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Schulen holen digital auf: Lehrer und Schüler bekommen PCs

29.06.2020 - Der Corona-Shutdown hat gezeigt, woran es in den Schulen fehlt: Jetzt sollen Lehrer und Schüler mit Laptops ausgestattet werden. Auch Direktoren wird digitale Fortbildung angeboten.

  • Yvonne Gebauer (FDP), Schulministerin von Nordrhein-Westfalen. Foto: Federico Gambarini/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Yvonne Gebauer (FDP), Schulministerin von Nordrhein-Westfalen. Foto: Federico Gambarini/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Das Land will rund 350 Millionen Euro für die Ausstattung von Lehrern und Schülern mit digitalen Endgeräten sowie Angebote der Fortbildung investieren. Die rund 200 000 Lehrer in Nordrhein-Westfalen sollen Laptops oder Computer erhalten, sagte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Montag in Düsseldorf. Für Schüler aus Familien, die sich keinen Computer oder Laptop leisten können, sollen Leihgeräte gekauft werden.

Außerdem sollen bis Jahresende 2022 alle Schulen mit dem leistungsfähigen Netz verbunden sein, sagte die Ministerin. Wegen der Coronavirus-Pandemie waren die Schulen im Frühjahr wochenlang geschlossen und die Schüler mit digitalen Hilfsmitteln unterrichtet worden.

Alleine für die Geräte der Lehrer stünden 103 Millionen Euro zur Verfügung, sagte Schulministerin Yvonne Gebauer am Montag in Düsseldorf. Damit würden die Voraussetzungen geschaffen, «dass unsere Lehrerinnen und Lehrer alle Chancen digitaler Medien für ihren Unterricht nutzen und auch online unterrichten können», sagte die FDP-Politikerin.

Schüler, die sich aus sozialen oder wirtschaftlichen Gründen keinen Laptop oder Computer leisten können, sollen leihweise ein Gerät bekommen. Die Schüler selbst müssten die Bedürftigkeit nicht nachweisen. Die Lehrer sollen die Schüler benennen, die ein Gerät bekommen sollen. Dafür seien rund 178 Millionen Euro reserviert.

Voraussetzung für digitales Lernen ist ein schnelles Internet. Ziel der Landesregierung sei, bis Jahresende 2022 alle Schulen mit dem leistungsfähigen Netz zu verbinden, sagte die Ministerin. Inzwischen sei knapp ein Drittel der NRW-Schulen angeschlossen. 40 Prozent seien bei der Umsetzung, bei weiteren 23 Prozent sei dies vorgesehen. Bei sieben Prozent gebe es noch keine Planungen der Schulträger.

Gebauer bekräftigte, dass das nächste Schuljahr an den Schulen im Regelbetrieb starten solle. Zugleich hat das Schulministerium das Lernen auf Distanz pädagogisch aufgearbeitet. Für 36 Millionen Euro wurde die Schulplattform Logineo und ein weiteres Lernmanagementsystem entwickelt, um die Digitalisierung der Schulen, das daran angepasste Arbeiten der Lehrer und das Lernen mit digitalen Medien zu unterstützen. Die Vorbereitung weiterer Angebote, etwa eines Messenger-Dienstes mit einer Videokonferenzlösung seien abgeschlossen.

Das Ministerium wolle zum neuen Schuljahr landesweite, digitale Fortbildungsangebote auch für Direktoren anbieten, sagte Gebauer. So sollen die Schulleiter zur Entwicklung von Unterricht und Schule in der digitalisierten Welt qualifiziert werden. Außerdem sind «Webinare» in Planung, um Lehrkräfte bei der Gestaltung von Distanzunterricht zu unterstützen.

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