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«Gum Wall» und Kampagnen gegen eklige Kaugummi-Flecken

25.08.2019 - Das leidige Problem ausgespuckter Kaugummis beschäftigt alle Städte. Die klebrige Masse muss mitunter mit der Hand abgekratzt werden. Appelle, Kampagnen und neuerdings auch bunte Kästen sollen helfen.

  • Abgekaute Kaugummis kleben an einer Stelle in der Opel Arena in Mainz. Foto: Peter Zschunke © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Abgekaute Kaugummis kleben an einer Stelle in der Opel Arena in Mainz. Foto: Peter Zschunke © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mainz (dpa/lrs) - Klebrige Kaugummis und hässliche Flecken in den Fußgängerzonen sind ein Dauerproblem der Städte. «Insbesondere an öffentlichen Plätzen, Bushaltestellen und Spielplätzen werden sorglos auf den Boden geworfene oder angeklebte Kaugummis zum Ärgernis der Menschen», sagte der Geschäftsführer des Gemeinde- und Städtebunds, Karl-Heinz Frieden, der Deutschen Presse-Agentur in Mainz.

«Je nach Straßenbelag muss die verklebte Masse entweder per Hand entfernt werden oder kann durch Maschinen beseitigt werden», berichtet Frieden. Erhebliche Kosten seien die Folge, beziffern ließen sich diese aber nicht so genau. «Wir appellieren an die Bürgerinnen und Bürger, die Kaugummis ordnungsgemäß zu entsorgen. Dass ist gut für das Stadtbild und reduziert die Beseitigungskosten», sagte Frieden. Aufklärungskampagnen zeigen nach seiner Einschätzung auch Wirkung. Eine neue Idee sind «Gum Walls» (Kaugummi-Wände oder -Boxen).

In der Opel-Arena in MAINZ stehen sie bereits, in der Stadt Kaiserslautern läuft derzeit ein Kreativ-Wettbewerb für solche Boxen. «Gum Walls» sollen Kaugummi-Kauern die Entsorgung der klebrigen Reste einfach und sogar lustvoll machen. «Die Box besteht aus einem robusten Metallkasten, dessen Innenteil mit kreativ gestalteten Andrückplatten für Kaugummis versehen ist», heißt es in einer Mitteilung der Stadt KAISERSLAUTERN. Die geschmacklos gewordenen Kaugummis könnten aber auch in den Kasten eingeworfen und so entsorgt werden.

Mitte Oktober sollen in der Stadt drei solche Geräte an zentralen Stellen aufgehängt werden. Das Pilotprojekt ist auf drei Monate angelegt. Städte wie Frankfurt, Limburg, Stuttgart und Duisburg sowie mehrere Kommunen in Dänemark und den Niederlanden setzten auch bereits erfolgreich auf solche bunten Entsorgungskästen.

Die Idee sei ganz einfach, heißt es in Limburg. «Wer sein Kaugummi ausgekaut hat und es entsorgen möchte, klebt es auf das eingespannte Papier.» Die Tafeln seien «ein echter Hingucker». In roten Kästen sind bunte Papiere mit auffälligen Smileys eingespannt. «Kaugummi bitte auf die Bildchen drücken», steht als Aufforderung darunter. Für 15 solcher «Gum Walls» hat die Stadt rund 7000 Euro ausgegeben.

Beim Bundesliga-Spiel von Mainz 05 gegen Borussia Mönchengladbach am Samstag hatten «Gum Boxen» ihren ersten Einsatz in der Opel-Arena. An fünf Stellen im Stadion gibt es jetzt eine solche Ablagestelle, «als saubere Ergänzung zu den Mülleimern». Es habe immer mal wieder Klagen über Kaugummis unter den Sitzen oder am Boden gegeben, sagte eine Vereinssprecherin. Die Reinigung sei schwierig und kostenintensiv. Auch in der Schweiz sei die «Gum Box» schon in Fußballstadien eingesetzt.

Die Stadt TRIER nennt die ausgespuckten Kaugummis «ein Dauerproblem». «Auch, wenn sich viele Menschen völlig korrekt verhalten und ihre Kaugummis im Mülleimer entsorgen, gibt es vor allem innerhalb der Fußgängerzone einige neuralgische Punkte, an denen es besonders viele Kaugummis auf dem Boden gibt - einfach aufgrund der Menschenmengen», sagt Stadtsprecher Ernst Mettlach. Auf dem hochwertigen, rauen und unebenen Pflaster in der Fußgängerzone seien die Kaugummis besonders schwer zu entfernen und klebten oftmals in den Fugen. Eine Alternative hat die Domstadt noch nicht gefunden.

Als positives Beispiel für die Wirkung einer Kampagne nennt der Chef des Städte- und Gemeindebunds Frieden die Ortsgemeinde KÄSHOFEN (Landkreis Südwestpfalz) mit weniger als 1000 Einwohnern. Sie habe mit Aufklärung und Selbstverantwortung der Bürger Erfolge erzielt. Die Käshofer hätten den Platz vor dem Dorfgemeinschaftshaus in rund 1000 Stunden unbezahlter Arbeit selbst gepflastert und Bürger Patenschaften für die Pflege von Grünflächen und Pflanzen übernommen. Zudem hielten sie Plätze und Straßen in Eigenleistung sauber. «Kaugummis gibt es dort so gut wie gar nicht.»

Die Stadt KOBLENZ hat es schon mal mit Plakaten versucht. «Im Jahr 2013 hat es bei uns eine Kampagne gegen das Ausspucken der Kaugummis gegeben», berichtete Stadtsprecher Thomas Knaak. «Mit Plakaten, die auf dem Boden angebracht wurden, sollte auf die Tatsache hingewiesen werden, dass Kaugummis in die vielfach vorhandenen Abfallbehälter geworfen werden sollen.» Wie groß und wie nachhaltig der Erfolg war, lasse sich nicht wirklich messen. Insbesondere in der Umgebung von Geschäften, die Essen verkaufen, seien die Kaugummis allgegenwärtig.

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