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Thyssenkrupp treibt Umbau voran: Höhere Verluste erwartet

21.11.2019 - Essen (dpa) - Der angeschlagene Industriekonzern Thyssenkrupp treibt seinen Umbau voran. Im Zentrum stünden neben einer möglichen Trennung vom Aufzuggeschäft der Anlagenbau sowie Autokomponenten, teilte das Dax-Unternehmen am Donnerstag in Essen mit. Der Anlagenbau, der zur Zeit Verluste schreibt, soll operativ wieder auf Vordermann gebracht werden. Gleichzeitig prüft Thyssenkrupp die Möglichkeit, das Geschäft mit Partnern oder unter einem neuen Dach weiterzuentwickeln, hieß es.

  • Die Konzernzentrale von ThyssenKrupp spiegelt sich in einer Wasserfläche. Foto: Marcel Kusch/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Konzernzentrale von ThyssenKrupp spiegelt sich in einer Wasserfläche. Foto: Marcel Kusch/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Auch im Autozuliefergeschäft will die neue Chefin Martina Merz umbauen. Im Geschäftsfeld System Engineering, dass vor allem Komponenten rund um die Themen Karosserie und Antriebsstrang für die Automobilindustrie fertigt sowie Automatisierungslösungen für elektrische Speicher- und Antriebssysteme anbietet, sollen etwa 640 Stellen abgebaut werden. Insgesamt hat Thyssenkrupp für Restrukturierungen im laufenden Geschäftsjahr einen mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag vorgesehen.

Nach einem weiteren Verlustjahr streicht Thyssenkrupp die Dividende. Im vergangenen Geschäftsjahr 2018/19 (per Ende September) stieg der Fehlbetrag von 62 Millionen auf 304 Millionen Euro, wie das Unternehmen weiter mitteilte. Dabei belasteten schlechte Stahlgeschäfte, Verluste im Anlagenbau, Restrukturierungskosten sowie Rückstellungen für ein Kartellverfahren. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) sank um 44 Prozent auf 802 Millionen Euro, wobei das zur Disposition stehende Aufzuggeschäft den Löwenanteil beitrug.

Besserung ist für das laufende Jahr nicht zu erwarten. Thyssenkrupp geht im Stahlgeschäft von einer schwächeren Entwicklung aus. Das bereinigte Ebit soll daher das Niveau des Vorjahres erreichen. Höhere Restrukturierungskosten würden zu einem deutlich höheren Verlust führen als im Vorjahr, kündigte das Unternehmen an.

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