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Bauern in Rheinland-Pfalz erwarten geringere Getreideernte

16.07.2020 - Der bislang eher kühle Juli hat die Ernte verzögert. Aber die Landwirte sind froh, dass ihre Felder weit besser dastehen, als sie nach der Trockenheit im April befürchtet haben. Auch aus der Corona-Krise sind sie bislang «mit einem blauen Auge» davongekommen.

  • Ein Landwirt erntet mit einem Mähdrescher Wintergerste. Foto: Philipp Schulze/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Landwirt erntet mit einem Mähdrescher Wintergerste. Foto: Philipp Schulze/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach extremer Trockenheit im Frühjahr sind die schlimmsten Befürchtungen der Getreidebauern in Rheinland-Pfalz nicht eingetreten, die Erntemenge wird aber wohl leicht unterdurchschnittlich ausfallen. «Wir haben es mit einer sehr heterogenen Ernte zu tun», sagte der Präsident des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Pfalz Süd, Eberhard Hartelt, am Donnerstag in Alzey-Dautenheim. Grund seien die regional sehr unterschiedlichen Regenmengen. Aber nach der Trockenheit im April habe der Mai gerade noch rechtzeitig drohende Ernteausfälle verhindern können.

Im Norden von Rheinland-Pfalz sagte der Fachausschussvorsitzende beim Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau, Wilfried Berg: «Das deckt sich weitgehend mit der Situation in unserer Region.» Im Mai habe es ungewöhnlich große Frostschäden gegeben. Nach ausreichenden Niederschlägen im Juni sehe es auf etlichen Feldern gar nicht schlecht aus, etwa bei Winterweizen und Sommergerste. Die Ernte werde sich bis weit in den August hinziehen - «im Hunsrück wurde bisher noch nicht viel gedroschen».

Von weit unterdurchschnittlichen Erträgen beim Raps sprechen die Landwirte in beiden Teilen des Landes. In Rheinhessen und der Pfalz habe es deutliche Einbußen gegeben, bis zur Hälfte der Erträge, sagte Hartelt.

Die kühle erste Julihälfte hat die Getreidereife verzögert. Die Ernte der mit Wintergerste bestellten Felder sei in Rheinhessen größtenteils abgeschlossen und laufe jetzt auch in der Westpfalz an, sagte Hartelt. Auf seinen Feldern mit Sommergerste werde er wohl noch bis Ende August dreschen, sagte der Dautenheimer Landwirt Bernhard Storr, auf dessen Weingut der Verband seine Ernteprognose vorstellte.

Ende April sei eine desaströse Ernte erwartet worden, sagte der Vorsitzende des Fachausschuss Pflanzenbau im Bauernverband Süd, Adolf Dahlem. Jetzt seien die Landwirte froh, dass es über alle Getreidekulturen hinweg doch auch akzeptable Erträge gebe. Dank der Niederschläge im Juni seien die einzelnen Körner relativ groß ausgebildet, was die eher geringe Dichte an Getreidehalmen ausgleiche.

Mit besonderen Herausforderungen hat die Corona-Situation die Landwirte konfrontiert. Der Mangel an Saisonarbeitskräften aufgrund der Corona-Pandemie führte nach Angaben des Verbands dazu, dass in Rheinhessen rund 30 Prozent weniger Spargel gestochen wurden, als möglich gewesen wäre; in der Vorderpfalz waren es bis zu 40 Prozent weniger. Dies verbunden mit höheren Kosten aufgrund zusätzlicher Hygiene-Vorkehrungen und Einbußen wegen der Schließung von Gaststätten habe zu deutlichen Einbußen geführt, sagte Hartelt. «Aber insgesamt sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen.»

Auch auf andere Kulturen hat sich die Ausnahmesituation wegen der Corona-Pandemie ausgewirkt. So machte sich der Einbruch des Bierkonsums aufgrund der Schließung von Gaststätten beim Absatz von Braugerste bemerkbar. Umgekehrt nahm nach Angaben des Landwirts und CDU-Landtagsabgeordneten Johannes Zehfuß die Nachfrage bei Speisekartoffeln deutlich zu, während bei Wirtschaftskartoffeln für die Herstellung von Chips und Pommes Frites ein deutlicher Einbruch spürbar war.

Auf weiterhin scharfe Kritik stößt bei den Landwirten das niedrige Niveau der Erzeugerpreise. «Wir sind angetreten, hochwertige Lebensmittel zu produzieren», sagte Storr. «Aber der Preis, zu dem man sie abkauft, entspricht nicht dem Wert. Lebensmittel sollten einen anderen Stellenwert erhalten, dass wir auch davon leben können.»

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