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AfD-Fraktion will Handwerks- und Gewerbeschulen einführen

10.09.2019 - Joachim Paul gilt als heißester Kandidat auf die Nachfolge von Uwe Junge an der AfD-Landesspitze. Als bildungspolitischer Sprecher der Fraktion kündigt er eine Initiative zur Umgliederung des Schulsystems an. Die Regierung sieht dafür so gar keine Notwendigkeit.

  • Ein Fliesenleger bearbeitet Fliesen für eine Wand. Foto: Ina Fassbender/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Fliesenleger bearbeitet Fliesen für eine Wand. Foto: Ina Fassbender/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mainz (dpa/lrs) - Noch im September will die AfD-Fraktion einen Antrag für eine neue Gliederung des rheinland-pfälzischen Schulsystems in den Landtag bringen. Demnach soll neben dem Gymnasium künftig schon ab der fünften Klasse zwischen einer Realschule und einer Handwerks- und Gewerbeschule (HGS) unterschieden werden, wie der bildungspolitische Sprecher Joachim Paul und Fraktionsvize Michael Frisch am Dienstag in Mainz ankündigten. Das Bildungsministerium sieht keinerlei Notwendigkeit für Änderungen.

Konkret spricht sich die AfD-Fraktion dafür aus, dass die Grundschule eine verbindliche Empfehlung für die weiterführende Schule abgibt. Die Empfehlung solle mit einer erfolgreich bestandenen Prüfung aufgehoben werden können. Den Vorwurf, den Elternwillen ein Stück weit einzuschränken, scheue man nicht, sagte Paul. Die Integrierten Gesamtschulen (IGS) will die AfD zunächst nicht antasten. Die Realschule solle nach zehn Jahren mit der Berufsreife enden, die angedachte Handwerks- und Gewerbeschule nach neun Jahren.

Im derzeitigen rheinland-pfälzischen Schulsystem gibt es seit Abschaffung der Hauptschule Gymnasien, Integrierte Gesamtschulen und Realschulen plus. An letzter können Schüler nach erfolgreichem Besuch der neunten Klasse die Berufsreife erlangen, nach der zehnten den qualifizierten Sekundarabschluss I. Die AfD-Fraktion hält die Realschule plus für ein «Sorgenkind», die Leistungsfähigkeit der Schüler sei in den Klassen dort zu unterschiedlich.

Anders das Bildungsministerium, das betonte: «Rheinland-Pfalz hat ein gut funktionierendes und ein besonders durchlässiges Bildungssystem, das unsere Schülerinnen und Schüler hervorragend auf das Leben vorbereitet». Es ermögliche alle Abschlüsse, von der Berufsreife über den qualifizierten Sekundarabschluss bis hin zum Fachabitur und Abitur. Es sei vor dem Hintergrund nicht nachvollziehbar, dass die AfD wieder das dreigliederige Schulsystem einführe wolle.

Paul und Frisch monierten, es gebe im Land den Trend hin zu einer Einheitsschule, die aber nicht zur unterschiedlichen Leistungsfähigkeit der Schüler passe. Paul zufolge soll eine HGS vor allem Grundlagen für die Berufspraxis im Handwerk legen, Praktika bieten und eng mit Betrieben kooperieren. An der Realschule mit einem möglichen Ende nach neun oder zehn Jahren nach Abschlussprüfungen sei angedacht, Deutsch, Mathematik und möglicherweise Wirtschaftslehre zu verbindlichen Abschlussfächern zu machen. Um Lehrer für die HGS zu qualifizieren, brauche es einen neuen Studiengang.

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