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Osterferien beginnen mit besonderen Vorzeichen

08.04.2020 - Bildungsministerin Hubig zieht eine positive Zwischenbilanz zu dreieinhalb Wochen Schulschließung. Die Lehrkräfte hoffen auf eine baldige Entscheidung, wie es nach dem Ende der Ferien weitergeht.

  • Stefanie Hubig (SPD), Ministerin für Bildung des Landes Rheinland-Pfalz, sitzt im Landtag. Foto: Andreas Arnold/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Stefanie Hubig (SPD), Ministerin für Bildung des Landes Rheinland-Pfalz, sitzt im Landtag. Foto: Andreas Arnold/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach dreieinhalb Wochen Schulschließung wegen der Corona-Pandemie beginnen am (morgigen) Donnerstag die Osterferien in Rheinland-Pfalz unter besonderen Vorzeichen. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob zum Ferienende am 20. April der Unterricht im Klassenraum wieder beginnen kann. Bund und Länder wollen nach Ostern zusammenkommen und über diese Frage beraten. Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) zog zu Beginn der Ferien eine positive Zwischenbilanz.

«In den letzten dreieinhalb Wochen haben unsere Schülerinnen und Schüler unter völlig neuen Bedingungen gelernt», sagte Hubig der Deutschen Presse-Agentur. «Ihre Eltern mussten Homeoffice und Kinderbetreuung unter einen Hut bekommen - die Situation war für alle neu und trotzdem haben alle gemeinsam sie gut gemeistert.»

Die Umstellung auf digitalen Unterricht - davon bei mehr als 1000 der 1600 Schulen mit der Nutzung digitaler Bildungsplattformen - sei ein echter Stresstest gewesen, sagte Hubig. Für viele Schulen sei dies bereits zuvor eingeübte Praxis, andere hätten in kurzer Zeit neue Erfahrungen gesammelt und vielleicht noch vorhandene Berührungsängste abgebaut. Diese Zeit bedeute einen riesigen Schub für die Digitalisierung an den Schulen in Rheinland-Pfalz. Geplant sei nun eine Befragung der Schulleitungen, um noch bestehenden Handlungsbedarf auszuloten.

Jetzt aber, sagte die Ministerin, sei es erstmal an der Zeit, sich in den Ferien zu erholen, auch wenn das gemeinsame Feiern im größeren Familienrahmen ausfalle, keine Gottesdienstbesuche möglich seien und geplante Urlaubsreisen ausfielen. Das Bildungsministerium hat für die Osterferien eine Notbetreuung an Kitas und Schulen organisiert; für die Notbetreuung an Schulen konnten sich Lehrkräfte freiwillig melden. Damit werde den Eltern, die als Ärztinnen, Pfleger oder in anderen Berufen arbeiteten, die Möglichkeit gegeben, «ihren jetzt so wichtigen Dienst weiter zu tun», sagte Hubig und verband dies mit dem Dank bei allen Lehrkräften, Erzieherinnen und Erziehern für ihren Einsatz in der Krise.

Mit Beginn der Osterferien sei es für Lehrerinnen und Lehrer extrem schwierig, sich auf die Zeit danach vorzubereiten, sagte die Landesvorsitzende des Philologenverbands, Cornelia Schwartz. «Die Schulleitungen hängen besonders in der Luft, sie müssen viele verschiedene Pläne in der Schublade haben, um auf alles vorbereitet zu sein.» Während der bisherigen Schulschließungen hätten pro Woche mindestens zwei Kursarbeiten geschrieben werden müssen. Nach einer Wiedereröffnung der Schulen werde es schwierig sein, die geforderten Leistungskurs- und Grundkursarbeiten zu schreiben. «Der ganze Plan ist durcheinandergewürfelt worden.»

Mit Blick auf die Leistungsüberprüfung in diesem Schuljahr hat das Bildungsministerium das Vorgehen für zwei unterschiedliche Szenarien beschrieben - zum einen für den Fall, dass der reguläre Schulbetrieb bis spätestens zum 4. Mai wiederaufgenommen werden kann, zum anderen für einen späteren Beginn. Zum zweiten Szenario heißt es für die gymnasiale Oberstufe, dass dann «die bereits jetzt praktizierte Verlagerung des Unterrichts in digitale Kommunikations- und Arbeitswege intensiviert wird». Dies bedeute insbesondere, dass auch neue Inhalte gelernt und in Leistungsnachweisen gefordert werden müssten.

Wenn die Schulen wieder geöffnet werden könnten, komme es zunächst vor allem darauf an, dass sich Klassen und Oberstufenkurse neu zusammenfinden könnten, sagte Schwartz im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Eine Entlastung wäre es, die Zeugniskonferenz wenn möglich in die letzte Schulwoche vor den Sommerferien zu verlegen.

Die Erfahrung der vergangenen Wochen habe gezeigt, «dass wir mit dem digitalen Unterricht - egal wie gut er ist - an gewisse Grenzen stoßen», sagte Schwartz. Daher gebe es die Bitte an die politisch Verantwortlichen, so schnell wie möglich Klarheit zu schaffen. Eine besondere Sorge gelte den G8-Gymnasien mit acht- statt neunjähriger Gymnasialzeit. Dort beginnen die schriftlichen Abiturprüfungen am 30. April und enden am 20. Mai. In diesem Zeitraum wäre es dort sinnvoll, die Schulen zunächst nur für die Abiturienten zu öffnen, sagte Schwartz.

Eine klare Linie zur Wiedereröffnung der Schulen forderte auch der Verband Bildung und Erziehung (VBE), dessen Mitglieder vor allem an den Grundschulen unterrichten. Der VBE-Landesvorsitzende Gerhard Bold wünschte sich «eine gemeinsame und gute Lösung für die Zeit nach den Osterferien».

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