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Biontech und Pfizer: Impfstudie an bis zu 30 000 Menschen

28.07.2020 - Einen Tag nach der US-Firma Moderna folgen auch die Mainzer mit ihrem US-Partner und weiten die Tests mit einem Kandidaten für einen Corona-Impfstoff aus. Dieser Wirkstoff zeigt laut Biontech bislang nur leichte und vorübergehende Nebenwirkungen.

  • Eine Spritze wird vor den Schriftzug «Impfung» gehalten. Foto: Friso Gentsch/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Spritze wird vor den Schriftzug «Impfung» gehalten. Foto: Friso Gentsch/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mit Tests auch an älteren Menschen treiben das Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs weiter voran. «Heute starten wir unsere globale Studie, die bis zu 30 000 Teilnehmer umfassen wird», erklärte Biontech-Vorstandschef Ugur Sahin. Für die klinische Studie der Phasen II/III - mit dem Ziel einer Überprüfung der Wirksamkeit, der Bestimmung der geeigneten Dosis und schließlich dem Nachweis der Wirksamkeit - sei nach Auswertung der bisher erlangten Daten der Wirkstoff BNT162b2 als Hauptkandidat ausgewählt worden.

Die Tests an Probanden im Alter zwischen 18 und 85 Jahren werden in 120 Studienzentren weltweit durchgeführt, unter anderem in Deutschland, wie Biontech am Dienstag in Mainz mitteilte. Bei Erfolg der Studie wollen Pfizer und Biontech nach eigenen Angaben bereits im Oktober 2020 das Zulassungsverfahren beantragen und im Falle einer Genehmigung bis Ende des Jahres bis zu 100 Millionen Impfstoffdosen herstellen, bis Ende 2021 könnten es dann mehr als 1,3 Milliarden Impfstoffdosen sein.

Am Montag begann auch die US-Biotech-Firma Moderna mit der Phase-III-Studie eines Corona-Impfstoffkandidaten mit ebenfalls 30 000 Probanden. Erste Ergebnisse werden möglicherweise im November vorliegen. Auch bei diesem Kandidaten handelt es sich um einen RNA-Impfstoff, der genetische Informationen des Erregers enthält. Die Körperzellen der geimpften Probanden sollen mit ihrer Hilfe Oberflächenproteine des Coronavirus herstellen - gegen die schließlich das Immunsystem Abwehrfähigkeiten entwickelt. Allerdings ist bislang kein genbasierter Impfstoff für Menschen zugelassen.

Die bisherigen Ergebnisse von Tests an rund 120 Probanden bei Studien der Phase I/II-Studien hätten für BNT162b2 ein «vorteilhaftes Gesamtverträglichkeitsprofil» ergeben, erklärten Biontech und Pfizer. So seien Nebenwirkungen wie Fieber, Müdigkeit und Schüttelfrost «nur leicht bis moderat ausgeprägt» gewesen und nur ein bis zwei Tage lang aufgetreten.

Zur weiteren Finanzierung der Forschung hat sich Biontech mit einer Kapitalerhöhung gut eine halbe Milliarde US-Dollar an der Börse beschafft. Biontech und Pfizer haben den USA in einem ersten Schritt bei Vorliegen einer entsprechenden Notfallgenehmigung zunächst 100 Millionen Impfstoffdosen und weitere bis zu 500 Millionen Dosen als optionale Nachorderung zugesagt. Auch mit Großbritannien gibt es eine erste Liefervereinbarung.

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