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«Kümmerer» sollen Mitarbeitern von Karstadt Kaufhof helfen

10.07.2020 - Mainz, Worms, Trier und Landau - überall dort sollen Filialen von Karstadt Kaufhof dicht machen. Gerade in der Corona-Krise dürfte es für Betroffene schwer werden, einen neuen Job zu finden. Die Grünen-Fraktion sieht das Land in der Pflicht, das baut auf Kümmerer.

  • Das Logo von Galeria Karstadt Kaufhof klebt am Schaufenster. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Logo von Galeria Karstadt Kaufhof klebt am Schaufenster. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Rheinland-Pfalz will von Filialschließungen der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) betroffene Mitarbeiter unterstützen. Sogenannte Kümmerer sollten bei der beruflichen Neuorientierung unter die Arme greifen und mit Betroffenen Strategien für eine Um- oder Weiterbildung entwickeln, teilte das Arbeitsministerium in Mainz am Freitag mit. Die Helfer könnten ihre Netzwerke nutzen und unter anderem auch Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern herstellen. Die Grünen-Fraktion, die sich in einer parlamentarischen Anfrage mit GKK beschäftigt hatte, sieht Land und Arbeitsagentur in der Pflicht, die Beschäftigten zu unterstützen - und macht auch an anderen Stellen Handlungsbedarf aus.

Arbeitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) sagte mit Blick auf GKK: «Gern hätten wir als Land eine längere Laufzeit der Transfergesellschaft vereinbart.» Dies sei aber nur möglich, wenn sich alle Bundesländer an einer Verlängerung beteiligten. «Bedauerlicherweise konnten die Bundesländer sich nicht auf diese gemeinsame Linie verständigen.» Den Beschäftigten stehe es frei, ob sie in die Transfergesellschaft wechseln und im Anschluss das Angebot der Landesregierung zusätzlich in Anspruch nehmen.

Auch Verdi bedauerte, dass eine Verlängerung der Dauer der Transfergesellschaft von sechs auf zwölf Monate nicht zustande kam. Die Gewerkschaft organisiert derzeit Kundgebungen unter dem Motto «5 vor 12», um auf die Situation der Beschäftigten aufmerksam zu machen. Eine war am vergangenen Mittwoch in Worms, eine weitere folgt am Montag (13. Juli) in Mainz.

Bätzing-Lichtenthälers Ministerium geht derzeit davon aus, dass von den Filialschließungen in Mainz, Worms, Trier und Landau rund 250 Mitarbeiter betroffen sind. «Das sind mehr als ein Drittel der Angestellten, deren Perspektive zurzeit vollkommen unklar ist», sagte der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Daniel Köbler. Sie dürften nicht im Regen stehen gelassen werden.

Die bisherigen Pläne von Galeria Karstadt Kaufhof, deren Geschäft von coronabedingten Schließungen schwer getroffen worden war, sehen die Schließung von bundesweit 56 Kaufhäusern vor. Zuletzt äußerte der Sachwalter des Unternehmens, Frank Kebekus, im «Spiegel», noch auf die Rettung weiterer Filialen zu hoffen. Es werde noch mit einigen Vermietern gesprochen - «und ich hoffe, dass wir am Ende weniger als 50 Standorte schließen müssen», sagte der dem Magazin.

Wer genau GKK-Beschäftigten als Kümmerer zur Verfügung stehen wird, ist noch nicht klar. Diese Dienstleistung werde nun in einem öffentlichen Vergabeverfahren ausgeschrieben, teilte das Arbeitsministerium in Mainz mit. Das solle zügig geschehen. Ähnlich verfahren war das Land bereits im Jahr 2012 zur Unterstützung von Beschäftigten der Drogeriemarktkette Schlecker.

Die verbraucherschutzpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Katharina Binz, sagte in Mainz mit Blick auf GKK, in Zeiten des Internethandels hätten Kaufhäuser zwar nicht mehr den Stellenwert wie vor einigen Jahrzehnten. Aber: «Wir müssen uns dafür einsetzen, dass unsere Innenstädte durch Schließungen wie die der Galeria Karstadt Kaufhof-Filialen nicht ihre Seele verlieren.»

Das Arbeitsministerium hält eine Nachnutzung der Gebäude von GKK-Filialen im Land für «gut möglich». Die Immobilien befänden sich in attraktiven Innenstadtlagen, heißt es in der Antwort des Ministeriums auf die Anfrage der Grünen-Fraktion. Es sei davon auszugehen, dass die Städte durch die Schließung der Filialen keine größeren Einbußen in ihrer Attraktivität erführen. Genau vor einem solchen Verlust an Attraktivität warnte Jutta Blatzheim-Roegler, wirtschaftspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion. «Wir müssen neue Qualitätskonzepte entwickeln, um die Innenstädte als Wirtschaftsstandorte - vor allem gegen die Konkurrenz durch den Online-Handel - aufzuwerten.»

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