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Impftermine für über 70-Jährige: Entspannung in Altenheimen

25.02.2021 - Immer mehr Berufsgruppen werden für eine Corona-Schutzimpfung zugelassen. Die Lage in den Altenheimen entspannt sich. Trotz des Lockdowns steigt aber die Zahl der Neuinfektionen. Wie und wann Schnell- und Laientests bei der Eindämmung helfen, ist offen.

  • Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD). Foto: Thomas Frey/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD). Foto: Thomas Frey/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Polizisten und Justizvollzugsbedienstete werden in Rheinland-Pfalz seit Donnerstag Corona-Schutzimpfungen verabreicht. Die ersten Erzieher und Grundschullehrer sollen ab Montag eine Spritze bekommen, ebenso wie etliche andere Berufsgruppen aus dem Gesundheitssektor. Das bundesweite Pilotprojekt für die Impfung bettlägeriger über 80-Jähriger in ihren Wohnungen beginnt ebenfalls am Montag. Die rund 360 000 Rheinland-Pfälzer im Alter zwischen 70 und 79 Jahren sollen von Mitte März an Impftermine vereinbaren können - und werden vorher per Brief darüber informiert. Ein Überblick:

ALTENHEIME: In den 474 Alten- und Pflegeheimen habe sich die Infektionslage aufgrund der «Kombination aus Impfungen und Testungen» deutlich entspannt, sagte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD). «Die Infektionszahlen sind rapide gesunken.» Für Lockerungen der Besucherregelungen sei es aber - auch mit Blick auf die Virusvarianten - noch zu früh. Aktuell sei nur noch von 265 infizierten Bewohnern in 66 Einrichtungen auszugehen, vor dem Impfstart im Dezember seien 2000 Bewohner mit Covid-19 infiziert gewesen. Eine Infektion nach der ersten Impfung sei möglich, verlaufe aber in der Regel glimpflicher. Die Zweitimpfungen sollen noch in dieser Woche abgeschlossen werden - für rund 80 Prozent der Bewohner und gut 70 Prozent der Beschäftigten. Die mobilen Impfteams schlössen direkt eine zweite Runde für die übrigen Bewohner und Mitarbeiter an.

PILOTPROJEKT FÜR BETTLÄGERIGE: Das bundesweit erste Pilotprojekt für die rund 20 000 über 80 Jahre alten bettlägerigen und nicht mobilen Menschen beginnt ebenfalls am Montag. Bis Ende April soll allen Betroffenen ein Angebot gemacht sein. Den Anfang machen vier ländliche Hausarzt-Pilotpraxen - in Bitburg, Mayen (beide Eifel), Wendelsheim (Rheinhessen) und Münchweiler (Pfalz). Los geht es mit 40 Patienten. Bei dem Modellprojekt würden Abläufe sowie Registrierung und Dokumentation erprobt, dafür sei eigens ein Portal eingerichtet worden, sagte die Ministerin.

POLIZEI: Die rund 13 800 Beschäftigten bei der Polizei werden in vier eigens dafür eingerichteten internen Impfzentren geimpft. Den Anfang machten am Donnerstag in Mainz bereits die fast 180 Polizisten, die die vier Impfzentren in Mainz, Enkenbach-Alsenborn, Wittlich-Wengerohr und Koblenz für die übrigen Beamten betreiben werden. «Heute werden die geimpft, die dann ab Montag impfen», sagte Innenminister Roger Lewentz (SPD) beim Start. Etwa 11 200 Angehörige der Polizei und damit mehr als 80 Prozent hätten sich bereits für die Impfung mit dem Präparat von Astrazeneca gemeldet. Bis 26. März sollen mehr als 7000 Polizisten geimpft sein, allesamt operative Einsatzkräfte. Die übrigen etwa 4000 Beschäftigten sollen im April ihre Spritzen bekommen.

Rund 450 Polizisten seien bisher positiv auf das Virus getestet worden, und etwa 90 seien derzeit in Quarantäne oder häuslicher Isolation, sagte Lewentz. Die Beamten seien besonders gefährdet. Bei der Überprüfung der Corona-Regeln etwa - gerade an sonnigen Tagen - kämen sie mit vielen Menschen eng in Kontakt und könnten auch im Streifenwagen den Abstand von 1,50 Metern nicht einhalten.

Die Vorsitzende des Hauptpersonalrats und der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Sabrina Kunz, unterstützte die Aktion und kündigte an, sich impfen zu lassen, sobald sie an der Reihe sei. «Wir sind sehr dankbar, dass die Polizei jetzt mit den Impfungen starten kann und danken für das Verständnis aus der Politik und Gesellschaft hierfür», sagte die stellvertretende GdP-Vorsitzende, Verena Horn.

JUSTIZVOLLZUG: Alle rund 2000 Beschäftigte können sich in den nächsten Tagen impfen lassen. Die ersten etwa 30 bekamen am Donnerstag im Justizvollzugskrankenhaus in Wittlich die jeweils erste Dosis. «Nur mit flächendeckenden Impfungen werden wir «Stich für Stich» aus der Pandemie kommen», sagte Justizminister Herbert Mertin (FPD). Die Beschäftigten hätten in den Gefängnissen jeden Tag Kontakt zu vielen Menschen und könnten nicht immer den notwendigen Abstand halten.

