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Schüsse auf Polizei: Angeklagter will sich nicht äußern

13.01.2021 - Erst sah alles nach einer Routine-Verkehrskontrolle aus. Doch dann eskalierte die Situation und der Autofahrer schoss auf die Polizei. Jetzt beschäftigt der Fall das Hagener Schwurgericht.

  • Der Angeklagte sitzt mit Krücken neben seinem Verteidiger Andreas Trode im Landgericht. Foto: Bernd Thissen/dpa/Aktuell © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Angeklagte sitzt mit Krücken neben seinem Verteidiger Andreas Trode im Landgericht. Foto: Bernd Thissen/dpa/Aktuell © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der 37-jährige Angeklagte humpelte auf Krücken in den Hagener Gerichtssaal. Als seine Personalien erörtert wurden, nickte er nur kurz, zu den Vorwürfen wollte er gar nichts sagen. Bei einer Routine-Verkehrskontrolle in Gevelsberg soll er Anfang Mai 2020 auf Polizisten geschossen haben. Seit Mittwoch wird ihm wegen versuchten Mordes vor dem Hagener Schwurgericht der Prozess gemacht.

Der Vorfall ereignete sich am späten Abend des 5. Mai 2020 - nur eine Woche nach den tödlichen Schüssen auf einen SEK-Beamten in Gelsenkirchen. Doch während dieser bei einem Einsatz starb, von dem er wusste, dass er gefährlich war, waren die Beamten in Gevelsberg völlig arglos. Sie sollen das Auto des Angeklagten damals angehalten haben, weil sie den Verdacht hatten, dass der Mann möglicherweise unter Drogen stand. Doch auch nachdem sie ihn um die Abgabe einer Urinprobe gebeten hatten, ahnten sie nicht, dass die Situation nur wenig später völlig eskalieren sollte.

Der Angeklagte soll nämlich mitbekommen haben, wie sich die beiden Beamten über ihn unterhielten. Über Funk hatten sie anscheinend einen Hinweis erhalten, dass der 37-Jährige per Haftbefehl gesucht werde. Zur Festnahme kam es allerdings nicht mehr.

Der Staatsanwalt schilderte den weiteren Vorfall im Gericht so: Der Angeklagte nahm den Urinbecher und schüttete den Inhalt auf einen der Polizisten. Dann rannte er zu seinem Auto, schnappte sich eine scharfe Schusswaffe und eröffnete sofort das Feuer. Ein 28-jähriger Polizist wurde am linken Oberbauch getroffen und zu Boden geschleudert. Eine schusssichere Weste rettete ihm jedoch das Leben. Nach weiteren Schüssen soll der Angeklagte dann zunächst mit dem Auto und später weiter zu Fuß geflüchtet sein.

Der Zugriff gelang der Polizei erst knapp vier Stunden später in einem Hinterhof in Gevelsberg. Dabei erlitt der 37-Jährige eine Schussverletzung am Oberschenkel. Zuvor soll er aber auch dort noch einmal auf mindestens einen Polizisten geschossen haben.

Zu Prozessbeginn kritisierte Verteidiger Andreas Trode die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft scharf. Viel zu unkonkret werde darin das Vorgehen der Polizei bei der Festnahme geschildert. «Wir befinden uns hier eindeutig in der Defensive», so Trode. «Ich habe das Gefühl, dass ein Mann, der auf Polizisten geschossen haben soll, von vorneherein keine Chance bekommen soll.»

Ob sich der Angeklagte am nächsten Verhandlungstag zu den Vorwürfen äußert, steht nach Auskunft des Verteidigers noch nicht fest. Schweigt der 37-Jährige weiter, will das Gericht mit der Zeugenvernehmung der Polizisten weitermachen. Für den Prozess sind zunächst noch 15 Verhandlungstage bis Mitte März terminiert.

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