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Weniger HIV-Neuinfektionen: Experten fordern frühere Tests

27.11.2019 - Wird HIV früh entdeckt, können Medikamente einen Ausbruch der Immunschwächekrankheit Aids in den meisten Fällen verhindern. Auch in NRW wissen aber viele nicht von ihrer Infektion.

  • Ein Arzt nimmt bei der Berliner Aids-Hilfe e.v. an dem Finger eines jungen Mannes Blut ab. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Arzt nimmt bei der Berliner Aids-Hilfe e.v. an dem Finger eines jungen Mannes Blut ab. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bochum (dpa/lnw) - Trotz sinkender HIV-Neuinfektionen in Nordrhein-Westfalen sind nach Experten-Einschätzung im Kampf gegen Aids unverminderte Prävention und mehr frühe Tests nötig. Für NRW sei von geschätzt rund 19 300 Menschen mit HIV auszugehen, aber etwa 2200 unter ihnen wüssten davon nichts, seien also noch ohne entsprechende Diagnose. Das berichtete der Leiter des WIR-Zentrum für Sexuelle Gesundheit und Medizin an der Bochumer Uni, Norbert Brockmeyer, am Mittwoch unter Berufung auf Zahlen des Robert Koch-Instituts. «Dabei sollte es ein Antrieb sein, dass man bei früher Diagnose und der sehr guten Therapie, die wir haben, länger und besser leben kann - und auch ohne das Risiko, andere unwissentlich anzustecken.»

Die Zahl der Neuinfektionen ist 2018 in NRW nach RKI-Schätzung auf rund 510 Fälle (2017: 550) gesunken, mehrheitlich (420) sind es Männer. Angst vor Ausgrenzung und Stigmatisierung halte viele davon ab, sich auf das HI-Virus testen zu lassen, sagte Brockmeyer in Bochum zum bevorstehenden Welt-Aids-Tag am kommenden Sonntag (1.12.).

In Deutschland sei davon auszugehen, dass 88 Prozent der HIV-Infizierten diagnostiziert seien. Von diesen erhalten 93 Prozent eine Therapie. Sie wirke in gut 95 Prozent der Fälle. Die Viruslast im Blut werde dann unter die Nachweisgrenze gedrückt und ein Ausbruch der Immunschwächekrankheit Aids verhindert. Auch eine vorbeugende Behandlung («PrEP») habe die Zahl der Neuinfektionen mit gesenkt, meinte der renommierte Mediziner der Uni-Bochum. Dabei nehmen HIV-negative Menschen ein Medikament ein, um sich vor einer HIV-Ansteckung zu schützen.

Er sei PrEP gegenüber lange sehr skeptisch gewesen, aber in Verbindung mit Aufklärungsarbeit könne eine Einnahme bei Menschen mit hohem HIV-Risiko ratsam sein, sagte Brockmeyer. Das gelte vor allem für Männer, die mit Männern Sex haben oder öfters ihren Partner wechselten. Seit September übernähmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten. Das RKI hält weitere Analysen für nötig, um den Einfluss der PrEP zu beurteilen.

Aufklärung sei grundsätzlich extrem wichtig, betonte der Bochumer Experte. Die HIV-Zahlen seien zwar rückläufig, aber andere sexuell übertragbare Infektionen nähmen wieder zu - etwa Chlamydien und Gonorrhoe - besser bekannt als Tripper. In dem Zentrum werden Beratung, Tests, Therapie und Nachsorge angeboten, viele Player wie Aidshife und Gesundheitsamt arbeiten unter einem Dach.

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