ADFC kritisiert Rheinland-Pfalz für Zustände im Radverkehr

16.03.2021 Nach Ansicht des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs ist die Infrastruktur für Radfahrer in den rheinland-pfälzischen Städten nicht zufriedenstellend. Dazu trage auch eine zurückhaltende Haltung im Verkehrsministerium bei.

Eine Vielzahl von Menschen in Rheinland-Pfalz bewertet die Sicherheit für Radfahrer in den Kommunen als unzureichend. Foto: Jonas Güttler/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Eine Vielzahl von Menschen in Rheinland-Pfalz bewertet die Sicherheit für Radfahrer in den Kommunen als unzureichend. Das sagte Sara B. Tsudome, Geschäftsführerin des Landesverbandes des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

«Dass sich Radfahrer in den Städten sicher fühlen, ist eine absolute Ausnahme», fügte sie hinzu. An der aktuellen Befragung zum Fahrradklima-Test hatten sich Tausende Menschen bundesweit beteiligt. Allein in Rheinland-Pfalz nahmen etwa 6000 Menschen aus 27 Kommunen an der Befragung teil, wie Tsudome sagte. Die Studie ist allerdings nicht repräsentativ.

Bei der Einschätzung der Fahrradfreundlichkeit erreichte Mainz den zehnten von 26 Plätzen bei Städten mit 200 000 bis 500 000 Einwohnern. Auch wenn die Landeshauptstadt damit im Mittelfeld landete, müssen aus Sicht des ADFC viele Kommunen in Rheinland-Pfalz dringend ihre Attraktivität in Sachen Radverkehr steigern. Das gelte beispielsweise für sichere Radwegeführungen. Außerdem sei es nach wie vor ein großes Problem, dass Autofahrer ihre Fahrzeuge auf Radwegen abstellten.

Aus Sicht des ADFC müsse die Politik künftig stärker auf die Belange der Radfahrer eingehen und dies auch in der Verkehrspolitik stärker vertreten. «Wir haben jedenfalls momentan nicht den Eindruck, dass es im Verkehrsministerium von Volker Wissing große Ambitionen mit Blick auf den Radverkehr in Rheinland-Pfalz gibt», kritisierte die ADFC-Geschäftsführerin. Der FDP-Politiker ist seit Mai 2016 Verkehrsminister in Rheinland-Pfalz.

Wünschenswert wäre es auch, wenn in den Kommunen mehr Tempo-30-Zonen entstehen würden. Das könne zu einer Entspannung im täglichen Straßenverkehr beitragen. Dies könnten Städte und Gemeinden allerdings nur in Ausnahmefällen beschließen. Grundsätzlich sei der Bund dafür zuständig.

Den Fahrradklima-Test führt der ADFC in Kooperation mit dem Bundesverkehrsministerium alle zwei Jahre durch. Am Dienstag wurden die Ergebnisse der letzten Erhebung im Herbst 2020 bekannt gegeben.

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