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Gewaltsamer Tod eines Babys: Mutter schweigt vor Gericht

24.01.2019 - Koblenz (dpa/lrs) - Eine junge Mutter hat zu Beginn ihres Koblenzer Prozesses um den gewaltsamen Tod ihres Babys geschwiegen. Staatsanwältin Anna Wopperer warf der 22-Jährigen am Donnerstag Totschlag vor, nämlich «einen Menschen getötet zu haben ohne Mörderin zu sein». Die Angeklagte soll im August 2018 in Altenkirchen im Westerwald als schuldfähige Patientin einer Fachklinik für suchtkranke Frauen ihrem vier Monate alten Sohn tödliche «Gewalteinwirkungen» gegen den Hinterkopf zugefügt haben.

  • Eine junge Mutter hat zu Beginn ihres Koblenzer Prozesses um den gewaltsamen Tod ihres Babys geschwiegen. Foto: Thomas Frey/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine junge Mutter hat zu Beginn ihres Koblenzer Prozesses um den gewaltsamen Tod ihres Babys geschwiegen. Foto: Thomas Frey/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Bonner Rechtsmedizinerin Elke Doberentz, die das Baby obduziert hatte, sprach vor dem Landgericht Koblenz von drei Schädelbrüchen am Hinterkopf: «Aus rechtsmedizinischer Sicht ist es auszuschließen, dass das ein Unfall ist.» Äußerlich sei der «gut gepflegte» Säugling weitgehend unverletzt gewesen.

Zum mutmaßlichen Motiv der Angeklagten äußerte sich Staatsanwältin Wopperer nicht. Ein Kripobeamter berichtete als Zeuge, die junge Mutter habe in der polizeilichen Vernehmung zum Tod ihres Sohnes ausgesagt, «dass sie sich das nicht erklären kann». Sie habe dem Kind nichts getan. Es sei ihr nur vorher einmal vom Arm gefallen. Am Tatabend habe sie keine Erlaubnis bekommen, zu einem Fest in Altenkirchen zu gehen. Auf Anregung einer Nachtschwester habe sie zur Ablenkung einen Brief an eine Bekannte geschrieben.

Der Vorsitzende Richter Ralf Bock verlas das Schreiben: Demnach dachte die Angeklagte öfters daran, dass ihr Sohn sie dereinst mit seinen Kinderaugen nach dem Vater frage: «Das tut einfach weh.»

Die Nachtschwester sagte als Zeugin aus, das Baby sei in einem Gefängnis zur Welt gekommen und zunächst in der Obhut einer Pflegefamilie gewesen. Nähere Angaben hierzu machte sie nicht.

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