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Corona-Regeln: Proteste gegen Beschränkungen

09.05.2020 - Rheinland-Pfalz bereitet sich auf zahlreiche Lockerungen der Corona-Beschränkungen vor. Doch manchen Menschen geht es nicht schnell genug.

  • Mundschutzmasken. Foto: Rene Traut/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Mundschutzmasken. Foto: Rene Traut/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Ausbreitung der Corona-Pandemie in Rheinland-Pfalz verläuft langsamer. Ab kommendem Mittwoch (13. Mai) gibt es zahlreiche Lockerungen der Beschränkungen. Auch mit Blick auf den Muttertag appellierte die Landesregierung aber an die Menschen, die Regeln einzuhalten. «Auch jetzt kommt es wieder auf jeden einzelnen an: Wir müssen die Hygieneregeln, die Abstandsregel von mindestens anderthalb Metern und die Maskenpflicht einhalten», betonten Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) und Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) in einer Erklärung. Es gilt weiterhin das Motto «So schütze ich Dich und Du mich».

In der kommenden Woche greifen neue Regelungen der mittlerweile sechsten Corona-Bekämpfungsordnung des Landes. So dürfen sich vom 13. Mai an die Angehörigen von zwei Haushalten in der Öffentlichkeit gemeinsam aufhalten. Die Gaststätten dürfen - unter Auflagen - auch ab Mittwoch wieder öffnen. Ein Überblick am Samstag:

INFEKTIONSZAHLEN: Die Gesamtzahl der bestätigten Infektionen stieg nach Angaben des Gesundheitsministeriums bis Samstag (Stand 12.00 Uhr) um 22 oder um 0,35 Prozent auf 6287. Ende März waren die täglichen Zuwachsraten noch zweistellig gewesen. Bislang kamen 195 infizierte Menschen ums Leben, einer mehr als am Freitag. Unter den Todesfällen waren jeweils 20 im Westerwaldkreis und in der Stadt Mainz sowie jeweils 18 im Kreis Mainz-Bingen und in der Stadt Koblenz.

PROTESTE: Trotz der angekündigten Lockerungen gab es Demonstrationen gegen die Vorgaben von Bund und Ländern. Nach Polizeiangaben nahmen daran mehrere Hundert Menschen teil. Die Protestaktionen in Mainz, Koblenz, Trier und Kaiserslautern seien aber zunächst friedlich geblieben. Insgesamt, so hieß es aus den rheinland-pfälzischen Präsidien, hätten sich die Demonstranten so gut wie möglich an geltende Vorgaben, wie etwa die Abstandsregeln, gehalten. Proteste gab es auch in mehreren Städten des Saarlands.

SPORT: Der Landessportbund begrüßte die weiteren Lockerungen in Rheinland-Pfalz. Die Wiedereröffnung des Vereinssports unter klaren Regeln sei ein «ermutigendes und enorm wertvolles Signal der Politik», sagte Sportbund-Präsident Jochen Borchert. Er sprach von einem weiteren wichtigen Schritt zurück in die Normalität für viele Bürger. Der Trainingsbetrieb im Breiten- und Freizeitsport sei ab Mittwoch wieder zulässig - sofern er im Freien erfolge, Kontaktverbot sowie Mindestabstand eingehalten und Risikogruppen keiner besonderen Gefährdung ausgesetzt würden. Zudem dürfe kein Wettkampf oder eine wettkampfähnliche Situation entstehen. Schwimmbäder oder andere Indoor-Sporteinrichtungen bleiben aber bis auf weiteres dicht.

WIRTSCHAFTLICHE FOLGEN: Die Corona-Krise bremst auch Taxis aus: Der Verband Mobilität und Logistik Rheinland-Pfalz (MOLO) spricht von dramatischen Einnahmeverlusten und vereinzelten Insolvenzen. Auf dem Land habe die Branche Umsatzeinbrüche von 50 bis 60 Prozent hinnehmen müssen, teilt MOLO-Geschäftsführer Guido Borning der Deutschen Presse-Agentur mit. «Da gibt es zum Beispiel noch mehr Krankenfahrten.» In den Großstädten dagegen seien die Umsätze sogar um 80 bis 90 Prozent eingebrochen: «Das normale Taxigeschäft mit Geschäftsreisenden und Kneipengängern ist komplett weggefallen.» Dabei sei die Branche ohnehin finanziell nicht auf Rosen gebettet. Umso mehr freut sie sich laut Borning über die neuen Lockerungen. «Das Taxigewerbe hängt ja auch von der Gastronomie und Hotellerie ab», erklärt der Verbandschef.

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