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Anklage gegen mutmaßliche IS-Rückkehrerin erhoben

18.06.2020 - Die Generalstaatsanwaltschaft in Koblenz hat Anklage gegen eine mutmaßliche IS-Unterstützerin aus Idar-Oberstein erhoben. Die Frau ist die erste IS-Rückkehrerin aus Rheinland-Pfalz.

  • Das Türschild des Oberlandesgericht in Koblenz. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Türschild des Oberlandesgericht in Koblenz. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Gegen eine 29 Jahre alte mutmaßliche IS-Unterstützerin aus Idar-Oberstein ist Anklage vor dem Staatsschutzsenat am Oberlandesgericht Koblenz erhoben worden. Wie die Generalstaatsanwaltschaft in Koblenz am Donnerstag mitteilte, soll sie sich von September 2014 bis Anfang Februar 2019 als Mitglied des IS beteiligt haben.

Sie soll dabei von Syrien aus über soziale Medien und Messenger-Dienste die Ideologie des IS nach außen propagiert, die Tötung Andersdenkender durch den IS gerechtfertigt und zur Ausreise in das von dem IS proklamierte «Kalifat» aufgerufen haben. Dafür sei sie vom IS auch bezahlt worden, hieß es. Die Frau hat sich laut Mitteilung bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert. Das Oberlandesgericht wird nun über die Zulassung der Anklage entscheiden.

Die 29-Jährige ist die erste mutmaßliche IS-Rückkehrerin aus Rheinland-Pfalz. Sie war Mitte Januar zusammen mit drei Kindern von der Türkei nach Deutschland abgeschoben und in Frankfurt festgenommen worden. Die Frau sitzt seitdem in Koblenz in Untersuchungshaft.

Die Auswertung der Beweismittel wie ein Smartphone, die die 29-Jährige bei ihrer Festnahme am Frankfurter Flughafen mit sich führte, stützen laut Generalstaatsanwaltschaft den Verdacht, «dass sie sich während ihres Aufenthalts in Syrien in die Organisation des IS integrierte und regen Austausch mit anderen Mitgliedern pflegte». Außerdem habe sie mit ihrer Familie Häuser bewohnt, die ihr von der Organisation zur Verfügung gestellt worden gewesen seien, hieß es.

Die Frau ist nach bisherigen Erkenntnissen im September 2014 nach intensiver Vorbereitung mit ihrem nach islamischen Recht verheirateten Mann und zwei seiner Schwestern aus Idar-Oberstein über die Türkei nach Syrien gereist. Während ihr Mann die militärische Ausbildung absolvierte, habe sich die Beschuldigte zunächst in ein Haus für Frauen des IS begeben. Spätestens seit Ende 2014 soll sie mit ihrem Mann in einer syrischen Stadt gelebt und einen Sohn zur Welt gebracht haben. Der Mann im März 2015 sei bei einem Gefecht von kurdischen Kämpfern bei Tal Hamis in Syrien getötet worden, hieß es.

Die Frau soll noch drei weitere Male IS-Kämpfer geheiratet haben, die ihr vom IS vermittelt worden seien. Zwei Männer starben demnach ebenfalls bei Kämpfen, aus der Verbindung mit dem letzten Ehemann brachte die Frau im Oktober 2017 Zwillinge zur Welt. Die Frau wurde den Angaben zufolge schließlich von kurdischen Kräften festgesetzt.

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