Ex-CDU-Minister erwartet Laschets Sieg: Kritik an Merz

14.01.2021 Heinz Schwarz hat schon am ersten CDU-Bundesparteitag 1950 teilgenommen. Er kritisiert zwei der drei Kandidaten, die nun nach dem Parteivorsitz greifen.

Der 92-jährige CDU-Politiker Heinz Schwarz spricht. Foto: Thomas Frey/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Schon 1947 ist Heinz Schwarz Mitglied der CDU geworden und bei fast all ihren Bundesparteitagen dabei gewesen - nun erwartet er einen Sieg von Armin Laschet im Ringen um den Vorsitz. «Ich gehe davon aus, dass er gewinnt», sagte der 92-jährige ehemalige Innenminister von Rheinland-Pfalz (1971-1976) der Deutschen Presse-Agentur. Er sei für den Ministerpräsidenten im bevölkerungsreichsten Bundesland. Laschet habe schon einmal eine Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen gewonnen: «Er hat das dort gut hingekriegt.»

Der aktuelle CDU-Bundesparteitag ist an diesem Freitag und Samstag coronabedingt digital mit anschließender Briefwahl geplant. Neben Laschet bewerben sich Ex-Fraktionschef Friedrich Merz und Außenpolitiker Norbert Röttgen um die Nachfolge von Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer. Es gibt 1001 Delegierte.

Der gelernte Sparkassenkaufmann Schwarz, der auch lange im Bundestag und im Mainzer Landtag gesessen hatte, sprach sich an seinem Wohnort Leubsdorf im Kreis Neuwied unweit von NRW klar gegen Merz aus. Dieser gilt als Favorit des Wirtschaftsflügels und vieler konservativer Christdemokraten. Würde er CDU-Chef, könnte die Partei wie die SPD die Bedeutung einer Volkspartei verlieren, sagte Schwarz, der schon am ersten CDU-Bundesparteitag 1950 in Goslar teilgenommen hatte.

Denn Merz könne nicht gut alle Parteiflügel integrieren. «Politik kann man nicht lernen. Er liebt das Geschäftliche», ergänzte das CDU-Urgestein mit Blick auf Merz' berufliche Erfolge in der freien Wirtschaft. «Das ist alles in Ordnung.» Eine Volkspartei zu führen sei aber etwas anderes als eine Firma zu leiten.

Röttgen, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses, habe wiederum schon 2012 eine Landtagswahl in NRW verloren. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) entließ ihn anschließend als Bundesumweltminister. Schwarz zeigte sich überrascht über Röttgens aktuellen Griff nach dem Parteivorsitz. «Menschen sind immer in Gefahr, Träume zu haben», sagte der frühere rheinland-pfälzische Innenminister unter dem damaligen Ministerpräsidenten Helmut Kohl (CDU). Aber er traue Röttgen nicht zu, Deutschlands Christdemokraten führen zu können.

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