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Rotes Kreuz im Kampf gegen einen «Feind ohne Gesicht»

22.09.2020 - Die Corona-Pandemie hat den ehren- und hauptamtlichen Helfern des Roten Kreuzes viel abverlangt. Neben belastenden Situationen erlebten sie auch große Hilfsbereitschaft der Bürger. Für die Zukunft haben sie einen Wunsch.

  • Das Logo Deutsches Rotes Kreuz ist an der Jacke eines Helfers zu sehen. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Logo Deutsches Rotes Kreuz ist an der Jacke eines Helfers zu sehen. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Corona-Pandemie hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Rheinland-Pfalz in den vergangenen Monaten vor gewaltige Herausforderungen gestellt. «Wir haben die Belastungsgrenze gesehen», sagte der Präsident des DRK-Landesverbands Rheinland-Pfalz, Rainer Kaul, am Dienstag in Bad Kreuznach. Landesgeschäftsführerin Anke Marzi sprach mit Hinweis auf das Coronavirus von einem Kampf gegen einen «Feind ohne Gesicht».

Das Virus hat die Helfer der Organisation seit Anfang Februar, als die ersten Bundesbürger aus dem chinesischen Wuhan zurückgeholt und dann im pfälzischen Germersheim in Quarantäne betreut wurden, in Atem gehalten. Rund 2650 Ehrenamtler aus 30 DRK-Kreisverbänden in Rheinland-Pfalz hätten in den vergangenen Monaten mehrere Zehntausend Einsatzstunden geleistet, berichtete DRK-Vorstand Manuel Gonzalez. Hinzu kämen noch die hauptamtlichen Mitarbeiter.

Alle Bereiche des DRK wurden in der Pandemie vor große Aufgaben gestellt: Die Betreiber der derzeit elf Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz und dem Saarland, die Helfer im Bevölkerungsschutz, die unter anderem beim Aufbau und Betrieb von mobilen Teststationen und Fieberambulanzen mithalfen, und der Blutspendedienst. Emotional besonders belastend war die Situation für die Mitarbeiter in Seniorenzentren, Kinderschutz- und Jugendhilfeeinrichtungen, wie Marzi berichtete. So seien in den Senioreneinrichtungen manche Betreute wegen des vorübergehenden Besuchsverbots vereinsamt und in Depressionen versunken. Und manches Kind, das zwischenzeitlich nur über Video oder Telefon betreut werden konnte, sei auch nach der Wiedereröffnung der Kinderschutzdienste «verstummt».

Um für künftige Krisen besser gerüstet zu sein - etwa auch bei Naturkatastrophen -, forderte Gonzalez von der Politik eine bessere Bevorratung von «Material für besondere Lagen». Das gehe von einfacher Schutzausrüstung bis hin zu mobilen Hilfssystemen wie der «fahrenden Arztpraxis», wie sie das Rote Kreuz beispielsweise bei dem Einsatz in Germersheim eingesetzt habe. Kaul sprach sich für eine Reaktivierung großer Zentrallager ein.

Die DRK-Helfer erlebten in den zurückliegenden Monaten auch große Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung, beispielsweise beim Blutspenden. Waren die Spenderinnen und Spender in der Anfangsphase der Pandemie noch teils verunsichert, kamen nach öffentlichen Aufrufen nach einigen Wochen sogar mehr Spender als üblich, wie Jörg Backhaus vom DRK-Blutspendedienst berichtete. So liege die Zahl der Erstspender zwischen Januar und August um 30 Prozent über dem Vorjahreswert. Und auch die Zahl der regulären Spender stieg um gut vier Prozent. «Es gab Warteschlangen, wie wir sie noch nie erlebt haben», sagte Backhaus.

Dennoch gebe es seit Juni wieder eine Unterversorgung mit Blutkonserven, erklärte der Ärztliche Geschäftsführer des Blutspendedienstes, Andreas Opitz. Der Bedarf sei nach oben geschnellt, da die Krankenhäuser wieder damit angefangen hätten, ihre Bestände aufzufüllen. In Zukunft müsse die digitale Kommunikation zwischen Kliniken und Blutspendedienst verbessert werden, damit sich beide Seiten Seiten schneller und genauer auf die jeweilige Situation einstellen könnten.

Für die Spenderinnen und Spender brachte die Corona-Pandemie zahlreiche Änderungen mit sich, um die Hygienerichtlinien einhalten zu können. Das Rote Kreuz will in Zukunft stärker auf Terminvergaben und eine Digitalisierung des Spendevorgangs setzen, beispielsweise einen elektronischen Spenderfragebogen. Ganz ohne Elektronik gibt es für die Spender auch in Zukunft einen kleinen Imbiss zur Stärkung nach der Blutentnahme - wegen Corona aber weiterhin nur als «Lunchbeutel zum Mitnehmen», wie Backhaus sagte. Und fügte hinzu: «Man darf auch weiter ohne Termin zum Blutspenden kommen.»

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