.

Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann (CDU) zeigte sich verärgert: Der Schaden für die Stadt sei durch eine einzige Hochzeitsfeier vor gut drei Wochen entstanden. «Wir werden hier mit allen rechtlichen Möglichkeiten, die wir haben, auch in Regress gehen», betonte er in einer Video-Botschaft.

Auch in Remscheid tagte angesichts kritischer Werte am Mittwoch wieder der Krisenstab. Der Kreis Steinfurt meldete ein «größeres Ausbruchgeschehen» in einem fleischverarbeitenden Betrieb.

Im besonders betroffenen Hamm dürfen sich seit Mittwoch zum Schutz gegen die Pandemie im öffentlichen Raum nur noch fünf Personen oder Personen aus zwei Haushalten gemeinsam aufhalten. Schüler und Lehrer in weiterführenden Schulen müssen auch im Unterricht einen Mund-Nasen-Schutz tragen, sofern ein Mindestabstand von 1,50 Metern nicht gesichert ist. Die am Dienstag beschlossenen Auflagen gelten zunächst für zwei Wochen.

Der Stadtsprecher sagte: «Wir gehen davon aus, dass die Menschen die Maßnahmen mittragen.» Man stecke in einer «Extremsituation». Weitere Schritte wolle man aber zunächst nicht ergreifen - sofern es nicht einen «erneuten großen Peak» gebe. Die Stadt hoffe, bis Mitte nächster Woche über den Berg zu sein.

Als Auslöser der dortigen Corona-Welle gilt eine Großhochzeit und damit verbundene weitere Feste, die Anfang September in Hamm und Dortmund und eine Woche später in Werl stattgefunden hatten. Dort waren mindestens 309 Teilnehmer aus Hamm gewesen, die alle in Quarantäne müssen und getestet werden. «Wir sind dabei herauszufinden, wer die Verantwortlichen sind und prüfen, wie wir sie zur Rechenschaft ziehen können», erläuterte der Sprecher. Das gelte vor allem für das Brautpaar und den Betreiber der Lokalität in Hamm. Bußgelder oder Schadenersatz seien denkbar. Der OB stellte klar: «Es kann nicht sein, dass eine kleine Gruppe im Grunde anschließend das Leben einer ganzen Stadt erheblich beeinträchtigt.»

Der Kreis Steinfurt meldete unterdessen, dass mindestens 26 Beschäftigte eines mittelgroßen Betriebs der Fleischverarbeitung positiv auf das Coronavirus getestet worden seien. Eine Sprecherin des Kreises sagte auf Anfrage: «Das Ausmaß ist uns noch nicht bekannt, unsere Ermittler arbeiten mit Hochdruck.» Es gehe darum, Infektionsketten rasch zu unterbrechen. Der Schwerpunkt des Geschehens liege im Emsdetten. Der Krisenstab stelle derzeit alle Informationen zusammen und werde über den aktuellen Zwischenstand berichten.

In Remscheid wurde den Bürgern geraten, in der Öffentlichkeit im gesamten Stadtgebiet Alltagsmasken zu tragen. In der bergischen Stadt mit rund 114 000 Einwohnern ist Sportunterricht in der Halle bis zu den Herbstferien nun verboten. Eine mehrsprachige Aufklärungskampagne und eine Plakataktion starteten. Man will Kontrollen verschärfen und Verstöße konsequent mit Bußgeldern ahnden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz des RKI kletterte auch im Fall von Remscheid deutlich - auf einen aktuellen Wert von 51,4 - nach 36,9 am Dienstag. Die Stadt prüft weitere Maßnahmen. Dort gelten vor allem «reiserückkehrende Familienverbünde» als Verursacher.

Wird in einer Stadt oder in einem Kreis die 50er-Grenze überschritten, sieht die Corona-Schutzverordnung in NRW «zwingend zusätzliche Schutzmaßnahmen» vor. Schon ab einer Vorwarnstufe von 35 müssen erste Maßnahmen beraten werden. Über dieser Schwelle lag laut RKI Gelsenkirchen am Mittwoch mit 39,1 - und als größte Stadt in NRW näherte sich Köln dieser Marke mit 33,3 Fällen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen.

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