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Amphibien zieht es in mildem Winter schon früh ans Gewässer

08.02.2020 - Die ersten wurden schon gesichtet und sicher über die Straße geleitet: Kröten, Frösche und Molche beginnen bei milden Temperaturen mit ihrer Wanderung. Nach zwei trockenen Jahren ist ihre Zahl rückläufig.

  • Im Lichtschein eines vorbeifahrenen Autos krabbelt eine Kröte über eine Landstraße. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Im Lichtschein eines vorbeifahrenen Autos krabbelt eine Kröte über eine Landstraße. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bad Sobernheim (dpa/lrs) - Die Zeit der Lurchenliebe naht: Milde Temperaturen locken diesmal schon im Februar Amphibien aus ihren Winterquartieren. «Die ersten wurden schon gesehen», sagt Christian Henkes von der Regionalstelle Rheinhessen-Nahe des Naturschutzbunds (Nabu). «Das ist ziemlich früh.» In der zurückliegenden Woche brachten Nachtfröste den Aufbruch nochmal zum Stillstand. Je nach Wetter werden dann in den nächsten Wochen wieder Tausende von Amphibien zu Teichen, Seen und langsam fließenden Bächen ziehen, um sich zu paaren.

An der Mosel sammelten Naturschützer nach Nabu-Angaben in der Nacht zum 1. Februar nahezu 100 Kröten, Grasfrösche und Molche ein und brachten sie in ihr Laichgebiet. Sie wären sonst dem Straßenverkehr zum Opfer gefallen. Wird nur ein Weibchen überfahren, bedeutet dies etwa 5000 Kaulquappen weniger.

Vor allem Braunfrösche und Grasfrösche seien schon vereinzelt unterwegs, weil sie sehr von der Temperatur gesteuert seien, erklärt Karl-Heinz Fuldner vom Nabu in Bad Sobernheim (Kreis Bad Kreuznach). «Die Erdkröten verhalten sich noch ruhig, das dauert noch bis Ende Februar oder Anfang März.»

Die Amphibien-Bestände seien allgemein rückläufig, erklärt Fuldner. Nach zwei Jahren mit einem heißen und trockenen Sommer werde sich dieser Trend auch 2020 fortsetzen. Am stärksten gefährdet seien Erdkröten oder Fadenmolche, die nur kurz zum Laichen in die Gewässer kommen. «Bergmolch und Grünfrosche, die den ganzen Sommer im Gewässer bleiben, sind weniger betroffen.»

Im Schnitt zählen die Naturschützer an den drei Krötenzäunen bei Bad Sobernheim um die 8000 Tiere im Jahr. Sie setzen sich für eine Untertunnelung der Landesstraße 229 an, im Zusammenhang mit einer geplanten Erneuerung der Fahrbahn. Eine solche Amphibienleitanlage wurde auch zwischen Wöllstein (Kreis Alzey-Worms) und Badenheim (Kreis Mainz-Bingen) an der Landesstraße 415 errichtet. Dort führt ein Leitblech die Tiere zu zwei Unterführungen, so dass die Amphibien nicht mehr von Hand eingesammelt werden müssen, um sie sicher über die Straße zu bringen.

Solche Tunnellösungen sind auch deswegen sinnvoll, weil sie nicht nur die Wanderung im Frühjahr, sondern auch den Rückweg der Tiere sichern, wenn sie im Mai und Juni aus den Gewässern zurückwandern. «Die Jungtiere sind so groß wie ein Fingernagel, da ist die Aufmerksamkeit der Autofahrer viel geringer», sorgt sich Fuldner.

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