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Waldbrände halten Feuerwehren in Atem: Wind facht Feuer an

21.04.2020 - Wegen wochenlanger Trockenheit haben Feuer in Wald und Heide derzeit leichtes Spiel. Seit Montag ist die Feuerwehr in Nordrhein-Westfalen gleich an mehreren Stellen im Großeinsatz. Starke Winde lassen die Brände immer wieder auflodern.

  • Ein Feuerwehrfahrzeug steht vor einem brennenden Waldstück. Foto: Daniel Grotjans/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Feuerwehrfahrzeug steht vor einem brennenden Waldstück. Foto: Daniel Grotjans/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Zweitausend Liter fasst ein «Bambi Bucket», eine Art Riesen-Wassersack, der an einem langen Seil unter einem Hubschrauber hängt. Immer wieder fliegt der «Super Puma»-Helikopter der Bundespolizei an diesem Dienstag im deutsch-niederländischen Grenzgebiet im Raum Viersen vom Weiher Melickerven in das Brandgebiet im Naturschutzgebiet Meinweg. Dort brennen seit Montagmittag die Heide und der Wald, vor allem auf niederländischer Seite, wo das Gebiet Nationalpark ist und «De Meinweg» heißt.

Am Dienstagnachmittag schätzen die deutschen und niederländischen Behörden die betroffene Fläche auf 170 Hektar. Das entspricht etwa der Größe des Hamburger Alstersees. Auf deutschem Gebiet liegen dem Kreis Viersen zufolge davon etwa 10 Hektar. Rund 500 Feuerwehrleute sind im Schichtbetrieb im Einsatz. Die Grenzregion im Kreis Viersen ist derweil nicht der einzige Ort in NRW, in der Waldbrände die Feuerwehr in Atem hält: Seit Montag bekämpfen Einsatzkräfte auch in Gummersbach im Oberbergischen Kreis einen Waldbrand - dort wurden 50 Hektar vernichtet.

Das trockene Wetter und fast völlig ausgebliebener Niederschlag im April sorgen in Kombination mit dem aktuell starken Wind derzeit weithin für erhöhte Waldbrandgefahr.

Nachdem die Feuerwehrleute im deutsch-niederländischen Grenzgebiet den Brand schon gut im Griff zu haben schienen, sorgte am Dienstagnachmittag der Wind für ein erneutes Wiederaufflammen. Das Feuer breite sich sehr stark aus, meldeten die Sicherheitsbehörden der niederländischen Provinz Limburg auf Twitter. Aus dem Wald- und Heidegebiet stiegen weithin sichtbar große Rauchwolken auf, berichtete die niederländische Agentur ANP. Ein nahe gelegenes Wohnviertel musste evakuiert werden. Es würden nun extra Löschwagen eingesetzt, teilte die Feuerwehr mit. Auch ein Lösch-Helikopter sei im Einsatz.

Ein nahe gelegenes Wohnviertel, ein Campingplatz und ein Pferdehof, wurden evakuiert. Mit einem Handy-Alarm wurden Bürger in der Region aufgerufen, Fenster und Türen geschlossen zu halten und nicht zum Brandgebiet zu kommen.

Die Forstverwaltung fürchtet, dass viele kleine Reptilien und Amphibien in den Flammen ums Leben gekommen sind. «Der Brand hätte nicht zu einem schlechteren Zeitpunkt ausbrechen können als jetzt während der Brutsaison», sagte der niederländische Förster Robert Ouwerkerk der Nachrichtenagentur ANP. Er erwarte aber, dass Vögel, Rehe, Dachse und Wildschweine sich retten konnten.

Ein dpa-Fotoreporter berichtete am Nachmittag aus der Grenzregion, dass das Feuer nur noch rund 200 Meter von einem niederländischen Bauernhof entfernt sei. Die Feuerwehr sei bereits vor Ort, um den Hof zu schützen. Rund herum würde aus Sicherheitsgründen bereits alles nass gemacht.

Auch auf deutscher Seite fachte der Wind das Feuer am Nachmittag wieder an, so dass es über einen eigens errichteten Feuerschutzdamm hinübergeschlagen sei, sagte Gabriele Gotzen vom Kreis Viersen. Die Einsatzleitung sei jedoch zuversichtlich, dies in den Griff zu bekommen. In Gummersbach warnte die Feuerwehr auf Facebook: «Durch stark böige Winde ist das Feuer erneut entflammt und droht sich auszubreiten.» Der Kölner Stadt-Anzeiger hatte zuvor darüber berichtet.

Die Polizei geht unterdessen davon aus, dass der Waldbrand in Gummersbach-Strombach durch leichtfertigen Umgang mit Feuer verursacht wurde. Ein 24-Jähriger aus Gummersbach habe am Dienstag eine Polizeiwache aufgesucht und eingeräumt, dass er an der Stelle des Brandausbruchs durch leichtfertigen Umgang mit Feuer den ausgetrockneten Bodenbewuchs in Brand gesetzt habe, teilte die Behörde mit. Zusammen mit einem Zeugen habe er das Feuer ausgetreten und die Stelle in dem Glauben verlassen, dass das Feuer gänzlich gelöscht sei. An dem Einsatz in Gummersbach waren auch Hubschrauber der Landespolizei mit Löschwassergefäßen und Flugfeld-Löschfahrzeuge vom Airport Köln/Bonn beteiligt. NRW-Innenminister Herbert Reul dankte den Einsatzkräften. Sie machten «einen super Job».

Auch bei Wenden im Kreis Olpe gab es einen Waldbrand auf einer Fläche von rund drei Hektar. Dort waren bis zu 400 Feuerwehrleute im Einsatz, nachdem die Flammen am Montagabend ausgebrochen waren. Am Dienstagmorgen wurden noch Glutnester gelöscht. Ein Feuerwehrmann wurde leicht verletzt und vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht.

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