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Hochwasser behindert Rhein-Schifffahrt

05.02.2020 - Wieder einmal schwappt die braune Brühe von Flüssen über die Ufer. Manche Straßen stehen unter Wasser, gefährdete geparkte Autos werden abgeschleppt und die ersten Hochwasserstege errichtet. Flussanlieger, Bürgermeister und Schiffseigner hoffen, bald aufatmen zu können.

  • Eine Hochwasserabsperrung steht am Rheinufer. Foto: Oliver Berg/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Hochwasserabsperrung steht am Rheinufer. Foto: Oliver Berg/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Koblenz/Aach (dpa/lrs) - Das Rhein-Hochwasser hat am Mittwoch auch die Schifffahrt in Rheinland-Pfalz eingeschränkt. Der höchste Wasserstand am Zusammenfluss von Rhein und Mosel in Koblenz wurde laut Hochwassermeldezentrum Rheinland-Pfalz an diesem Donnerstag (6. Februar) erwartet. An den Pegeln Speyer und Worms dagegen wurde mit einem Erreichen der Scheitel schon am Mittwoch gerechnet - das in den vergangenen Tagen regenreiche Wetter hatte sich beruhigt.

Die Hochwassermarke I für die Schifffahrt war am Mittwoch an den Rheinpegeln Maxau bis Speyer, Worms bis Mainz, Bingen bis Kaub, Koblenz, Andernach und Oberwinter überschritten. Schiffe durften hier daher nur noch höchstens 20 Kilometer pro Stunde und lediglich in der Mitte der Fahrrinne mit eingeschaltetem Sprechfunk fahren. Bei Koblenz hielt das Hochwassermeldezentrum auch ein geringfügiges Überschreiten der Hochwassermarke II von Mittwochnachmittag bis Donnerstag für möglich: Dann dürften dort Schiffe in dieser Zeit gar nicht mehr fahren.

Für die Mosel, die vielerorts über die Ufer getreten war und Straßen und Keller überflutet hatte, kündigte das Hochwassermeldezentrum fallende Wasserstände schon im Laufe des Mittwochs an. Auch die Wasserspiegel von Nahe und Glan sanken inzwischen wieder.

Am Pegel Koblenz rechnete das Hochwassermeldezentrum mit einem Pegelstand von maximal etwa 6,75 Metern am Donnerstag. Der Normalwert liegt hier bei 2,30 bis 2,50 Metern. Pegelstände beziehen sich auf einen definierten Wasserstand und nicht auf die eigentliche Wassertiefe.

In und bei Koblenz waren am Mittwoch laut Stadtverwaltung mehrere Straßen gesperrt, darunter auch die B 49 an der Mosel nach Lay. Dieser Stadtteil war über einen Hochwassernotweg erreichbar. In Lay stand vorsorglich ein Krankenwagen für notfalls verkürzte Einsatzzeiten. Bei den Koblenzer Stadtteilen Neuendorf und Wallersheim baute die Feuerwehr den zweiten von drei unterschiedlich hohen Abschnitten einer mobilen Hochwassermauer auf. Er nützt bis zu einem Pegelstand von etwa 7,50 Metern und schützt Tausende Anwohner.

Die Ordnungsbehörden baten Autofahrer in Koblenz darum, ihre Fahrzeuge nur noch auf hochwassersicheren Stellplätzen zu parken. Zuvor hatten schon zahlreiche Autos abgeschleppt werden müssen. Zudem riet die Stadtverwaltung Rheinanliegern, ihre Keller im Auge zu behalten: «Nach der Hochwasserwelle steigt erfahrungsgemäß der Grundwasserspiegel an und Wasser kann in Kellerräume eindringen.»

Im nahen Lahnstein wurden laut Stadtverwaltung vorsorglich Hochwasserstege in einigen Straßen aufgebaut. Auch hier waren Autofahrer gebeten, vorerst nicht mehr in Ufernähe zu parken. In Vallendar bei Koblenz stand am Mittwoch die B 42 in Teilen unter Wasser. Es bildeten sich lange Staus.

In der Gemeinde Aach imKreis Trier-Saarburg, die in der Nacht zum Dienstag von einem Fluss überschwemmt worden war, hatte sich die Lage am Mittwoch normalisiert. Der Bach habe am Vorabend wieder abfließen können: Der Ort sei wieder frei von Wasser, sagte Ortsbürgermeisterin Claudia Thielen am Mittwoch. Rund fünf Keller seien geflutet gewesen. Die Straße war zunächst noch für Reinigungsarbeiten gesperrt.

Die Sperrung der Stadtautobahn in Saarbrücken sollte voraussichtlich in der Nacht zum Donnerstag nach Reinigungsarbeiten aufgehoben werden - spätestens bis zum morgendlichen Berufsverkehr. Voraussetzung war allerdings die Lösung noch eines Problems, wie der Landesbetrieb für Straßenbau mitteilte. Das Wasser unter der Bismarckbrücke floss «mangelhaft» ab - mit Entfernen von Unrat sollte dies behoben werden. Die Saar war hier über die Ufer getreten. Das hatte Verkehrsstaus verursacht.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagte für die kommenden Tage ruhiges Wetter eher ohne Regen voraus. Zu Beginn der kommenden Woche sei allerdings wieder «unbeständiges und sehr mildes Wetter mit hohem Sturm- und Hochwasserpotenzial» in Deutschland zu erwarten. Für konkrete Aussagen dafür war es laut dem DWD am Mittwoch allerdings noch zu früh.

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