Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

In vier Badegewässern wird vor Blaualgen gewarnt

25.06.2019 - Bei der Hitze ist der Sprung ins kühle Nass sehr verlockend. Doch Algenblüten können das Vergnügen trüben. Während die einen nur lästig sind, sind andere giftig. Sie treten mittlerweile auch in gestauten Fließgewässern verstärkt auf. Mancherorts wird schon gewarnt.

  • Blaualgen haben erzeugen auf der Wasseroberfläche giftgrüne Schlieren. Foto: Uwe Zucchi/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Blaualgen haben erzeugen auf der Wasseroberfläche giftgrüne Schlieren. Foto: Uwe Zucchi/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mainz (dpa/lrs) - Zu Beginn des Sommers und zur ersten großen Hitzewelle des Jahres wird in Rheinland-Pfalz in vier Badegewässern wegen einer Blaualgenblüte gewarnt - noch ist dort das Baden aber erlaubt. Bei den betroffenen Gewässern handelt es sich nach Angaben des Landesamtes für Umwelt in Mainz um die Krombachtalsperre im Westerwald, den Seehof Erlenbach in der Verbandsgemeinde Dahn im Süden des Landes, den Badeweiher «An der Steinernen Brücke» in Neuhofen (Rhein-Pfalz-Kreis) sowie den Stadtweiher Baumholder.

Grundsätzlich seien von den 70 Badegewässern in Rheinland-Pfalz zurzeit etwa 50 Prozent Kandidaten für die Ausbildung einer Blaualgenblüte, sagte Christoph Deller. Der Chemiker ist beim Landesamt für Umwelt Leiter des Referats Allgemeine Wasseranalytik, Anorganische Spurenanalytik und Badegewässerüberwachung.

Umweltstaatssekretär Thomas Griese (Grüne) sprach im Umweltausschuss des Landtages in Mainz von einem aus mikrobiologischer Sicht grundsätzlich ausgezeichneten Zustand der Badegewässer in Rheinland-Pfalz. Allerdings gebe es zunehmend Probleme mit Blaualgenblüten. Hier mache sich der Klimawandel bemerkbar. Es gebe einen Anstieg der Qualität und der Quantität der Algenblüten.

Zunehmend sei das nicht nur in stehenden Gewässern der Fall, sondern auch in Flüssen mit Staustufen, wie etwa der Mosel oder der Saar, sagte Griese. Neben hohen Luft- und Wassertemperaturen sei dafür auch der Eintrag von Nährstoffen vor allem aus der Landwirtschaft verantwortlich. Diese einzudämmen sei eine der «Haupthausaufgaben», betonte der umweltpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Andreas Hartenfels.

Deller vom Landesamt für Umwelt erklärte, viel Sonnenschein, hohe Temperaturen und lange Tage beförderten das Wachstum von Phytoplankton in Gewässern, also von meist einzelligen Kleinstlebewesen, die Photosynthese betreiben. Wenn dies auf ein gutes Nährstoffangebot treffe, könne es zu einer Massenentwicklung kommen - also zu einer Algenblüte. Als problematische Regionen nannte auch er solche, wo Düngemittel aus der Landwirtschaft eingeschwemmt würden und Phytoplankton so auf viel Nährstoffe treffe.

Während Grünalgen für Badende nicht gesundheitsschädlich seien, könnten Blaualgen, also Cyanobakterien, das sehr wohl sein. Sie produzieren Deller zufolge Giftstoffe. Streng genommen seien Blaualgen keine Algen, sondern zu Photosynthese befähigte Bakterien - und die haben dem Experten zufolge häufig wenig Fressfeinde und sind an eine Vielzahl extremer Bedingungen angepasst, können sich also schnell ausbreiten. Die von den Blaualgen ins Wasser abgegebenen Giftstoffe könnten wiederum allergische Reaktionen hervorrufen, Hautreizungen oder auch Magen-Darm-Probleme.

Ab einer Konzentration an Blaualgen-Chlorophyll von 15 Mikrogramm pro Liter Wasser wird den zuständigen unteren Wasserbehörden - den Kommunen - vom Landesamt eine Warnung der Badegäste empfohlen, wie Deller erklärte. Dann werde geraten, Algenteppiche zu meiden, kein Wasser zu trinken, sich nach dem Schwimmen gründlich zu duschen und darauf zu achten, dass Kinder möglichst wenig Wasser schlucken. Der nächste Schritt bei einer noch intensiveren Algenblüte wäre dann ein Badeverbot.

Im Herbst können sowohl die Folgen einer Grün-, als auch einer Blaualgenblüte Probleme für das Gewässer bringen. Bei kühleren und kürzeren Tagen sterben diese ab, sinken zu Boden und werden zersetzt. Wenn es typischerweise im Herbst zu einer kräftigen Durchmischung der Wasserschichten komme, könnten bei der Zersetzung im unteren Bereich des Sees entstandene Faulgase wie Schwefelwasserstoff im gesamten Gewässer verteilt werden und ein Fischsterben auslösen. Probleme für Fische drohten auch, wenn der pH-Wert im Wasser wegen einer Algenblüte steige. Wenn der zwischen den Werten neun und zehn oder sogar darüber liege, könne Ammonium zu Ammoniak werden, was ebenfalls giftig für Fische sei. Insbesondere in flachen Gewässern könnten die Tiere dann nicht in andere Schichten ausweichen.

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren