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Corona wirft Fragen an Hochschulen in Rheinland-Pfalz auf

19.03.2020 - Das Corona-Virus hat weitreichende Folgen für den Hochschulbetrieb in Rheinland-Pfalz. Seminare und Vorlesungen finden erst wieder am 20. April statt, auch die meisten Prüfungen werden verschoben. An vielen Stellen aber herrsche Unklarheit, sagen Kritiker.

  • Konrad Wolf (SPD) bei einem Gespräch. Foto: Boris Roessler/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Konrad Wolf (SPD) bei einem Gespräch. Foto: Boris Roessler/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

An den Hochschulen in Rheinland-Pfalz regt sich Kritik am Umgang mit der Coronakrise. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Rheinland-Pfalz forderte einheitliche Regelungen für anstehende Prüfungen. «Mir kann keiner sagen, dass das nicht möglich ist», sagte Jürgen Blank vom GEW-Vorstandsbereich Hochschule und Forschung. Die CDU-Landtagsabgeordnete Marion Schneid kritisierte: «Nicht nur Studentinnen und Studenten sind in dieser Ausnahmesituation verunsichert, sondern auch die Beschäftigten an den Hochschulen und Universitäten, in den Verwaltungen sowie das Lehrpersonal.»

Das Wissenschaftsministerium hat in dieser Woche angekündigt, Kollektivprüfungen bis zum 20. April auszusetzen. Einheitliche Regeln zu mündlichen Prüfungen und schriftlichen Leistungen wie Seminar- oder Abschlussarbeiten gebe es aber nicht, bemängelte Blank.

Die Landesastenkonferenz (LAK) kritisierte, dass es große Unsicherheit gebe, wann die Prüfungen nachgeholt werden sollten. Lege man alle Prüfungen ins kommende Semester, bedeute dies einen erheblichen Druck für die Studierenden. Es könne zudem zu Verschiebungen im Studienverlauf kommen, so dass Nachteile bei der Zahlung von Ausbildungsförderung (Bafög) entstehen könnten. Die LAK forderte daher, die Regelstudienzeit pauschal um ein Semester anzuheben.

Das Justizministerium hat die für April vorgesehen Klausuren der zweiten juristischen Staatsprüfung verschoben. Die schriftlichen Prüfung sollen im Juni oder Juli nachgeholt werden. Ein Sprecher sagte, die mündlichen Prüfungen der ersten juristischen Staatsprüfung seien weiterhin für Mai geplant. Staatsprüfungen der Medizin, Pharmazie und der Zahnmedizin finden wie geplant statt, wie eine Sprecherin des Sozialministeriums mitteilte. Laut Bildungsministerium ist für Lehramtsstudierende die zweite Examensprüfung verschoben. Nachholtermine gebe es bisher nicht. Mündlichen Prüfungen könnten stattfinden.

Zudem forderte die LAK das Land auf, mehr als bisher in die Digitalisierung an den Hochschulen zu investieren. Das Wissenschaftsministerium hat vorgeschlagen, bis zum Beginn der Präsenzzeit am 20. April Lernangebote online zur Verfügung zu stellen. Vorlesungen und Seminare könnten übergangsweise auf universitären Lernplattformen zur Verfügung gestellt oder im Netz angeboten werden, sagte Wissenschaftsminister Konrad Wolf (SPD). Laut LAK fehlt es für eine sinnvolle Nutzung aber an leistungsfähigen Servern ebenso wie an digitalen Angeboten der Bibliotheken.

Eine einheitliche Regelung zur Öffnung der Universitätsbibliotheken in der Coronakrise gibt es derzeit nicht. Ein Sprecher des Wissenschaftsministeriums teilte auf Anfrage mit, dass die Hochschulen in Abstimmung mit dem Wissenschaftsministerium vereinbart hätten, die Bibliotheken nur noch eingeschränkt zu öffnen. Laut LAK haben bereits einige Universitätsbibliotheken geschlossen.

Auch der Zugang zu den Mensen ist laut Wissenschaftsministerium beschränkt. Es sei unter anderem vorgesehen, die Besucher mit Kontaktdaten zu registrieren und die Besucherzahl einzuschränken. Zudem müsse ein Mindestabstand von zwei Metern zwischen den Tischen eingehalten und Hinweise zu Hygienemaßnahmen ausgehängt werden.

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