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Tausend Busfahrer streiken: Demonstration in Mainz

27.01.2020 - Bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage streiken die Mitarbeiter privater Busunternehmen in Rheinland-Pfalz. Sie fordern ein schnelles Handeln der Politik.

  • Busse stehen auf dem Betriebshof und spiegeln sich dabei in einem Verkehrs-Spiegel. Foto: Andreas Arnold/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Busse stehen auf dem Betriebshof und spiegeln sich dabei in einem Verkehrs-Spiegel. Foto: Andreas Arnold/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mainz (dpa/lrs) - Rund 1000 Mitarbeiter privater Busunternehmen haben am Montag in Rheinland-Pfalz gestreikt. Zudem hatte die Gewerkschaft Verdi zu einem Demonstrationszug in Mainz aufgerufen, an dem sich laut eigener Aussage rund 450 Mitarbeiter beteiligten. Die Teilnehmer forderten bessere Arbeitsbedingungen und die Einführung des sogenannten ÖPNV-Indexes nach dem Vorbild Hessens. Dort wird der öffentliche Nahverkehr vom Land bezuschusst. Auch Tarifsteigerungen würden zum Teil ausgeglichen, teilte die Gewerkschaft Verdi mit.

Vom Streik seien besonders Speyer, Kaiserslautern, Worms und Mainz betroffen gewesen, teilte Marko Bärschneider, Gewerkschaftssekretär von Verdi, am Mittag mit. Seit der Frühschicht um 3 Uhr sind die Mitarbeiter im Ausstand. Laut Verdi soll der Streik noch bis Schichtende dauern. «Das kann je nach Standort auch noch nach Mitternacht sein», sagte Bärschneider.

Bestreikt wurden am Montag alle Standorte des Unternehmens DB Regio Bus Rhein-Mosel sowie Niederlassungen von DB Regio Bus Mitte. Betroffen war neben den Städten auch der Überlandverkehr. Laut einer Sprecherin der Bahn waren im Gebiet der DB Regio Bus Rhein-Mosel 13 Standorte vom Streik betroffen, unter anderem Bad Ems, Limburg und Montabaur. Im Gebiet der DB Regio Bus Mitte standen demnach an acht Standorten die Busse still. Nicht betroffen waren Homburg und Bad Bergzabern.

«Wir brauchen eine schnelle politische Lösung», sagte Bärschneider nach der Demonstration vor dem Wirtschaftsministerium. «Das Ministerium hat großes Verständnis für die Forderungen der Busfahrer», teilte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums mit. «Wir sind gesprächsbereit und haben mit Ver.di vereinbart, uns demnächst darüber auszutauschen.»

Die Vereinigung der Arbeitgeberverbände Verkehrsgewerbe (VAV) Rheinland-Pfalz, unterstützte die Forderung nach einem ÖPNV-Index. «Das ist seit Jahren unsere Kernforderung», sagte Heiko Nagel, Geschäftsführer der VAV. Die geforderten Tarifsteigerungen könne die Unternehmerschaft alleine nicht schultern. «Vielleicht ist das das Signal, dass die Politik braucht.»

Für diese Woche sind laut Bärschneider keine weiteren Streiks geplant. Man wolle zunächst in den Gesprächen nach einer schnellen Lösung suchen, sagte er. «Falls alle Gespräche nichts bringen, muss man aber auch über langfristige Streiks nachdenken.»

Bereits am Freitag hatten rund 750 Mitarbeiter privater Busunternehmen in Rheinland-Pfalz die Arbeit niedergelegt. Verdi fordert unter anderem eine Bezahlung unfreiwilliger Pausen zwischen den Fahrten für die mehr als 9000 Beschäftigten privater Busunternehmen. Zudem will die Gewerkschaft ein 13. Monatsgehalt, mehr Urlaubsgeld sowie höhere Zuschläge für Nacht-, Feiertags- und Wochenendarbeit durchsetzen. Neben privaten Busunternehmen betreffen die Verhandlungen auch Speditionen, Logistikunternehmen sowie Kurier-, Express- und Postdienstleister.

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