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Fährbetreiber klagen über Umsatzverluste wegen Corona-Krise

04.05.2020 - Zwischen Mainz und Koblenz gibt es keine einzige Rheinbrücke. Umso wichtiger sind hier Fähren. Das Coronavirus löst Existenzängste bei manchen Betreibern aus.

  • Eine Fähre auf dem Rhein. Foto: Andreas Arnold/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Fähre auf dem Rhein. Foto: Andreas Arnold/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Fähren auf dem Rhein erleiden wegen der Corona-Pandemie nach Aussagen ihres bundesweiten Verbandes Umsatzausfälle von 30 bis 80 Prozent. «Uns zum Beispiel hat die Corona-Krise bis Ende April rund 100 000 Euro gekostet», sagte der Geschäftsführer der Fähre Ingelheim-Oestrich-Winkel, Michael Maul, der Deutschen Presse-Agentur. «Wir transportieren an normalen Tagen 2500 bis 3000 Menschen», ergänzte der Vorsitzende des Deutschen Fährverbands. Jetzt seien es nur etwa die Hälfte.

«Der Mai ist normalerweise der beste Monat im Jahr mit den Feiertagen und den Ausflüglern», betonte Maul. «In diesen Monaten bilden wir sonst das Polster für den Winter, wenn wenig los ist.» Nun hätten ihm mehrere Kollegen gesagt: «Wir werden den Sommer irgendwie überstehen, aber wir sehen schwarz für den nächsten Winter.» Der Verbandschef ergänzte: «So etwas haben wir noch nie erlebt.»

Seine Fähre zwischen Ingelheim und Oestrich-Winkel durfte wegen der Coronavirus-Pandemie bisher nur im «Notbetrieb» verkehren: abends bis etwa 19.00 Uhr und am Wochenende überhaupt nicht. Ab sofort dürfen die Schiffe von Montag bis Freitag abends nun eine Stunde länger fahren. Noch wichtiger: Auch samstags, sonntags und an Feiertagen gibt es von 9.00 bis 20.15 Uhr wieder einen Fährbetrieb. «Wir hoffen, dadurch mittelfristig einen annähernd kostendeckenden Betrieb zu erreichen», sagte Maul.

Dazu könnten auch die Maßnahmen des Verkehrsministeriums Rheinland-Pfalz beitragen, das nach eigenen Angaben seine Hilfe für Autofähren auf dem Rhein mit Betriebssitz in dem Bundesland von 25 Euro pro Betriebsstunde in den Mai verlängert. Das entspreche ungefähr den Kosten für den Kraftstoff.

Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) erklärte dazu: «Die Fährbetriebe sorgen dafür, dass Berufspendler zur Arbeit kommen und Waren transportiert werden können.» Das hessische Verkehrsministerium bietet diese Unterstützung nicht: «Bei uns sind die Fähren anders als in Rheinland-Pfalz nicht Bestandteil des Öffentlichen Personennahverkehrs», erläuterte ein Sprecher.

Die Maskenpflicht im Kampf gegen das hochansteckende Coronavirus gilt nicht nur in Bussen und Geschäften, sondern auch auf den Rheinfähren. «90 Prozent halten sich bei uns daran. Fünf Prozent ziehen sich die Maske auf, wenn wir sie streng anschauen. Die übrigen fünf Prozent weigern sich», berichtete Maul. Die Mitarbeiter und Schilder auf seiner Fähre wiesen die Fahrgäste allerdings auf diese «Bedeckungspflicht» hin.

Fähren haben im Mittelrheintal eine besondere Bedeutung: Auf rund 80 Kilometern zwischen Mainz und Koblenz gibt es keine einzige Querung. Über den Bau einer Mittelrheinbrücke nahe dem berühmten Loreleyfelsen bei St. Goarshausen wird schon seit einem halben Jahrhundert diskutiert. Das Projekt ist weiterhin in Planung.

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