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Ampelfraktionen und CDU: Antrag zur Gedenkkultur im Plenum

24.01.2020 - Mainz (dpa/lrs) - Die Verfolgung Homosexueller nach der NS-Diktatur in den einzelnen Regionen von Rheinland-Pfalz muss nach dem Willen der Ampelfraktionen und der oppositionellen CDU im Mainzer Landtag weiter erforscht werden. Die Landesregierung solle sich zudem auch künftig für die Bildungs- und Gedenkarbeit sowie für die Aufarbeitung der NS-Zeit unter der Berücksichtigung aller Opfergruppen einsetzen, heißt es in dem Antrag der vier Faktionen für das Plenum in der kommenden Woche. «Der Antrag zur Gedenkkultur ist aktueller denn je», sagte der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion, Jens Guth, am Freitag in Mainz.

  • Jens Guth (SPD). Foto: picture alliance / dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Jens Guth (SPD). Foto: picture alliance / dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Auf die vollständige rechtliche Gleichstellung und gesellschaftliche Akzeptanz queerer Lebensweisen müsse die Landesregierung weiter hinwirken und sich weiter für eine offene und akzeptierende Gesellschaft einsetzen, heißt es in dem Antrag. «Ziel des Erinnerns ist es, das Schicksal aller Opfer im Bewusstsein der Menschen wachzuhalten, ohne ein einziges zur relativieren.»

Das Gedenken des Landtags am 27. Januar - dem Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau vor 75 Jahren - steht in diesem Jahr erstmals im Zeichen der verfolgten Homosexuellen. «Die erst späte und noch andauernde Aufarbeitung des Schicksals von Homosexuellen als Opfer des Nationalsozialismus führt deutlich vor Augen: Gedenkarbeit ist nie abgeschlossen, sie ist ein Prozess des stetigen Vergegenwärtigens - der Perspektive der Opfer, der Täter und der eigenen Verantwortung.» Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transidente und Intersexuelle seien noch immer von Diskriminierung und Gewalt betroffen.

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