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Bischof Ackermann verteidigt geplante Bistumsreform

21.01.2020 - Darf so viel Kirchenreform sein? Die Frage wird im Bistum Trier nicht nur von Gegnern der geplanten Großpfarreien gestellt. Der Vatikan hatte die Pläne gestoppt. Triers Bischof verrät, was er in den Stellungnahmen an Rom geschrieben hat.

  • Der Trierer Bischof Stephan Ackermann. Foto: Harald Tittel/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Trierer Bischof Stephan Ackermann. Foto: Harald Tittel/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Trier (dpa/lrs) - Der Trierer Bischof Stephan Ackermann hat die vom Vatikan auf Eis gelegte Reform der Pfarreienlandschaft in seinem Bistum verteidigt. Die Reform sei «der Versuch, auf die Herausforderungen der Zeit zu antworten», sagte er in einem Interview der Trierer Bistums-Wochenzeitung «Paulinus» (Dienstag/Online). Es gehe «nicht bloß um eine Reform von Strukturen. Wir wollen eine Kirche, die stärker missionarisch und diakonisch ausgerichtet ist».

Dies habe er auch in den erbetenen Stellungnahmen an Rom geschrieben, sagte der Bischof der Zeitung. Die Auflösung der bisherigen Pfarrstrukturen werde «nicht zu einer Anonymisierung der kirchlichen Lebenszusammenhänge und damit zu den gefürchteten «XXL-Pfarreien»» führen.

Die römische Kleruskongregation im Vatikan hatte das Gesetz zur Umsetzung von Reformen im Bistum Trier Ende November zur Überprüfung ausgesetzt. Damit konnten die ursprünglich zum 1. Januar 2020 geplanten ersten 15 von insgesamt 35 neuen Großpfarreien im Bistum nicht errichtet werden. Das Reformpaket hatte eine 280-köpfige Synode in Trier 2016 beschlossen.

Kritiker befürchten mit der Auflösung von insgesamt 887 kleinen Pfarreien in derzeit 172 Pfarreiengemeinschaften einen Rückzug der Kirche vor Ort. Unter anderem diese Kritik war nach Rom getragen worden - und hatte die Aussetzung mit ausgelöst.

«Für mich ist das Seelenheil mehr als die Zufriedenheit der Mitglieder kirchlicher Gremien mit dem pfarrlichen Leben», sagte der Bischof. Er sei nicht nur den Mitgliedern der Kerngemeinde, sondern auch den «treuen Kirchenfernen» verpflichtet. Auch «die noch stärker Distanzierten» dürften nicht vergessen werden.

Eine kleiner werdende Zahl von Aktiven versuche, die pfarrlichen Aktivitäten und Traditionen aufrechtzuerhalten. Für innovative Projekte fehlten aber oft Zeit und Kraft. «Die aktiven Gemeindemitglieder stehen in der Gefahr, zunehmend zu einer geschlossenen Gruppe zu werden.»

Ackermann sagte, es brauche eine «andere Gestalt der territorialen Seelsorge». Den Reformplänen zufolge müsse nicht jeder Priester zwangsläufig Pfarrer einer Gemeinde sein. Damit solle der Dienst im Bistum für junge Männer an Attraktivität gewinnen. Das Priesterverständnis der Universalkirche werde dadurch nicht, wie von den Reformgegnern behauptet, beschnitten. Vielmehr werde eine erhebliche Zahl von Priestern von Verwaltungsaufgaben entlastet.

Der Bischof sagte, seit der Aussetzung der Reformen stehe er im Kontakt mit dem Vatikan und sei auch zu persönlichen Gesprächen dort bereit. «Insgesamt kann ich bislang von einem unkomplizierten und guten Austausch sprechen.» Einen neuen Zeitplan für die Reform gebe es noch nicht. Das Bistum Trier zählt knapp 1,4 Millionen Katholiken in Rheinland-Pfalz und im Saarland.

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