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Reul fordert härtere Strafen bei Messerangriffen

08.08.2020 - Auf öffentlichen Plätzen, in Bahnen oder im häuslichen Umfeld - eine hohe Zahl an Messerattacken schreckt Polizei und Behörden auf. NRW-Innenminister Reul fordert jetzt ein härteres Vorgehen.

  • Herbert Reul, der Innenminister von Nordrhein-Westfalen. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Herbert Reul, der Innenminister von Nordrhein-Westfalen. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) hat härtere Strafen bei Messer-Angriffen gefordert. «Wer in einer Auseinandersetzung ein Messer zückt, will sein Gegenüber verletzen», sagte Reul der «Bild»-Zeitung (Samstag). «Im Zweifel riskiert er sogar das Leben eines Menschen. Das ist nicht akzeptabel und muss härter bestraft werden.» Täter dürften «nicht nur mit einer Geldstrafe davonkommen». Das Tragen von Messern führe «zu einer Aufrüstung auf der Straße», sagte Reul. Am Strafrahmen müsse man «nachjustieren, wenn wir diese Waffen aus dem Verkehr ziehen wollen».

In Berlin war in der Nacht zu Freitag ein Streit unter bewaffneten jungen Männern nahe dem Alexanderplatz für einen von ihnen tödlich ausgegangen. Ein 22-Jähriger starb, ein 21-Jähriger kam mit Stichverletzungen in ein Krankenhaus. Ein 23-Jähriger soll mit einem Messer auf die beiden Kontrahenten eingestochen haben. Zuvor soll auch eine Schreckschusswaffe im Spiel gewesen sein.

Jörg Radek, stellvertretender Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), beklagte eine hohe Zahl an Messerattacken. «Es gibt kaum einen Tag, an dem nicht Polizeimeldungen über gefährliche oder sogar tödliche Messerattacken bekannt werden», sagte er der «Bild». Nicht nur für Zivilisten, sondern auch für Polizisten stellten Messer ein hohes Risiko dar. Radek forderte ein bundesweites Lagebild zu Messerattacken, «um die konkrete Gefahr analysieren zu können».

In Nordrhein-Westfalen wurden laut Polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) im vergangenen Jahr insgesamt 6827 Fälle erfasst, in denen als Tatmittel ein Messer genutzt oder mit diesem gedroht wurde. Das geht aus einem Bericht Reuls für den Landtag von Januar hervor. In diesen Fällen seien mehr als 6730 Tatverdächtige erfasst worden. Von ihnen besaßen 2645 nicht die deutsche Staatsangehörigkeit. In NRW sind Messerattacken damit erstmals in der Kriminalstatistik 2020 verzeichnet worden. Nach einer Serie von Messerangriffen in NRW war die Frage aufgekommen, ob es einen Anstieg solcher Attacken gibt.

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