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«Kerosinregen» fällt erneut auf Pfälzerwald

29.04.2019 - Neustadt (dpa/lrs) - Inmitten der Diskussion über das umstrittene Notablassen von Flugzeugtreibstoff über dem Pfälzerwald ist über der Region erneut Kerosin niedergegangen - wohl erstmals in diesem Jahr. Wegen einer «technischen Unregelmäßigkeit» habe ein Passagierjet auf dem Weg von Frankfurt nach Chicago zurückkehren müssen, teilte die Lufthansa am Montag mit. Zur Vorbereitung auf die Landung, die sich am Samstag ereignete, habe die Maschine Kerosin freigesetzt.

  • Ein Flugzeug fliegt am Himmel und zieht Kondensstreifen hinter sich her. Foto: Federico Gambarini/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Flugzeug fliegt am Himmel und zieht Kondensstreifen hinter sich her. Foto: Federico Gambarini/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

«Diese Maßnahme ist leider unabdingbar notwendig, um sicher zu landen, da das Startgewicht eines frisch betankten Flugzeuges das maximal erlaubte Landegewicht deutlich überschreitet», hieß es. Die meldepflichtige Maßnahme sei nur in enger Abstimmung mit der Flugsicherung in ausgewiesenen Gebieten und nur in Ausnahmen erlaubt. Dies soll helfen, dass möglichst wenig Kerosin den Boden erreicht.

Angaben zur Menge machte das Unternehmen nicht. Die Initiative Pro Pfälzerwald nannte die Wetterbedingungen «denkbar schlecht» für die Umwelt. «Legt man die 50 Minuten (für das Kreisen über dem Pfälzerwald) für den Kerosinablass zugrunde, könnte sich die Kerosinmenge hier zwischen 75 und 100 Tonnen bewegen, zumal dieser Flugzeugtyp in der Lage ist, pro Minute 1,5 bis 2 Tonnen Kerosin in die Umwelt zu entlassen», teilte die Initiative mit. Über das Ablassen hatte auch die Zeitung «Die Rheinpfalz» berichtet.

«Fuel Dumping» ist vor allem im südlichen Rheinland-Pfalz ein Problem. Das Bundesland ist wegen der Nähe zum Frankfurter Flughafen vergleichsweise häufig von Kerosinablässen betroffen. Dem Umweltministerium in Mainz zufolge setzten Flugzeuge allein zwischen 2016 und November 2018 rund 590 Tonnen Kerosin über dem Bundesland frei. Kritiker fordern allgemein mehr Transparenz. So sei unklar, welche Folgen das Kerosin-Ablassen für Gesundheit und Umwelt haben.

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