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Überbeitung des Pandemie-Plans: Soldat infiziert

27.02.2020 - Die Zahl der Corona-Fälle in Deutschland steigt. Rheinland-Pfalz will seinen Pandemie-Plan überarbeiten. Die Suche nach Kontaktpersonen des infizierten Soldaten läuft. Das Testergebnis eines Mannes mit Symptomen aus einem in Idar-Oberstein gestoppten Zug steht noch aus.

  • Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD). Foto: picture alliance / Fredrik Von Erichsen/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD). Foto: picture alliance / Fredrik Von Erichsen/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mainz/Koblenz (dpa/lrs) - Nachdem erstmals in Rheinland-Pfalz bei einem Patienten das neue Coronavirus festgestellt worden ist und angesichts der bundesweit steigenden Zahl an Infektionen soll der Pandemie-Plan des Landes überarbeitet werden. Das sagte die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) am Donnerstag dem SWR. Der Plan sei nach Influenza-Epidemien in der Vergangenheit gut aufgestellt, jetzt müsse er an das neuartige Virus angepasst werden.

«Wir sind auf so eine Epidemie gut vorbereitet», sagte die
Ministerin im SWR-Tagesgespräch. Sie und ihre Mitarbeiter seien im ständigen Austausch mit den Gesundheitsämtern der Kommunen sowie mit dem Robert Koch-Institut, das die Maßnahmen koordiniere. Auch gebe es eine eigene, ressortübergreifende Task-Force im Ministerium. Ein möglicher Ausbruch sei «in den nächsten Stunden, Tagen auch in Rheinland-Pfalz wohl zu erwarten», sagte Bätzing-Lichtenthäler.

Am Vorabend war das Coronavirus bei einem 41 Jahre alten Soldaten, der im Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz behandelt wird, festgestellt worden. Ein Sprecher des Sanitätsdienstes der Bundeswehr in Koblenz erklärte am Donnerstag: «Der Patient spürt lediglich ein Kratzen im Hals. Er fühlt sich nicht krank, muss aber im Bundeswehrzentralkrankenhaus bleiben, bis er virenfrei ist.» Wie lange das dauern könne, vermochte der Sprecher nicht zu sagen.

In dem Fall geht die Suche nach möglichen Kontaktpersonen nun weiter. Bereits seit Mittwoch werde eine Liste mit Kontakten des Mannes erstellt, die privat oder dienstlich mit ihm zu tun hatten, sagte ein Sprecher der Bundeswehr am Donnerstag.

Der Soldat der Flugbereitschaft am Militärflughafen Köln-Wahn wohnt laut Angaben eines Sprechers des Kreises Heinsberg im nordrhein-westfälischen Gangelt. Dort war bei einem 47-jährigen Mann das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 nachgewiesen worden. Der Soldat hatte Kontakt zu dem schwer Erkrankten oder dessen Frau aus Gangelt beim dortigen Karneval. Er gehört wohl zum persönlichen Bekanntenkreis des Ehepaars.

Einen Coronavirus-Verdacht gibt es auch bei einem Mann, der in einem am Mittwoch in Idar-Oberstein gestoppten Zug unterwegs gewesen war. Hier sollte das Testergebnis im Laufe des Donnerstags vorliegen. Danach werde entschieden, wie es weitergehe, sagte der Sprecher der Kreisverwaltung Birkenfeld. Die rund 40 Personen, die in demselben Großraumabteil des Regionalzugs von Frankfurt nach Saarbrücken saßen wie der Mann, würden im Anschluss umgehend informiert.

Der im Saarland wohnende Mann hatte nach der Rückkehr von einer Geschäftsreise in Italien an sich selbst Symptome festgestellt. Er kam zur weiteren Klärung in das Klinikum Idar-Oberstein - die übrigen Reisenden hatten ihre Fahrt nach knapp zwei Stunden fortsetzen können. Zwischen Frankfurt und Idar-Oberstein seien bereits etliche Fahrgäste ausgestiegen, sagte der Sprecher. Der Mann habe sich in der Region Apulien aufgehalten, in der keiner der bislang 400 Coronavirus-Fälle in Italien aufgetreten ist, hieß es aus der Kreisverwaltung. Bereits am Samstag sei er in Süditalien bei einem Arzt gewesen, der ihm «grünes Licht» für den Heimflug von Bari nach Frankfurt mit Zwischenlandung in Mailand gab.

Bätzing-Lichtenthäler sagte dem SWR unabhängig von dem konkreten Fall, es werde zunehmend schwieriger, Kontaktpersonen zu ermitteln, bei denen sich Coronavirus-Patienten angesteckt hätten. Bei den Krankheitsfällen in Nordrhein-Westfalen sei es
zweckmäßig gewesen, Schulen und Kindergärten zu
schließen. «Wenn es zu solchen Fällen in Rheinland-Pfalz
kommt, ist dies auch bei uns eine denkbare Maßnahme.» Die Ministerin sprach sich aber gegen eine Isolierung von Stadtgebieten oder Dörfern aus, wie es in Italien praktiziert wird: «Das sehen wir nicht als zielführend und auch nicht als sinnvoll an.»

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