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«Wir sind Kirche» will Sondergenehmigung für Frauen-Diakonat

20.10.2019 - Frauen als Diakoninnen? Der Appell, Weiheämter der katholischen Kirche für Frauen zu öffnen, ertönt schon seit Jahrzehnten. Eine Reformbewegung macht nun einen neuen Vorstoß.

  • Demonstrantinnen der Bewegung «Maria 2.0» vor dem Kölner Dom. Foto: Roberto Pfeil/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Demonstrantinnen der Bewegung «Maria 2.0» vor dem Kölner Dom. Foto: Roberto Pfeil/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Neustadt an der Weinstraße (dpa/lrs) - Die Bewegung «Wir sind Kirche» fordert die deutschen Bischöfe auf, beim Papst eine Sondergenehmigung zur Einführung des Diakonats der Frau in Deutschland zu erwirken. Das könne unabhängig von dem geplanten deutschen Reformprozess «Synodaler Prozess» geschehen, teilte «Wir sind Kirche» am Sonntag mit. Eine Sprecherin der Deutschen Bischofskonferenz wollte dies auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur nicht kommentieren. Bereits im Mai hatten Frauen in Ehrenämtern der katholischen Kirche unter dem Motto «Maria 2.0» für mehr Mitwirkung gestreikt.

Die 44. Bundesversammlung der 1995 gegründeten Reformbewegung «Wir sind Kirche» beschloss bei ihrem Treffen von Freitag bis Sonntag im pfälzischen Neustadt an der Weinstraße nach eigenen Angaben einstimmig bei vier Enthaltungen ein Positionspapier für die nächsten Jahre.

Angesichts der «unsäglichen Schließungen und Zusammenlegungen von Pfarreien» in allen katholischen Bistümern wird «Wir sind Kirche» demnach noch stärker die Gemeinden und Glaubenden darin unterstützen, selbst initiativ zu werden, Verantwortung zu übernehmen und Kirche vor Ort zu sein. Gemeinsam mit anderen Reformkräften werde die Bewegung Kirchenleitungen kritisch begleiten und dringend nötige Reformprozesse einfordern und gestalten. Im Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung solle mit anderen kirchlichen und säkularen Gruppen zusammengearbeitet werden.

Den Reformprozess «Synodaler Weg» hatten die katholischen Bischöfe in Deutschland unter dem Eindruck des Missbrauchsskandals eingeleitet. Dabei geht es unter anderem um den Umgang der Kirche mit Macht, die umstrittene Ehelosigkeit von Priestern (Zölibat), die Sexualmoral und die Position von Frauen in der Kirche. «Wir sind Kirche»-Sprecher Christian Weisner sagte am Wochenende, der «Synodale Weg» sei ein «erster Schritt aus der selbstverschuldeten Krise».

Die Kirche habe «ihre moralische Autorität verloren, wenn sie nicht den Missbrauch und die Ursache des Missbrauchs aufarbeitet», sagte Weisner. Wenn es der katholischen Kirche in Deutschland dagegen gelinge, «die theologisch überhöhten Machtstrukturen zu knacken», könnte dies Vorbild für die Weltkirche sein.

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