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Studie der Uniklinik: 9 Prozent der Proben in NRW Mutanten

17.02.2021 - Die Corona-Mutanten aus England oder Südafrika gelten als ansteckender als das eigentliche Virus. Aber bei wie vielen Menschen in NRW können sie nachgewiesen werden? Die Uniklinik Münster hat jetzt eine Studie vorgelegt und nennt einen Prozentsatz.

  • Die Aufnahme zeigt eine 3D-Abbildung von SARS-CoV-2-Viren. Foto: Peter Mindek/Nanographics/apa/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Aufnahme zeigt eine 3D-Abbildung von SARS-CoV-2-Viren. Foto: Peter Mindek/Nanographics/apa/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Laut einer Studie der Uniklinik Münster sind rund 9 Prozent der in Nordrhein-Westfalen positiv auf das Coronavirus getesteten Proben auf die als ansteckender geltenden Virusmutanten zurückzuführen. Das teilte das Gesundheitsministerium des Landes am Mittwoch mit. Für die Studie wurde 933 Proben (Stichtag 27. Januar 2021) ausgewertet, die laut Ministerium weitestgehend als repräsentativ für die 53 Kreise des Landes gelten. Nicht alle Kreise konnten allerdings die gewünschte Anzahl von 5 bis 6 Proben pro 100 000 Einwohner liefern.

In 73 Proben wurde die englische Variante B.1.1.7 entdeckt, in fünf die Mutante aus Südafrika. Die Variante aus Südamerika ist nicht vertreten. Laut Mitteilung treten die Virusmutanten eher in den Ballungsräumen auf. Ländliche Regionen, auch die Grenzregion zu den Niederlanden, seien weniger betroffen.

«Unsere Daten deuten darauf hin, dass die Virus-Varianten weniger über die grenznahen Regionen als vielmehr durch überregionale Mobilität hinein in die Ballungsräume getragen werden», sagt Alexander Mellmann, Direktor des Instituts für Hygiene am Universitätsklinikum Münster und Leiter der Studie.

Die in Großbritannien entdeckte, wohl deutlich ansteckendere Variante des Coronavirus breitet sich nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in Deutschland schnell aus. Nach neuen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) stieg der Anteil der in Großbritannien entdeckten Mutation binnen zwei Wochen von knapp 6 auf mehr als 22 Prozent, teilte Spahn (CDU) am Mittwoch in Berlin mit.

Vor allem die Mutante B.1.1.7, die nach konservativen Schätzungen 35 Prozent ansteckender ist, bereitet den Virologen Sorgen. Auch für andere Varianten wie die südafrikanische wird eine höhere Übertragbarkeit angenommen, genaue Daten dazu gibt es aber noch nicht.

Das Land Nordrhein-Westfalen fördert die Studie mit dem Titel «Molekulare Surveillance von SARS-CoV-2-Varianten in NRW» mit 200 000 Euro. Ziel ist es, Ergebnisse zur tatsächlichen Verbreitung von Virusmutationen im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW zu erhalten.

Über das Ergebnis zeigte sich der Studienleiter nicht überrascht. «Tatsächlich entspricht im Ergebnis der hohe einstellige Prozentbereich genau dem, was ich so aus dem Bauch heraus geschätzt hätte», sagt Mellmann in einer Mitteilung der Uniklinik. Mit dieser Einschätzung habe er aber nicht alleine gestanden, betont der Professor, «sondern namhafte Virologen, u.a. Christian Drosten von der Charité haben das ähnlich vorhergesagt, allerdings ohne dass es bisher eine verlässliche Datenbasis gegeben hätte.» I

«Nordrhein-Westfalen nimmt damit eine Vorreiterrolle in der molekularen Surveillance ein. Die Studie liefert erstmalig einen repräsentativen Überblick zur Verbreitung von Virusvarianten. Typisch für das Virus: Dort, wo viele Menschen aufeinandertreffen und die Bevölkerungsdichte hoch ist, verbreitet sich das Virus schneller - egal ob Mutation oder die uns bekannte Variante», sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) laut Mitteilung. Der Minister hatte Mitte Januar im Landtag angekündigt, sich einen schnellen Überblick über die Ausbreitung verschaffen zu wollen. Sorge hatte ihm damals der Nachweis von Mutationen bei 10 Prozent der Corona-Infizierten im Nachbarland Niederlande bereitet.

In einzelnen Städten wie Düsseldorf liegt der Anteil der nachgewiesenen Mutanten an positiven Proben höher als im Landesschnitt. In der Landeshauptstadt wurde bei 27 Prozent der Nachweise die britische Variante gefunden. Das geht aus einer Antwort von Oberbürgermeisters Stephan Keller (CDU) an die Ratsgruppe Tierschutz/Freie Wähler zu möglichen Lockerungen hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert von der NRW-Landesregierung, dass in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern alle Corona-Fälle auf die Mutanten hin untersucht werden. «Das muss das Gesundheitsministerium jetzt anordnen und dafür auch die Kosten übernehmen», teilte Stiftungsvorstand Eugen Brysch zur Studie aus Münster mit.

Mutationen werden bei den Corona-Tests nicht automatisch erkannt. Dafür ist ein besonderes und teures Analyse-Verfahren nötig. Erst mit der sogenannten Sequenzierung kann zum Beispiel die englische Variante nachgewiesen.

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