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Betreiber der Untergrundplattform «Fraudsters» gefasst

04.07.2019 - Cyber-Fahnder haben schon lange gegen die illegale Plattform ermittelt. Jetzt haben sie in Schleswig-Holstein den mutmaßlichen technischen Leiter verhaftet.

  • Handschellen liegen auf einem Tisch. Foto: Armin Weigel/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Handschellen liegen auf einem Tisch. Foto: Armin Weigel/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Koblenz (dpa/lno) - Drogen, Daten, gefälschte Urkunden - auf der Untergrundplattform «Fraudsters» wurde nach Angaben von Ermittlern mit vielen illegalen Produkten und Dienstleistungen gehandelt. In Pinneberg wurde jetzt der Mann verhaftet, der mutmaßlich für diese Geschäfte verantwortlich war, wie Staatsanwalt Jürgen Brauer von der Landeszentralstelle Cybercrime der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz am Donnerstag mitteilte. Der verdächtige 34-Jährige sei einem Ermittlungsrichter in Koblenz vorgeführt worden, der den Haftbefehl aufrechterhalten habe, sagte Brauer.

Zur gleichen Zeit wurden zwei Wohnungen im Kreis Pinneberg und im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt durchsucht. Es sei auch gelungen, den Begründer des Forums, einen 44-Jährigen aus Sachsen-Anhalt zu identifizieren.

Dem 34-jährigen wird vorgeworfen, als Administrator, also als technischer Leiter, gemeinsam mit weiteren Tatverdächtigen das Forum «Fraudsters» betrieben zu haben. Dort waren zeitweise 30 000 Nutzer registriert, um Drogen, geraubte Daten oder gefälschte Urkunden zu kaufen. Es sei dort alles verfügbar gewesen außer Kinderpornografie und Mordaufträge, sagte Brauer. Auch gebe es keine Hinweise auf den illegalen Handel mit Waffen. Ermittelt wird wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung und wegen des dringenden Verdachts der Beihilfe in mehr als 1700 Fällen zu Betäubungsmittelstraftaten, Datenhehlerei, Urkundenfälschung und Verstößen gegen das Arzneimittelgesetz.

Seit April ist die Plattform stillgelegt. Möglicherweise hätten die technischen Kapazitäten für den Betrieb nicht mehr ausgereicht, sagte Brauer. Auch habe es Attacken konkurrierender Plattformen gegeben. Die Plattform war unter anderem über das sogenannte Darknet erreichbar, einem Bereich im Netz, der über eine Anonymisierungssoftware zugänglich ist.

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