ASTRAZENECA: Etwas weniger als zehn Prozent der Impfungen mit dem Mittel von Astrazeneca werden landesweit in den inzwischen 32 Impfzentren abgesagt, mit regionalen Unterschieden, wie Landesimpfkoordinator und Gesundheitsstaatssekretär Alexander Wilhelm (SPD) sagte. Das seien mehr als bei den anderen Impfstoffen. Bei der Polizei hätten sich nahezu alle einverstanden erklärt, sich mit dem Präparat von Astrazeneca impfen zu lassen, sagte Lewentz (SPD). Neue Studien zeigten: «Das ist wirklich ein höchst effektiver Wirkstoff.» Wilhelm sagte: «Wir können es nicht nachvollziehen, dass er abgelehnt wird.»

Die FDP-Spitzenkandidatin Daniela Schmitt sagte: «Sollten Impfberechtigte eine Impfung verweigern, sollte auch Menschen, mit einer niedrigeren Prioritätsstufe ein Impfangebot gemacht werden.» Um die Akzeptanz der Impfungen nicht zu gefährden, müsse auf weiterhin offen kommuniziert werden, wem welcher Impfstoff verabreicht werde. Sie forderte die Bundesregierung auf, «sich endlich erkennbar (zu) bemühen, mehr Impfstoff von Biontech zu beziehen und das Unternehmen massiv zu unterstützen, weitere Produktionskapazitäten aufzubauen.»

LEHRER UND ERZIEHER: Die rund 58 000 Beschäftigten von Kindertagesstätten sowie Grund- und Förderschulen können von diesem Samstag an online Termine in den Impfzentren vereinbaren. Die ersten Termine seien bereits am Montag möglich, sagte Ministerin Bätzing-Lichtenthäler (SPD). Möglich ist das auch für Tageseltern. Diese Gruppe soll bis Ostern ihr Impfangebot bekommen haben.

ANDERE BERUFSGRUPPEN: Hebammen, Personal aus therapeutischen Praxen, Mitarbeiter körpernaher medizinischer Dienstleistungen wie etwa Podologen, Personal in Rehakliniken und geriatrischen Klinken sowie von Hausnotrufen sollen sich ebenfalls ab Montag impfen lassen können. Zu der Gruppe gehört auch das Personal des öffentlichen Gesundheitsdienstes und der Krankenhausinfrastruktur, niedergelassene Ärzte, Zahnärzte und die Beschäftigten in Corona-Praxen. Wie viele Menschen das sind, war zunächst unklar.

FREIWILLIGEN, die im Kampf gegen Corona helfen und etwa die Abläufe in Altenheimen unterstützten oder Tests übernehmen, solle ebenfalls bald ein Impfangebot gemacht werden, sagte die Ministerin. Dies gelte auch für die, die bei der Einführung Teststationen mit Schnelltests helfen. Diese hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigt. Alle Einzelheiten seien aber noch unklar, Rheinland-Pfalz bereite sich dennoch schon darauf vor.

ÄLTERE MENSCHEN: Die rund 110 000 noch im Impfpool registrierten über 80-Jährigen sollen bis spätestens Mitte März per Post verbindliche Termine für eines der Impfzentren bekommen. Gut 70 000 Menschen dieser Altersgruße seien bereits geimpft. Die Erstimpfungen sollten am 3. April abgeschlossen sein. Ab Mitte März können dann voraussichtlich die 70- bis 79-Jährigen ihre Termine abmachen. Sie würden aber vorher angeschrieben.

ZAHL DER IMPFUNGEN: Bis Ende März sollen rund zehn Prozent der Rheinland-Pfälzer geimpft sein. Wie schnell es dann weiter gehe, hänge von den gelieferten Impfstoffmengen ab, sagte Bätzing-Lichtenthäler. Sie versprach, alles möglichst schnell zu verabreichen. Im Ranking der Bundesländer ist Rheinland-Pfalz nach wie vor in der Spitzengruppe. Allein in der nächsten Woche sollen 65 000 Erst- und 5000 Zweitimpfungen gesetzt werden.

WIE GEHT ES WEITER? Wenn genug Impfstoff da ist, könne in den 32 Impfzentren mit ihren 66 Impfstraßen in 2 Schichten geimpft werden - mehr als 20 000 Menschen am Tag, wie Wilhelm sagt. Dazu sollen dann auch die Hausarztpraxen kommen.

ERSATZKANDIDATEN: Wenn in einem Impfzentrum Impfstoff übrig bleibe, solle dieser nur an Menschen aus der Prioritätengruppe Eins abgegeben werden. Dies habe das Ministerium den Betreibern der Impfzentren Mitte Januar mitgeteilt und auch stichprobenartig überprüft, sagt Bätzing-Lichtenhtäler. In Einzelfällen könnten solche Reste auch an andere gegeben worden sein, sagte Wilhelm. Eine Liste darüber gebe es nicht. Über strafrechtliche Sanktionen werde auf Bundesebene beraten.

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