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BASF baut tausende Stellen ab: Schlag für Ludwigshafen

27.06.2019 - Schritte waren angekündigt, nun wird es konkret: Der Chemiekonzern BASF strukturiert sich nach einem Einbruch des Gewinns umfassend um. Die Ludwigshafener wollen schlanker werden und bauen kräftig Stellen ab. Die Heimat des Unternehmens, Ludwigshafen, trifft es recht hart.

  • Stellenabbau bei BASF trifft Standort Ludwigshafen. Foto: Uwe Anspach/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Stellenabbau bei BASF trifft Standort Ludwigshafen. Foto: Uwe Anspach/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ludwigshafen (dpa) - Die von BASF im vergangenen November angekündigte Umstrukturierung des Konzerns bringt den Abbau tausender Jobs mit sich. Weltweit sollen bei dem Chemieriesen bis Ende 2021 insgesamt 6000 Stellen wegfallen, wie das Dax-Unternehmen am Donnerstag in Ludwigshafen mitteilte. Das sind knapp fünf Prozent der global 122 000 Menschen, die BASF Ende 2018 beschäftigt hat.

Ungefähr die Hälfte der Stellen soll in Deutschland wegfallen, der überwiegende Teil am Heimatstandort Ludwigshafen, wie ein Sprecher sagte. Dort zählte BASF Ende 2018 knapp 40 000 Mitarbeiter. In Ludwigshafen sind dem Sprecher zufolge nach der aktuellen und bis Ende 2020 gültigen Standortvereinbarung betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertretung vereinbarten nun, Verhandlungen für eine neue Standortvereinbarung vorzuziehen. Ziel sei es, im ersten Halbjahr 2020 eine neue Vereinbarung zu unterzeichnen, hieß es in einer Mitteilung.

Das begrüßte auch die IG BCE im Bezirk Ludwigshafen. Die Gewerkschaft nannte den angekündigten Stellenabbau «eine Herausforderung» für die Beschäftigten. Viele seien verunsichert, ob ihre Beschäftigung langfristig sicher sei. Das Ganze sei eine unternehmerische Entscheidung, aber: «Wir werden jedoch genau hinsehen, welche Tätigkeiten entfallen und wir werden uns für betroffene Kolleginnen und Kollegen einsetzen, dass ihr Arbeitsverhältnis bestehen bleibt», sagte Bezirksleiter Gunther Kollmuß.

BASF will seine Organisationsstrukturen verschlanken, unter anderem in der Verwaltung. Zu schaffen machen dem Unternehmen mehrere Faktoren, etwa die schwächelnde Konjunktur, die Autoflaute, der Handelsstreit zwischen den USA und China, im vergangenen Jahre kam noch das Niedrigwasser im Rhein hinzu. Das alles schlug sich in einem deutlichen Gewinnrückgang 2018 nieder. Der Nachsteuergewinn schrumpfte um mehr als ein Fünftel auf 4,7 Milliarden Euro.

Damit steht BASF nicht allein. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) hatte Mitte Mai mitgeteilt, die schwächere Weltwirtschaft mache der deutschen Chemie- und Pharmabranche zu schaffen. Sie stelle sich nach einem kräftigen Umsatzrückgang im ersten Quartal weiter auf ein schwieriges Jahr ein. Von Januar bis März sank der Umsatz der Chemie- und Pharmabranche demnach gemessen am Vorjahresquartal um 3,8 Prozent auf 48,3 Milliarden Euro, die Produktion sank um 6 Prozent. Der Verband erwartet 2019 einen Umsatzrückgang von 2,5 Prozent. Grundsätzlich reagiert die Chemiebranche als Lieferant etwa für die Auto-, Bau- und Kosmetikindustrie früh auf Konjunkturschwankungen und hatte schon Ende 2018 vor Rückschlägen gewarnt.

BASF-Finanzchef Hans-Ulrich Engel hatte kürzlich festgestellt: «Wir befinden uns insgesamt in einem schwierigeren Fahrwasser, als wir das im Februar erwartet haben.» Im Februar waren die Zahlen für 2018 vorgelegt worden. Bereits im November davor hatte BASF-Chef Martin Brudermüller ein umfangreiches Programm zur Umstrukturierung angekündigt. Das soll ab Ende 2021 jährlich zwei Milliarden Euro zum operativen Gewinn (Ebitda) beisteuern.

Die nun angekündigte Neuausrichtung samt Stellenabbau ist Teil der neuen Strategie und soll dem Unternehmen zufolge einen Effekt von rund 300 Millionen Euro haben. Kosten einsparen will Brudermüller etwa in der Produktion, Logistik, Forschung und Entwicklung. Außerdem verkauft BASF Teilbereiche. Nichtsdestotrotz schließt der Konzern nicht aus, in den kommenden Jahren auch wieder zusätzliche Mitarbeiter zu benötigen etwa in der Produktion oder für das Thema Digitalisierung - «jedoch abhängig von zukünftigen Wachstumsraten».

Ein zentrales Element in der neuen Unternehmensstruktur soll ein Corporate Center sein mit weniger als 1000 Mitarbeitern. Es soll den Vorstand unterstützen, das Unternehmen zu steuern und zentrale Aufgaben etwa bei der Strategieentwicklung, Finanzen, Recht, Personal und Kommunikation übernehmen. Neu entstehen soll eine Einheit namens «Global Business Services», ein weltweites Netz aus rund 8000 Mitarbeitern, das Dienstleistungen für die einzelnen Unternehmensbereiche erbringen soll. Die Leitung hier soll der derzeitige Leiter des Bereichs Finance, Marc Ehrhardt, übernehmen.

«Wir werden uns beim Aufbau der neuen Organisation darauf konzentrieren, konsequent Synergien zu heben, Schnittstellen zu reduzieren und mehr Flexibilität und Kreativität zu ermöglichen», erklärte Konzernchef Brudermüller. «Wir werden unsere Organisation weiterentwickeln, um effektiver und effizienter zu arbeiten.»

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