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Gutachten zu ÖPNV-Tarifen: Umfrage zu Mobilität vorgestellt

05.02.2020 - Wie kommen Rheinland-Pfälzer von A nach B? Höchst unterschiedlich, wie nun auch eine Online-Umfrage des Verkehrsministeriums zeigt. Es gibt nicht das eine Mobilitätsverhalten im Land. Minister Wissing will aus den Ergebnissen nun die richtigen Schlüsse ziehen.

  • Volker Wissing (FDP) gestikuliert. Foto: Andreas Arnold/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Volker Wissing (FDP) gestikuliert. Foto: Andreas Arnold/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mainz (dpa/lrs) - Das rheinland-pfälzische Verkehrsministerium plant ein Gutachten zur Struktur der ÖPNV-Tarife im Land und will daraus Erkenntnisse für künftige Verbesserungen gewinnen. Es solle analysiert werden, an welcher Stelle was optimiert werden könne, um die Attraktivität des ÖPNV zu steigern, sagte Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) am Mittwoch in Mainz. Noch seien die Tarife sehr unübersichtlich, manche sehr teuer, und es gebe verschiedene Fahrkartenautomaten. «Es braucht eine Menge Erfahrung, um von A nach B zu kommen.» Das sei mit den gewachsenen Verbundstrukturen zu erklären, aber nicht mehr zeitgemäß.

Wissing stellte in Mainz auch Ergebnisse einer Online-Bürgerbefragung zum Thema Mobilität vor. An der hatten sich zwischen Februar und August 2019 über 7000 Menschen beteiligt, die Resultate sollen nun in die weitere Entwicklung von ÖPNV- und Verkehrskonzepten einfließen. Die Umfrage habe deutliche Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Gebieten gezeigt, erklärte Wissing. «Wir müssen aufpassen, dass Stadt und Land nicht auseinanderfallen.»

Während die autofreie Stadt für Städter eine Verheißung sei, sei sie für Landbewohner eine Drohung. «Es ist das Signal: Wir wollen euch nicht.» Einen Zielkonflikt sieht Wissing auch beim Thema Parkplätze in Städten, für Menschen vom Land seien sie wichtig, Städter sprächen sich für weniger aus. Insgesamt sei die Bereitschaft, auf den ÖPNV umzusteigen noch «ausbaufähig», sagte der Minister. Der Verzicht auf das Auto sei für zahlreiche Rheinland-Pfälzer nach wie vor keine Option. Vor dem Hintergrund brauche es Mobilitätskonzepte, die die Interessen und Wünsche aller Menschen im Land berücksichtigten.

Der verkehrspolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Jan Bollinger, sagte: «Das Verhalten der Bürger zeigt, dass das Automobil für die Mobilität im ländlichen Raum unverzichtbar bleibt.» Es sei nach wie vor Teil eines «vernünftigen und nachhaltigen Mobilitätskonzepts». «Eine Politik gegen die Interessen der Autofahrer ist unverantwortlich», sagte Bollinger.

Weil Befragte aus Städten deutlich häufiger das Rad nutzen, sehen sie der Umfrage zufolge auch stärkeren Nachholbedarf beim Ausbau von Radwegen oder dem Bau von sicheren Rad-Stellplätzen. Wissing verwies auf den Radverkehrs-Entwicklungsplan 2030, der gerade entwickelt werde. Viele Menschen hätten sich in den Antworten in der Umfrage engere ÖPNV-Takte und mehr Pünktlichkeit bei Bus und Bahn gewünscht, weniger großes Interesse hätten sie an alternativen Antrieben gezeigt. Auch zeige die Umfrage so manchen Widerspruch: So seien viele bereit, mehr Geld für umweltfreundlichere Fortbewegung auszugeben, sie zeigten aber weniger Bereitschaft, für den ÖPNV so viel zu zahlen wie für das Fahren mit dem eigenen Auto - das sei gerade in den Antworten von Jüngeren zu beobachten gewesen.

«Mobilität ist das Thema unserer Zeit», sagte Wissing. Es gehe um Freiheit und Teilhabe. «Man kann sagen, es ist das Querschnittsthema unserer Zeit.» Es brauche auch «unkonventionelle Konzepte». Ein Teilnehmer der Umfrage schrieb in einem Freitextfeld zum Beispiel von Tuc Tucs in Thailand, einer Art Autorikscha. Diese seien ohne feste Haltestellen unterwegs, per Handzeichen könne signalisiert werden, dass man mitfahren wolle, per Klingelzeichen könne der Ausstieg gewünscht werden. Das könne auch mit kleinen E-Bussen funktionieren. Warum solle so etwas nicht auch mal in Rheinland-Pfalz ausprobiert werden, sagte Wissing.

Das neue Nahverkehrsgesetz, das neue Strukturen des ÖPNV in Rheinland-Pfalz festzurren soll, will der Minister spätestens bis zur Sommerpause dem Kabinett vorlegen, möglichst schon im Frühjahr. Der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Helmut Martin, warf der Landesregierung vor, zu lange abgewartet zu haben. Noch immer liege kein Referentenentwurf vor. «Es wird Zeit, dass Herr Wissing aus der Denk- in die Umsetzungsphase übergeht.»

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