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Drohender Wassermangel: Bewässern und Planschen unerwünscht

10.08.2020 - Bei der anhaltenden Trockenheit kann mancherorts das Wasser knapp werden. Gemeinden appellieren an die Bürger, sparsam mit Trinkwasser umzugehen. Das Land sieht dahinter ein langfristiges Problem.

  • Ein laufender Wasserhahn. Foto: Marius Becker/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein laufender Wasserhahn. Foto: Marius Becker/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wegen der anhaltenden Trockenheit rufen erste Gemeinden in Rheinland-Pfalz zum Wassersparen auf. Noch gebe es bei der Wasserversorgung keinen akuten Notstand, sagte der Referent für Wasserwirtschaft beim Städte- und Gemeindebund Rheinland-Pfalz, Thomas Rätz, am Montag in Mainz. «Aber es gibt Signale, die zeigen, dass es enger wird.»

So hat beispielsweise die Verbandsgemeinde Simmern-Rheinböllen im Rhein-Hunsrück-Kreis wegen drohenden Wassermangels bereits Verbote erlassen: Um die Grundversorgung mit Trinkwasser sicherzustellen, dürfen seit Sonntag unter anderem keine Pools oder Planschbecken in Gärten befüllt werden, keine Grünflächen mehr gewässert oder Autos auf Privatgrundstücken gewaschen werden.

Auch die Verbandsgemeinde Montabaur im Westerwald hat ihre Bürger zum sparsamen Umgang mit Wasser aufgerufen. An den heißen Tagen werde deutlich mehr Wasser verbraucht, daher sollte nun sorgsam mit der Ressource umgegangen werden, teilte die Verbandsgemeinde mit.

Mit Blick auf eine mögliche Wasserknappheit gebe es regional Unterschiede, sagte Rätz. Eher von dem Problem betroffen seien Gemeinden in Mittelgebirgen, die «relativ nahe Grundwasservorkommen haben und bei denen bekannt ist, dass die Neubildungsraten schon länger zurückgehen». Dazu gehörten Teile des Hunsrücks, der Eifel, des Westerwalds und des Pfälzer Waldes. An der Rheinschiene gebe es sehr alte und tiefe Grundwasservorkommen. «Die sind in der Regel überhaupt nicht betroffen», sagte Rätz.

Nach Angaben des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums zeigt der dritte Hitzesommer in Folge: «Der Klimawandel ist in Rheinland-Pfalz bereits deutlich spürbar.» Eine Konsequenz sei: «Es kann zu einer Verknappung der Grund-Trinkwasserressourcen kommen, sodass neue Herausforderungen für die langfristige Sicherstellung der Wasserversorgung entstehen.»

Die mittlere Grundwasserneubildung sei in den vergangenen 15 Jahren gegenüber dem langjährigen Mittel um rund 25 Prozent zurückgegangen. Langfristig arbeiteten bereits heute Wasserversorger daran, die Trinkwasserversorgung auch für die Zukunft durch umfangreiche Versorgungsverbünde zu rüsten, teilte das Ministerium mit. Ein Beispiel sei die 32 Kilometer lange Fernwasserleitung von der Primstalsperre zur Steinbachtalsperre, die vom Land mit rund 21 Millionen Euro gefördert worden sei.

Bei anhaltender Trockenheit und steigender Wassernachfrage sei es sinnvoll, die Verbraucher auf einen achtsamen Umgang mit Wasser aufmerksam zu machen, sagte der Geschäftsführer des Landesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft Hessen/Rheinland-Pfalz, Horst Meierhofer. Grundwasserprobleme seien aber eher selten. «Wenn es eng wird, ist es eher ein Problem der Infrastruktur». Wasserleitungen seien eben nur bis zum Maximum belastbar. Die derzeitige Situation sei zwar eine Herausforderung, aber «nicht dramatisch».

Trotz der derzeit großen Hitze und Trockenheit gibt es am Rhein noch kein Niedrigwasser. «Wir haben keine besorgniserregende Situation», sagte Hydrologe Jörg Uwe Belz von der Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz der Deutschen Presse-Agentur in Koblenz. Zwar führe der Rhein am Pegel Kaub im Rhein-Lahn-Kreis zum Beispiel derzeit rund 30 Prozent weniger Wasser als saisonal üblich. Dies sei aber immer noch knapp einen Meter über der Marke, bei der man von Niedrigwasser spreche.

Eine gewisse Entspannung hätten Niederschläge in Süddeutschland gebracht. Der Experte rechnete damit, dass die Wasserstände wieder fallen werden. «Grundsätzlich ist die typische Niedrigwassersituation am Rhein erst im Herbst, also im Oktober oder November, zu erwarten.» Andere kleine Gewässer wie die Nahe oder die Wied hätten aber bereits Niedrigwasser.

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