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200 000 Corona-Impfungen am Monatsende

03.02.2021 - Die Corona-Neuinfektionszahlen in Rheinland-Pfalz steigen nicht mehr so stark. Ministerpräsidentin Dreyer spricht von «hoffnungsvollen Zahlen» und ist auch beim Impfstoff-Nachschub zuversichtlich.

  • Malu Dreyer (SPD), Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz. Foto: Andreas Arnold/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Malu Dreyer (SPD), Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz. Foto: Andreas Arnold/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Rund 200 000 Rheinland-Pfälzer sollen bis Ende Februar zumindest die erste Corona-Schutzimpfung bekommen haben. «Unser Ziel ist, dass bis Ende Februar 200 000 Menschen die erste und 140 000 die zweite Impfung erhalten haben», sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Mittwoch in Mainz. «Die Zweitimpfungen in Rheinland-Pfalz waren und sind gesichert», betonte Dreyer und wies damit Zweifel der CDU-Opposition zurück. «Rheinland-Pfalz ist deutschlandweit ganz vorn.» Bis Dienstag hatten rund 143 000 Menschen die erste und 23 500 die zweite Impfung erhalten.

«Der Impfzug rollt nicht ganz so schnell wie geplant, aber er rollt», sagte Dreyer mit Blick auf die Lieferengpässe und die rund 30 000 Termine in den Impfzentren, die um drei Wochen auf die Zeit nach dem 17. Februar verschieben werden mussten. «Ich bin zuversichtlich, dass der Impfzug, der bei uns gut läuft, im März noch einmal deutlich an Fahrt aufnehmen wird.» Die Hersteller hätten beim Impfgipfel mit der Kanzlerin plausibel dargelegt, wie sie mit Netzwerken und Kooperationen in Europa ihre Produktion steigern könnten. Und weitere Impfstoffe stünden kurz vor der Zulassung.

Nach der Zulassung des Impfstoffs von Astrazeneca für Menschen bis 65 Jahre könnten noch im Februar rund 32 000 Menschen aus der Gruppe mit der höchsten Priorität mit diesem Mittel geimpft werden. Aus den rund 130 000 registrierten Anmeldungen im Terminpool der Impfzentren seien dafür 22 000 Menschen der entsprechenden Berufs- und Altersgruppen herausgesucht worden. Zu den besonders gefährdeten Berufsgruppen zählen unter anderem ambulante Pfleger und Pflegerinnen sowie Mitarbeiter von Rettungsdiensten. Dazu kämen rund 10 000 Mitarbeiter aus Krankenhäusern mit einem besonders hohen Infektionsrisiko unter 65 Jahren. Zwei Lieferungen des neuen Impfstoffs seien im Februar angekündigt - insgesamt mehr als 103 000 Dosen, sagte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD).

Bis zur nächsten Ministerpräsidentenkonferenz am kommenden Mittwoch (10. Februar) sei mit dem ersten Aufschlag des nationalen Impfplans zu rechnen, sagte Dreyer. Sie gehe davon aus, dass dann klar sei, wie viel Impfstoff in den nächsten Quartalen komme. «Mit den größeren Impfstoffmengen werden wir ab April deutlich mehr Impfberechtigten eine Corona-Schutzimpfung anbieten können.»

Die Erstimpfungen in den 474 Altenheimen mit ihren mehr als 40 000 Bewohnern würden in dieser Woche abgeschlossen, sagte Bäzting-Lichtenthäler. Für Bewohner und Mitarbeiter, die sich zunächst nicht impfen lassen wollten, werde es auch noch einen zweiten, dritten und vierten Durchgang geben. Die Impfquote liege derzeit bei rund 80 Prozent der Bewohner und 70 Prozent der Beschäftigten. Meldungen über Todesfälle im Zusammenhang mit der Impfung gebe es in Rheinland-Pfalz nicht. Vom 1. März an sollen sich auch alle niedergelassenen Mediziner und Zahnärzte impfen lassen können.

Die rund 20 000 bettlägerigen Menschen könnten nach neuen Forschungsergebnissen doch mit dem Präparat von Biontech/Pfizer geimpft werden, aber auch bisher nur mit diesem. Dafür werde ab 1. März ein Pilotprojekt mit den Hausärzten vorbereitet. Bis Ende März/Anfang April sollen alle über 80-Jährigen in Rheinland-Pfalz geimpft sein.

Von den insgesamt schätzungsweise 420 000 Menschen, die zu der höchsten Priorisierungsstufe der Bundesimpfverordnung zählen, hätten bereits 142 000 die erste Impfung bekommen und weitere 30 000 Menschen bereits einen Termin nach dem 17. Februar. Dazu kämen weitere 130 000 Menschen, die bereits registriert seien und ab 1. März einen Termin bekommen sollen.

Dreyer kündigte an, Landräte, Oberbürgermeister, das Deutsche Rote Kreuz, niedergelassene Ärzte und die Impfdokumentation zu einer «Impfkonferenz» einzuladen, um die Logistik für die Zeit zu besprechen, wenn es deutlich mehr Impfstoff gebe. Jeder Impfstoff brauche zudem eine andere Behandlung. Derzeit könnten in den Impfzentren rund 20 000 Menschen an jedem Tag geimpft werden - auch am Wochenende.

Die Gesundheitsämter registrierten 545 neue Corona-Infektionen. Die Zahl der Menschen, die an oder mit Covid-19 gestorben sind, stieg um 30 auf 2646 am Mittwoch (Stand 14.10 Uhr), wie das Landesuntersuchungsamt mitteilte. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen bezogen auf 100 000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen, lag landesweit bei 70,3 und damit unter dem Wert der Vorwoche (90,0). Das ist der niedrigste Stand seit dem 25. Oktober.

Acht der 36 Städte und Landkreise sind unter dem Schwellenwert von 50, darunter auch die Landeshauptstadt Mainz (46,2). Die niedrigste Inzidenz wurde für die Stadt Zweibrücken mit 11,7 ermittelt. Dreyer sprach von «hoffnungsvollen Zahlen».

Der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl, Christian Baldauf, warf der Landesregierung eine «gefährliche Impfstrategie» gegen Corona vor. «Die zweite Impfung scheint gesichert zu sein», sagte er. Trotzdem mache er sich darüber noch immer Sorgen und halte Nachhaltigkeit für besser als das sogenannte rollierende System. Dafür habe sich die Landesregierung wohl auch entschieden, um im Impf-Ranking der Bundesländer weiter nach oben zu kommen. Dreyer entgegnete: «Als Ministerpräsidentin ist es meine Verpflichtung, möglichst viele Bürger an den Impfstoff partizipieren zu lassen.» Die zweite Impfung sei nie in Gefahr gewesen.

Verfügbarer Impfstoff wird beim rollierenden System möglichst zeitnah gespritzt. Die Zweitimpfung wird in Rheinland-Pfalz nach 28 Tagen gesetzt. Weil es an Impfstoff fehlte, wurden deshalb weitere Erstimpfungen abgesagt, aber keine Zweitimpfungen. Für den vollen Schutz sind zwei Impfungen in einem Abstand von mindestens drei Wochen notwendig.

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