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Brückensperrung und Unfälle sorgen für Stau in Mainz

14.01.2020 - Die Sperrung der wichtigen Theodor-Heuss-Brücke zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz sorgt auch weiterhin für Probleme auf den Straßen. Ob das Fortkommen auf der Brücke zu Fuß, per Rad oder Bus klappt, wird noch einige Tage per Videokamera überprüft.

  • Ein Bus fährt auf der Theodor-Heuss-Brücke an Leitbaken vorbei. Foto: Silas Stein/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Bus fährt auf der Theodor-Heuss-Brücke an Leitbaken vorbei. Foto: Silas Stein/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mainz/Wiesbaden (dpa) - In Mainz ist es am Dienstag im Berufsverkehr nur langsam vorwärtsgegangen. «Die Stadt ist zu», sagte eine Polizeisprecherin am Morgen. Neben der Sperrung der Theodor-Heuss-Brücke zwischen Mainz und Wiesbaden hätten sich mehrere Unfälle im Stadtgebiet ereignet. Dadurch sei es zu zahlreichen Rückstaus gekommen. Welcher Stau allerdings mit der Sperrung oder den Unfällen zusammenhänge, lasse sich nicht sagen.

Bereits am Montagmorgen hatte sich der Berufsverkehr nach Angaben der Polizei auf mehr als 40 Kilometer rund um Mainz gestaut. Hier hatten ebenfalls mehrere Unfälle die Situation noch verschärft, der Verkehr kam demnach in einigen Fällen komplett zum Erliegen.

Wegen Sanierungsarbeiten ist die Theodor-Heuss-Brücke über den Rhein zwischen Mainz und Wiesbaden seit Sonntag für den Großteil des Verkehrs gesperrt. Ausnahmen gelten unter anderem für öffentliche Busse, Fußgänger und Fahrradfahrer. Ob das gut funktioniert, prüft die Stadt Mainz auf der Brücke seit Montag per Videokamera.

Diese bleibe voraussichtlich drei bis vier Tage im Einsatz, sagte ein Stadtsprecher. «Wir gucken uns einfach noch mal alles im Detail an. Ob das so läuft, wie wir uns das am Reißbrett vorgestellt haben.» Das werde üblicherweise auch bei anderen Baustellen gemacht, um bei Bedarf nachjustieren zu können.

Im Falle der Heuss-Brücke werde beispielsweise geprüft, ob die Ampelphasen auf der Rheinquerung für die Busse lang genug seien. Außerdem seien seit Dienstag Lasten-Rikschas im Einsatz, die relativ viel Platz einnähmen. Ob der Verkehr mit diesen reibungslos laufe, müsse auch geklärt werden. Bislang seien aber keine Probleme bekannt. Zuvor hatte der Südwestrundfunk über die Videokontrolle berichtet.

Während der ersten Woche der Sperrung bringe ein Rikscha-Dienst Fahrgäste über die Fußgänger- und Fahrradspur der Brücke, sagte der Chef des Anbieters, Dirk Vielmeyer. Das Angebot sei für Fahrgäste kostenlos: «Die Landeshauptstadt Wiesbaden hat uns beauftragt und bezahlt uns.» Die Resonanz sei gut. Er habe beispielsweise schon einen Richter in Eile über die Brücke zum Gericht nach Mainz gefahren. Auch einem Klappfahrrad-Fahrer mit platten Reifen habe er als Fahrgast gehabt.

Waren fährt bis Ende Januar ein anderer Dienst kostenfrei über die Theodor-Heuss-Brücke. Mit den E-Bikes mit Anhängern könnten Lasten bis zu 150 Kilogramm transportiert werden, erklärte einer der Gründer des Dienstes, Thomas Schmitz. Die Kosten dafür übernehme die Stadt Mainz. Der Fahrer starte zu festen Zeiten und bringe beispielsweise Einkäufe über die Brücke. Dort müssten diese dann von jemanden in Empfang genommen werden. «Das können wir nicht ausliefern. Da bräuchte man ja eine Flotte.»

Um den Verkehr abseits der Ausweichstrecken und damit über die Brücke zu fördern, kündigte der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Rheinland-Pfalz eine Aktion für Fahrradfahrer an. Die Sperrung sei «eine gute Gelegenheit, einmal das Fahrrad für den Weg zur Arbeit auszuprobieren». Am Donnerstag (16. Januar) würden deshalb Radfahrer zwischen morgens auf beiden Seiten der Querung mit einer Aufmerksamkeit empfangen.

Der Sozialflügel der CDU, die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA), sieht in der Verkehrssituation in Mainz ein Versäumnis seitens der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Der CDA-Landesverband in Mainz erklärte, Berufspendler auf beiden Seiten der Brücke würden fehlende Planung ausbaden. «Wenn Brückensanierungen anstehen, fehlt es an Ausweichkapazitäten für den Berufsverkehr.» Die Brückensperrung wird voraussichtlich vier Wochen dauern.

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