Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Dorothee Wüst zu Pfälzer Kirchenpräsidentin gewählt

20.09.2020 - Die Nachfolge des langjährigen Kirchenpräsidenten in der Pfalz tritt eine Frau an. Sie sieht Kommunikation als Kernaufgabe. Die Kirche nennt ihre Wahl historisch.

  • Ein Gesangbuch liegt während eines Gottesdienstes auf einer Bank. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Gesangbuch liegt während eines Gottesdienstes auf einer Bank. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Erstmals ist eine Frau an die Spitze der Evangelischen Kirche der Pfalz gewählt worden. Die Landessynode entschied sich am Samstag im dritten Wahlgang für die Oberkirchenrätin Dorothee Wüst als neuen Kirchenpräsidentin. Die 55-Jährige setzte sich gegen zwei Mitbewerber durch und wird zum 1. März nächsten Jahres Nachfolgerin des scheidenden Kirchenpräsidenten Christian Schad. Dieser war 2008 erstmals in das Leitungsamt gewählt und 2014 bestätigt worden. Regulär würde seine Amtszeit Ende November 2022 ablaufen, er geht aber schon Ende Februar kommenden Jahres in den Ruhestand.

An der geheimen schriftlichen Abstimmung nahmen nach Angaben der Kirche 68 Mitglieder der Landessynode teil. In den ersten beiden Wahlgängen erhielt niemand der drei Kandidaten die erforderliche Mehrheit von zwei Dritteln der gesetzlichen Mitgliederzahl. Danach genügte die einfache Mehrheit. Schon die letzte Runde bestand aus zwei Frauen und einem Mann.

Wüst skizzierte in ihrer Vorstellungsrede ihre Ideen für eine moderne Evangelische Kirche: Enge Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen, mit anderen Kirchengemeinden sowie den Gemeinden der katholischen Kirche. Das eigentliche Kerngeschäft sehe sie in der Kommunikation. Die Landeskirche solle sich auf ihren Auftrag konzentrieren, die Verkündigung des Evangeliums in Wort und Tat. Dazu gehöre das Gespräch mit Menschen ganz verschiedener Milieus.

Die pfälzische Kirchenpräsidentin hat keine bischöfliche Gewalt. Sie vertritt unter anderem die Landeskirche in der Öffentlichkeit und darf in allen Kirchengemeinden Gottesdienste halten.

Die Kirche nannte die Wahl der aus Kaiserslautern stammenden Wüst in einer Mitteilung «historisch». Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) gratulierte der künftigen Kirchenpräsidentin und sagte, sie freue sich sehr, dass erstmals «in der mehr als 200-jährigen Geschichte der Protestantischen Landeskirche eine Frau an die Spitze» gewählt wurde. Wüst bringe für das Amt «reiche Erfahrungen» mit.

Wüst ist seit 2019 Oberkirchenrätin der pfälzischen Landeskirche und zuständig für Schul- und Bildungsfragen sowie als Gebietsdezernentin verantwortlich für die Kirchenbezirke Homburg, Kaiserslautern, Kusel, Pirmasens und Zweibrücken, wie die Landeskirche mitteilte. Ab 2012 war sie Dekanin des Kirchenbezirks Kaiserslautern, zuvor Pfarrerin in der Lutherkirchengemeinde Kaiserslautern und in der Kirchengemeinde Weilerbach.

Der Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann betonte mit seiner Gratulation den Wunsch, das schon enge ökumenische Miteinander beider Kirchen weiter zu stärken. Glückwünsche kamen auch vom Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, sowie vom Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski.

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren